Pseudois

Pseudois
Blauschaf
Blauschafe

Blauschafe

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Blauschafe (Pseudois)
Art: Blauschaf
Wissenschaftlicher Name
Pseudois nayaur
(Hodgson, 1833)

Das Blauschaf (Pseudois nayaur), auch Bharal genannt, ist eine in zentralasiatischen Gebirgen beheimatete Art der Ziegenartigen. Es gehört trotz seines Namens nicht zu den Schafen, sondern wird zusammen mit dem Zwergblauschaf in eine eigene Gattung (Blauschafe, Pseudois) gestellt, die näher mit den Ziegen verwandt ist.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Im Aussehen erinnern Blauschafe eher an Ziegen als an Schafe. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 1,2 bis 1,7 Metern, wozu noch ein 10 bis 20 Zentimeter langer Schwanz kommt, und eine Schulterhöhe von 75 bis 90 Zentimetern. Ihr Gewicht beträgt 35 bis 80 Kilogramm, wobei die Männchen schwerer als die Weibchen werden. Das Fell dieser Tiere ist grau gefärbt, oft mit einem bläulichem Schimmer; der Bauch und die Rückseiten der Beine sind weiß und die Brust und die Vorderseite der Beine schwarz gefärbt.

Beide Geschlechter tragen Hörner. Bei den Männchen sind diese kräftig, im Querschnitt rund und nach hinten geschwungen; sie erreichen eine Länge von über 80 Zentimetern. Weibchen haben kurze, aufrechte Hörner von nur 20 Zentimeter Länge.

Verbreitung und Lebensraum

Das Blauschaf lebt in der Himalaya-Region sowie in verschiedenen Bergketten Tibets, Xinjiangs und der Inneren Mongolei. Dabei hält sich das Blauschaf in großen Höhen zwischen 3000 und 5000 m, gelegentlich sogar bis 6500 m auf. Hier grasen sie auf alpinen Weiden. Bei Gefahr fliehen sie in steile Hänge, in denen sie sicheren Halt finden, wohin ihnen aber kaum ein Raubtier folgen kann.

Lebensweise

Die Nahrung der Blauschafe besteht aus Gräsern, Kräutern, Moosen und anderem pflanzlichem Material.

Weibchen und Jungtiere bilden Herden von fünf bis 18 Tieren, in seltenen Fällen sind auch größere Gruppen möglich. Außerhalb der Paarungszeit leben die Böcke für gewöhnlich allein oder in Junggesellengruppen. Zur Paarungszeit werden die Böcke gegen ihre Geschlechtsgenossen sehr aggressiv und versuchen, mit teilweise heftigen Kämpfen die Kontrolle über eine Weibchenherde zu erlangen.

Die Paarung erfolgt zwischen Oktober und Januar, nach einer Tragzeit von rund 160 Tagen kommt zwischen Mai und Juli meist ein einzelnes Jungtier zur Welt, gelegentlich auch Zwillinge. Die Jungen werden sechs Monate lang gesäugt, die Geschlechtsreife tritt mit rund eineinhalb Jahren ein. Bei Männchen dauert es allerdings in der Regel bis zu siebten Lebensjahr, bevor sie sich erstmals fortpflanzen können. Die Lebenserwartung beträgt 12 bis 15, in menschlicher Obhut bis 20 Jahre.

Gefährdung

Noch in den 1960er-Jahren gab es über eine Million Blauschafe; diese Zahl ist infolge von Bejagung stark zurückgegangen. Bis 1989 wurden sie wegen ihres Fleisches gejagt, das auch nach Europa exportiert wurde, dann wurde diese Praxis verboten. Die Wilderei stellt aber weiterhin ein Problem dar. Schätzungen der Gesamtpopulation schwanken erheblich und liegen zwischen 45.000 und 400.000. Die IUCN listet die Art als gering gefährdet.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks


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