Philippsburg

Philippsburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Philippsburg
Philippsburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Philippsburg hervorgehoben
49.2369444444448.4547222222222100
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 50,56 km²
Einwohner:

12.418 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76661
Vorwahl: 07256
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 066
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rote-Tor-Straße 10
76661 Philippsburg
Webpräsenz: www.philippsburg.de
Bürgermeister: Stefan Martus
Lage der Stadt Philippsburg im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn DettenheimKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Philippsburg liegt im Norden des Landkreises Karlsruhe in Baden-Württemberg. Überregional bekannt ist die Stadt als Standort des Kernkraftwerks Philippsburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Philippsburg liegt in der Oberrheinischen Tiefebene. Die Stadt liegt zwischen Mannheim, Heidelberg, Speyer, Germersheim, Bruchsal und Karlsruhe.

Stadtgliederung

Die Stadt Philippsburg besteht aus den drei Stadtteilen Huttenheim (2.474 Einwohner am 31. März 2008[2]), Philippsburg (7.403 Einwohner) und Rheinsheim (2.760 Einwohner). Die räumlichen Grenzen der Stadtteile sind identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung erfolgt in der Form „Philippsburg Stadtteil …“. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. In den Stadtteilen Huttenheim und Rheinsheim sind jeweils Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.[3]

Zum Stadtteil Huttenheim gehören das Dorf Huttenheim und das Haus Insel Elisabethenwörth. Zum Stadtteil Philippsburg gehören die Stadt Philippsburg, die Höfe Mittelhof, Schönborner (Neudorfer) Mühle und Unterhof und die Häuser Am Waldweg, Engelsmühle, Fischkutter, Garnisonsmühle, Rheinwärterhaus und Torflager. Zum Stadtteil Rheinsheim gehört das Dorf Rheinsheim.
Im Stadtteil Philippsburg liegen die Wüstungen Gevenhart und Winden.[4]

Nachbargemeinden

Philippsburg grenzt im Uhrzeigersinn (beginnend bei 12 Uhr) an folgende Kommunen: Römerberg, Oberhausen-Rheinhausen, Waghäusel, Bruchsal, Graben-Neudorf, Dettenheim, Germersheim und Lingenfeld.

Geschichte

Ortskern von Philippsburg, Île-de-Ré-Platz mit Sankt-Maria-Kirche

Der Name der Stadt geht auf die Festung Philippsburg zurück, die 1615 von dem Speyerer Bischof Philipp Christoph von Sötern gegründet worden war. Davor hieß die Stadt Udenheim.

Udenheim wurde 764 zum ersten Mal in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Das Hochstift Speyer erwarb den Ort 1316. Ludwig der Bayer erhob Udenheim 1338 zur Stadt. Seit 1371 war es Residenz der Speyerer Fürstbischöfe. Die Gründung der Festung erfolgte, weil sich Speyer durch die umliegenden protestantischen Gebiete in seiner Macht bedroht fühlte. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Herrschaft über den Ort, der große Zerstörungen hinnehmen musste, mehrfach. 1644 nahmen französische Truppen die Stadt ein. Aber auch nach Ende dieses Krieges gingen die Kämpfe weiter: Erst 1676 gelang Reichstruppen nach blutigen Schlachten die Rückeroberung. Aber bereits 1688 obsiegten die Franzosen unter General Ezéchiel de Mélac erneut. Im Frieden von Rijswijk wurde die Stadt dann wieder dem Heiligen Römischen Reich zugesprochen.

Im Polnischen Erbfolgekrieg 1734 wurde die Stadt von den Franzosen belagert. Die blutigen Kämpfe sollen 30.000 Todesopfer gefordert haben.

Durch die Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam Philippsburg dann 1803 an das Großherzogtum Baden und wurde zunächst Sitz des Amtes Philippsburg, das 1864 im Bezirksamt Bruchsal (ab 1939: Landkreis Bruchsal) aufging.

Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Betsaal der Jüdischen Gemeinde von SA-Männern geschändet und angezündet, später zu Wohnzwecken genutzt und 1981 abgerissen. Eine Gedenktafel am Haus Weißetorstraße/Alte Kirchenstraße erinnert an dieses Geschehen.[5]

In Philippsburg überschritt die französische Armee am 1. April 1945 den Rhein um Stuttgart und Friedrichshafen zu besetzen. Seit der Kreisreform 1973 gehört die Stadt zum Landkreis Karlsruhe.

Religionen

Philippsburg war aufgrund der Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer überwiegend römisch-katholisch geprägt. Auch heute noch ist der überwiegende Teil der Bevölkerung römisch-katholischen Glaubens. Außerdem war Philippsburg bis 2008 Sitz eines römisch-katholischen Dekanats im Erzbistum Freiburg. Die erste evangelische Kirche wurde 1936 erbaut.

Eingemeindungen

Politik

Bürgermeister

  • 1871–1893: Hieronymus Christoph Nopp
  • ?-1945: Oswald Kirchgeßner, genannt "Langschäfter"
  • 1948–1959: Rudolf Odenwald
  • 1959–1973: Karl Frank
  • 1973–1989: Fritz Dürrschnabel
  • 1989–2005: Jürgen Schmidt
  • seit 2005: Stefan Martus

Gemeinderat

Kommunalwahl in Philippsburg 2009
 %
40
30
20
10
0
38,1%
32,7%
29,2%
n. k.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
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   8
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   4
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  -8
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-8,3%
+4,1%
+7,2%
-3,0%
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Die Gemeinderatswahl vom 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU 38,14 % (−8,26) – 9 Sitze (−2)
  • SPD 32,67 % (+4,07) – 8 Sitze (+1)
  • FW 29,2 % (+7,2) – 7 Sitze (+2)

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In durch silbernen Faden gespaltenem blauen Schild vorne ein durchgehendes geschliffenes silbernes Kreuz, hinten eine silberne Lilie.“

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Bahnhof

Verkehr

Durch die Bruhrainbahn (Bruchsal - Germersheim) ist Philippsburg an das überregionale Schienennetz angebunden. Geplant ist, die aus Karlsruhe kommende Hardtbahn über Hochstetten hinaus bis Philippsburg zu verlängern.

Außerdem durchquert die Bundesstraße 35 (Germersheim - Illingen) die Stadt

Das Kernkraftwerk
Philippsburg. Im Hintergrund ein Kühlturm des Kernkraftwerks

Ansässige Unternehmen

Philippsburg ist bekannt durch das 1979 in Betrieb genommene Kernkraftwerk Philippsburg der EnBW und die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, die hier das größte Reifenlager Europas der Unternehmensgruppe betreibt.[6] Die Deutsche Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin hat ebenfalls ihren Sitz in Philippsburg, weltbekannt durch die produzierten Signalhörner (Martin-Horn, ugs. Martinshorn).

Gerichte

Philippsburg verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe gehört.

Bildung

Die Gemeinde Philippsburg hat drei Grund- und Hauptschulen: Die Hieronymus-Nopp-Schule [7] in Philippsburg, die Franz-Christoph-von-Hutten-Schule in Huttenheim und die Grund- und Hauptschule in Rheinsheim. Als weiterführende Schule bestehen die Konrad-Adenauer-Realschule und das Copernicus-Gymnasium.

Daneben besteht die Förderschule Nicolaus-von-Myra-Schule. Die in der Kernstadt bestehenden Schulen sind alle Teil eines großen Schulzentrums. Die Musik- und Kunstschule rundet das Angebot ab.

Sonstiges

Die ehemalige Standortschießanlage der Bundeswehr wurde von einem privaten Investor übernommen und zu einer modernen Sportschießanlage umgebaut, auf der regelmäßig große Wettkämpfe und Deutsche Meisterschaften verschiedener Schießsportverbände stattfinden. Insbesondere die Europameisterschaft 2001 im IPSC-Schießen, und die Europameisterschaft 2007 im Silhouettenschießen wurden auf der Anlage ausgerichtet.[8][9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Philippsburger Altrhein

Museen

In Philippsburg gibt es neben dem Heimatmuseum, welches momentan seinen Standort wechselt, auch ein Festungs- und Waffengeschichtliches Museum.

Naturdenkmäler

Der durch Tullas Rheinbegradigung entstandene Altrhein ist heute ein Naherholungsgebiet.

Kriegerdenkmal 1870/71

E-3 - Philippsburg Baden (0BW).jpg

Der Bildhauer Christian Elsässer schuf für Philippsburg ein Kriegerdenkmal, welches am 11. Juni 1899 in Anwesenheit des Großherzogs Friedrich I. von Baden und des Fürsten zu Salm-Grumbach feierlich enthüllt wurde.

Die Inschrift an der Vorderseite des Denkmals lautet:

„DEN TAPFEREN HELDEN
VON 1870/71
DIE DANKBARE STADT
PHILIPPSBURG“

Friedensmonument

In Philippsburg gibt es ein Friedensmonument namens Pax aeterna, das 1988 von dem Bildhauer Giacomo Manzù gestaltet wurde. Es wurde gestiftet von Franz Burda.

Vereine

Philippsburg bietet eine große Anzahl von Sportangeboten und Vereinen (z. B. einen Sportförderclub, Handball, Fußball, Motoball, Angeln, Tauchen, Schwimmen, Judo/Ju-Jutsu, Karate, Kickboxen, Boxen,Tennis und einen Schützenverein). Seit 1994 existiert in Philippsburg eine freie Narrenzunft, die Philippsburger Geese (Geißen).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1831: Johann Georg Stulz von Ortenberg (1771–1832), Wohltäter der Stadt nach dem Hochwasser von 1831
  • 1953: Oskar Frey, Pfarrer und Geistlicher Rat
  • 1958: Franz Burda (1903–1986), Verleger
  • 1969: Johannes Gothe (1898–1979), Geistlicher Rat
  • 1973: Karl Frank (1909–1991), Bürgermeister a. D.
  • 1980: Friedrich Hebbel (1898–1985), Stadtpfarrer i. R.

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstiges

  • Martin Walser verewigte den Ortsnamen 1957 in seinem ersten Roman „Ehen in Philippsburg“, für den er den Hermann-Hesse-Preis erhielt.
  • Wilhelm Jensen verewigte das historische Philippsburg um 1800 mit dem historischen Roman „Am Ausgang des Reiches“.
  • Nikolaus wird von den Philippsburgern (hauptsächlich von den geborenen Philippsburgern) traditionell am 5. Dezember und nicht wie üblich am 6. Dezember gefeiert. Der Legende nach aus folgendem Grund: Während der Belagerung Philippsburgs durch die Franzosen wurde bekannt, dass am 6. Dezember eine Bombardierung der Festung stattfinden sollte. Aus Angst den nächsten Tag und das dazu gehörige Familienfest nicht mehr erleben zu können, wurden die Feierlichkeiten um einen Tag vorverlegt.
  • Stefan Mappus leistete 1987 in der Phillipsburger Salm-Kaserne in der 1./ Raketenartilleriebataillon 122 seinen Grundwehrdienst ab.

Literatur

  • Ekkehard Zimmermann: Philippsburg. Zwischen Republik und Diktatur. Sutton Verlag, Erfurt 2006, ISBN 978-3-86680-031-1
  • Gebhard M. Fieser: „Das Sturmjahr 1849 - Die Ereignisse der badischen Revolution und ihre Folgen im Amtsstädtchen Philippsburg“, Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-522-5
  • Stadtgeschichte Philippsburg: Geschichte der Stadt und ehemaligen Reichsfestung Philippsburg von ihrem Entstehen aus der Burg und dem Dorfe Udenheim bis zum Anfalle derselben an Baden, Speyer 1881, 777 Seiten (vergriffen) [10]

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. „Stadt Philippsburg − Statistiken“
  3. Hauptsatzung der Stadt Philippsburg vom 13. September 2005, zuletzt geändert am 17. Oktober 2006
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 115–117
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 69, ISBN 3-89331-208-0
  6. [backPid]=16&cHash=f82fb6b280 www.reifenpresse.de
  7. Hieronymus-Nopp-Schule in Philippsburg eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule
  8. Europameisterschaft 2001 im IPSC-Schießen
  9. Europameisterschaft 2007 im Silhouettenschießen
  10. Bestand 218 im GLA Karlsruhe; Buchübersicht vom Heimatverein Philippsburg; Pressebericht im Heimatverein

Weblinks

 Wikisource: Philippsburg – Quellen und Volltexte
 Commons: Philippsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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