Norwegische Armee

Norwegische Armee
Norges forsvar (Norwegische Streitkräfte)
Führung
Oberbefehlshaber: König von Norwegen, derzeit König Harald V.
Verteidigungsminister: Anne-Grete Strøm-Erichsen
Militärischer Befehlshaber: General Sverre Diesen
Militärische Führung: Das "Vereinigte Oberkommando"
Sitz des Hauptquartiers: Stavanger
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 15.000
Reservisten: bis zu 140.000
Wehrpflicht: 12 Monate
Wehrtauglichkeitsalter: Vollendetes 18. Lebensjahr
Haushalt
Militärbudget: 6.200.000.000 US-$
Anteil am BNE: 1,36
Geschichte
Gründung: 1905

Die norwegischen Streitkräfte bilden die Streitkräfte des Königreiches Norwegen. Sie gliedern sich in Heer, Marine, Luftwaffe sowie eine milizartig organisierte Heimwehr (Heimevernet) und umfassen ca. 15.000 aktive Soldaten. Bei einer Mobilisierung steigt diese Zahl auf ca. 70.000 Soldaten an, 50.000 davon als Angehörige der Heimwehr. Insgesamt stehen bis zu 140.000 Reservisten zur Verfügung.

In Norwegen besteht eine Wehrdienstpflicht für alle Männer ab 18 Jahren, die Dienstzeit beträgt zur Zeit 12 Monate.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Nomineller Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte ist der jeweilige König von Norwegen, derzeit König Harald V. Geführt wird das Militär jedoch von dem amtierenden Verteidigungsminister und einem Generalstabschef in beratender Funktion. Das "Vereinigte Oberkommando" der norwegischen Streitkräfte befindet sich in Stavanger.

Heer

Gliederung des norwegischen Heeres und der 13 Heimatschutzdistrikte (s.u.)
Norwegische Leopard 1-Panzer


Das norwegische Heer verfügt über rund 7.500 aktive Soldaten und befindet sich wie auch die anderen Teilstreitkräfte in einem Modernisierungsprozess. Es gliedert sich in zwei selbstständige Brigaden, die in der 6. mobilen Division zusammengefasst werden. Die größere der beiden Brigaden hat ihr Hauptquartier im nordnorwegischen Heggelia und umfasst neben sämtlichen regulären Infanteriekräften auch das jeweils einzige Panzer- und Artilleriebataillon der norwegischen Armee. Die kleinere Brigade ist vollständig im Norden des Landes disloziert und verfügt neben einer Spezialeinheit, dem Jegerkommando, über ein Bataillon Grenztruppen und ein EloKa-Bataillon. Moderne Ausrüstung befindet sich im Zulauf, so sollen die bisher im Einsatz befindlichen 170 Leopard 1-Panzer durch 52 Leopard 2 A4 ersetzt werden. Ferner finden sich

in den Bestandslisten des Heeres. Ebenfalls zum Heer gehört die in Huseby Leir stationierte Hans Majestet Kongens Garde, die "Königliche Garde", die international große Anerkennung als hoch disziplinierte Protokolleinheit genießt.

Die Standorte des norwegischen Heeres liegen zum überwiegenden Teil im Norden des Landes; die einzigen bedeutenden Ausnahmen sind das in Rena nahe der schwedischen Grenze dislozierte Infanteriebataillon Telemark und die in der Nähe von Oslo stationierte Garde. Diese Konzentration auf den Norden ist der strategischen Konzeption des Kalten Krieges geschuldet, in der Norwegen für die Überwachung und Kontrolle der norwegisch-russischen Grenze verantwortlich war.

Standardschusswaffe der Armee ist seit dem 12. April 2007 das HK 416. Es wurde flächendeckend in allen Teilstreitkräften eingeführt.

Luftstreitkräfte

Norwegisches F-16-Jagdflugzeug

Die norwegischen Luftstreitkräfte umfassen etwa 2.000 aktive Soldaten. Offiziell wird sie Royal Norwegian Air Force (RNAF) oder auf norwegisch Kongelige Norske Luftforsvaret genannt. Aufgrund des enorm weiten vorgelagerten Seegebiets und den unzugänglichen Berg- und Fjordregionen in Norwegen liegt eine der Hauptaufgaben der Luftwaffe in der Patrouillentätigkeit, die durch andere Kräfte kaum gewährleistet werden kann. Im kalten Krieg waren verschiedene Stützpunkte regelmäßig mit Kampfflugzeugen der NATO belegt, um eine mögliche Verteidigung gegen die im Nordosten des Landes angrenzende Sowjetunion zu gewährleisten. Nach dem Abzug der US-amerikanischen Iceland Defense Force aus Island 2006 zeichnet sich ein stärkeres Engagement der norwegischen Luftstreitkräfte bei der Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit Islands ab (siehe auch Militärische Situation Islands).
Luftflotte

Verband von drei Bell 412SP im Tiefflug in einem Fjord

Flugabwehr

Zur Flugabwehr sind sechs auf der AIM-120 AMRAAM basierende Raketenbatterien NASAMS (Norwegian Advanced Surface to Air Missile System) sowie zahlreiche Rohrwaffen zur Flugabwehr vorhanden.

Fliegerhorste

Ihre beiden wichtigsten Stützpunkte (Hovedflystasjoner) liegen in Bodø und Ørland, weitere fünf weitere kleinere Militärflugplätze (Flystasjoner) sind über das Land verteilt:

Marine

Die Fregatte Nansen kurz nach ihrer Indienststellung

Die norwegische Marine umfasst rund 3.700 aktive Soldaten. Bestandteil der Königlichen Marine sind neben der Flotte auch die Küstenwache sowie eine Küstenartillerie. Das Flottenkommando befindet sich in Oslo, wichtige Stützpunkte sind außerdem Bergen und Tromsø. Für die umfangreiche Flotte an kleineren Schiffseinheiten wurden aber zusätzlich verbunkerte Liegeplätze in schwer zugänglichen Gebieten (Fjorde, Steilküsten) angelegt. Die Marine verfügt über

Die letzten beiden Fregatten der ehemaligen Oslo-Klasse wurden im Jahr 2007 ausgemustert.

Wie erwähnt, zählen auch die Einheiten der Küstenwache zur Marine und ergänzen die geringen Bestände an kleineren Einheiten mit rund 25 gut bewaffneten Patrouilleneinheiten. Dazu gehören unter anderem:

  • 1 Eisbrecher KV Svalbard
  • 1 OPV KV Harstad mit Spezialausrüstung für Tankerunfälle
  • 1 Barentshav-Klasse OPVs (3 geplant, die erste Einheit wurde 2008, die beiden anderen dann 2009 in Dienst gestellt werden)
  • 3 Nordkapp-Klasse OPVs
  • 5 Nornen-Klasse OPVs

Außerdem gibt es je eine Einheit Marineinfanterie, Kampfschwimmer und Minentaucher .

Heimwehr

Die norwegische Heimevernet umfasst derzeit rund 50.000 Angehörige der drei Waffengattungen, von denen momentan rund 1.200 die aktiven Kräfte unterstützen. Es existiert jeweils eine Heeres-, Luftwaffen- und Marineheimwehr, die momentan in 18 Heimwehrdistrikten organisiert sind, diese Zahl soll im Zuge von Reformen auf 12 reduziert werden. Unter dieser Heimwehr darf keinesfalls eine Art von passiver Ersatzreserve für die aktive Truppe verstanden werden, sie nimmt zunehmend eine aktive Rolle im Heimatschutz ein und stellt Spezialisten für alle Bereiche der Streitkräfte ab. Die Heeresheimwehr spielt beispielsweise eine wichtige Rolle in der Terrorprävention, die Marineheimwehr verfügt über rund 200 kleinere Boote zur Überwachung des Seeraumes und die Luftwaffenheimwehr übernimmt Objektschutzaufgaben für Einrichtungen der Luftwaffe.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

Alle Daten und Informationen in diesem Artikel sind auf dem Stand vom August 2007.


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