Rasŏn

Rasŏn
Rasŏn
Chosŏn’gŭl: 라선 직할시
Hancha: 羅先直轄市
McCune-Reischauer: Rasŏn Chikhalsi
Revidierte Romanisierung: Naseon Jikhalsi
Basisdaten
Fläche: 798 km²
Einwohner: 145.427 (Stand: 1. Januar 2005)
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km²
Gliederung:
  • 1 Stadtbezirk (Kuyŏk)
  • 1 Landkreis (Kun)
Verwaltungssitz: zentral verwaltet
Rason-teukbyeolsi in North Korea.svg

Rasŏn (früher Rajin-Sŏnbong) war eine Stadtprovinz in Nordkorea mit 145.427 Einwohnern. Sie entstand 1993 durch Zusammenlegung der Stadt Rajin mit dem Landkreis Sŏnbong zu einer Großgemeinde mit einer Fläche von 798 Quadratkilometer, was etwas größer ist als die Bodenfläche der Stadt Hamburg.

Rasŏn ist Industriezentrum, Freihandelszone, Kulturzentrum und Verkehrsknoten in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Die Stadtprovinz wird von der Regierung in der Hauptstadt Pjöngjang zentral verwaltet. Größte Stadt in der Provinz ist Rajin mit 66.224 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die Stadtprovinz liegt im Nordosten von Nordkorea, am Japanischen Meer. Die Provinz liegt im zentralen Teil Nordostasiens und grenzt entlang des Flusses Tuman an die Volksrepublik China und Russland.

Das ganze Gebiet hat eine Fläche von 798 Quadratkilometer, was etwas größer ist als die Bodenfläche der Stadt Hamburg. Von den insgesamt 145.427 Einwohnern leben 110.525 im städtischen Gebiet (76 Prozent) und 34.902 im ländlichen Bereich (24 Prozent). Die Bevölkerungsdichte beträgt nur 182 Einwohner pro Quadratkilometer. In Hamburg sind es zum Vergleich 2.300.

Zur Stadtprovinz gehören 108 Quadratkilometer Ackerland (13,5 Prozent), 543 Quadratkilometer Wald (68 Prozent), 104 Quadratkilometer Wasser (13 Prozent), 20 Quadratkilometer industriell genutztes Land (2,5 Prozent) und 16 Quadratkilometer Wohnland (2,0 Prozent). Die restlichen sieben Quadratkilometer (1,0 Prozent) dienen anderen Zwecken. Ackerland und Wald haben zusammen einen Anteil von über 80 Prozent an der Gesamtfläche der Provinz.

Obgleich die Stadtprovinz meistens gebirgig ist, besitzt sie keine hohen Berge oder natürlichen Barrieren. Ungefähr 230 Quadratkilometer des Gebietes haben eine Steigung von weniger als 20 Prozent. Die Länge der Küste beträgt 120 Kilometer. Zur Stadtprovinz gehören 21 Inseln, einschließlich der Inseln Taecho, Shihae, Pipa, Kulpo und Uam. Sie besitzt mit Westbonpo und Ostbonpo, zwei der größten natürlichen Seen auf der Koreanischen Halbinsel.

Die größten Städte in der Provinz sind (Stand 1. Januar 2005): Rajin 66.224 Einwohner, Sŏnbong 27.331 Einwohner, Tumangang 9.461 Einwohner und Ungsang 8.410 Einwohner.

Stadtgliederung

Rasŏn gliedert sich in den Stadtbezirk Rajin-guyŏk (라진구역; 區域羅津) und den Landkreis Sŏnbong-gun (선봉군; 先鋒郡).

Klima

Rasŏn liegt in der gemäßigten Klimazone. Die jährliche Mitteltemperatur der Provinz beträgt 6,3 Grad Celsius, die Mitteltemperatur im Januar, dem kältesten Monat, -8,8 Grad Celsius, im August, dem heißesten Monat, 20,9 Grad Celsius. Die tägliche Mitteltemperatur liegt für 205 Tage über fünf Grad Celsius, für 156 Tage über zehn Grad Celsius und für 121 Tage unter null Grad Celsius. Die jährliche durchschnittliche Sonnenscheinrate liegt bei 53 Prozent, mit der höchsten Rate im Juli und der niedrigsten im Februar.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Mittel 770 Millimeter, mit dem meisten Niederschlag im Juni und Juli und dem wenigsten im Januar und Februar. Der Niederschlag im Frühjahr hat einen Anteil von 20-25 Prozent des jährlichen Gesamtniederschlags, der Sommer 55-60 Prozent, der Herbst 10-13 Prozent und der Winter über zehn Prozent. Die Nordwest- und Südostwinde haben eine jährliche durchschnittliche Geschwindigkeit von 3,3 Meter pro Sekunde. Die jährliche durchschnittliche relative Feuchtigkeit beträgt 70 Prozent.

Geschichte

Im Dezember 1991 wurde um die Städte Rajin und Sŏnbong eine Freihandelszone eingerichtet. 1993 löste man die Stadt Rajin (Rajin-shi; 라진시; 羅津市) und den Landkreis Sŏnbong (Sŏnbong-gun; 선봉군; 先鋒郡) aus der Provinz Hamgyŏng-pukto heraus und legte sie zur Großgemeinde Rajin-Sŏnbong zusammen.

Die Stadtprovinz wurde zur besonderen Verwaltungsregion erklärt und unter zentrale Verwaltung der Regierung gestellt. Im Jahre 2000 ist Rajin-Sŏnbong dann in Rasŏn umbenannt worden. Vor Januar 2005 wurde sie jedoch wieder in die Provinz Hamgyŏng-pukto eingegliedert.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Hotel in Rajin 2003

Die Freihandelszone ordnet sich ein in das Förderprogramm des UNDP für die Tumen River Economic Development Area (TREDA), an dem die Volksrepublik China, Russland, die Mongolei sowie Nord- und Südkorea beteiligt sind. Bis zum Jahre 2025 werden den ausländischen Firmen Vorzugsbedingungen eingeräumt, damit sie Investitionen für Transithandel, Industriebetriebe und Tourismus tätigen.

In Rasŏn befindet sich die größte Erdölraffinerie Nordkoreas. Es haben sich Betriebe der Nahrungsmittel- und Textilindustrie, der Holz- und Fischverarbeitung angesiedelt.

Verkehr

Die Stadtprovinz ist Verkehrsknoten mit Straßen- und Eisenbahnverbindungen in den Süden des Landes und in den Norden bis nach Russland und die Volksrepublik China.

Sie besitzt den Hafen Rajin mit einer jährlichen Umschlagskapazität von drei Millionen Tonnen und den Hafen Sŏnbong mit einer Kapazität von zwei bis drei Millionen Tonnen pro Jahr. Diese beiden Tiefseehäfen frieren im Winter nicht ein, was einen Betrieb während des ganzen Jahres garantiert. Weitere sechs Häfen befinden sich entlang der Küste.

Wegen der geographischen Nähe zur Volksrepublik China ist der Seehafen von Rajin ein wichtiger Containerumschlagplatz. Die Docks 3 und 4 wurden deshalb auch von China für 50 Jahre gepachtet und betrieben. Nach nordkoreanischen Angaben können gleichzeitig acht Schiffe mit 10.000 Tonnen Wasserverdrängung und zusätzlich fünf Schiffe mit 5.000 Tonnen Verdrängung abgefertigt werden. Allerdings handelt es sich bei den umgeschlagenen Waren meist um chinesische Im- und Exporte und weniger um nordkoreanischen Handel.


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