Rosa Robota

Rosa Robota
Rózia Robota (im Kreis) als Mitglied der Hashomer Hatzair Jugendgruppe in Ciechanów

Rózia Robota (* 1921 in Ciechanów, Polen; † 5. Januar 1945 im KZ Auschwitz-Birkenau), andere Schreibweisen ihres Vornamens Rojza, Rozia oder Rosa, wurde als eine der vier Frauen hingerichtet, die 1944 am (zweiten) bewaffneten Aufstand des jüdischen Häftlings-Sonderkommandos in den Krematorien III und IV im deutschen KZ Birkenau beteiligt waren.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

In ihrer Jugend gehörte sie der zionistischen Hashomer Hatzair-Bewegung an.

In Auschwitz wurde sie ab 1942 zur Arbeit in der Effektenkammer, auch Kanada genannt, beim Sortieren der Habe inzwischen vergaster Häftlinge gezwungen. Sie beteiligte sich zunächst an der geheimen Verbreitung von Neuigkeiten unter den Häftlingen. Hadassa Zlotnicka, ebenfalls aus Ciechanów, soll R. Robota für diese Widerstandstätigkeit angeworben haben. Sie lernte dort Ala Gertner kennen und freundete sich mit ihr an. Sie beteiligten sich beide über Monate mit anderen am Schmuggel von täglich 3 Teelöffeln an Sprengstoff zu den Häftlingen des Sonderkommandos, um einen Ausbruch vorzubereiten.

Zusammen mit ihr wurden hingerichtet: Ala Gertner, Regina Safirsztajn und Ester Wajcblum. Nach monatelanger Folter fand im Januar 1945 die Hinrichtung wenige Tage vor Auflösung des Lagers auf dem Appellplatz vor den Augen aller Häftlinge statt. Es wurden Rufe der vier Häftlinge überliefert, die zeigen, dass sie moralisch ungebrochen waren. Ihr Aufstand und die damit verbundenen Verzögerungen in der Mordmaschinerie hat möglicherweise zum Überleben vieler Häftlinge geführt, die sonst noch durch die SS vergast worden wären.

Gedenken

Am 7. Oktober 1994 wurde bei einer Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Sonderkommando-Aufstands im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau eine Gedenktafel zu Ehren von Rózia Robota, Ala Gertner, Esther Wajcblum und Regina Safirsztajn im Stammlager Auschwitz enthüllt.

Zur Erinnerung an R. Robota erfolgte die Benennung der Rosa-Robota-Tore in Montefiore Randwick (Sydney).

Literatur

  • Lore Shelley: The Union Kommando in Auschwitz: The Auschwitz Munition Factory Through the Eyes of Its Former Slave Laborers. Lanham, University Press of America, 1996. 421 Seiten. ISBN 0-7618-0194-4 (englisch; A description of the "Union" munition factory in Auschwitz through the eyes of 36 former prisoners. It encompasses the women's resistance movement in the camps, recounts how gun-powder was smuggled to the Sonderkommando for the October 7th uprising, and reveals post-war coverup of the story.)
  • Brana Gurewitsch: Mothers, Sisters, Resisters: Oral Histories of Women Who Survived the Holocaust, Tuscaloosa, AL: The University of Alabama Press, 1998. ISBN 0817309314 (engl.)

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Robota — Rózia Robota (im Kreis) als Mitglied der Hashomer Hatzair Jugendgruppe in Ciechanów Rózia Robota (* 1921 in Ciechanów, Polen; † 5. Januar 1945 im KZ Auschwitz Birkenau), andere Schreibweisen ihres Vornamens Rojza, Rozia oder Rosa, wurde als eine… …   Deutsch Wikipedia

  • Roza Robota — (1921, Ciechanów ndash;January 5, 1945), referred to in other sources as Rojza, Rozia, or Rosa, was one of four women hanged in the Auschwitz concentration camp for their role in the Sonderkommando revolt of October 7, 1944. Born in Ciechanów,… …   Wikipedia

  • Rojza Robota — Rózia Robota (im Kreis) als Mitglied der Hashomer Hatzair Jugendgruppe in Ciechanów Rózia Robota (* 1921 in Ciechanów, Polen; † 5. Januar 1945 im KZ Auschwitz Birkenau), andere Schreibweisen ihres Vornamens Rojza, Rozia oder Rosa, wurde als eine… …   Deutsch Wikipedia

  • Rozia Robota — Rózia Robota (im Kreis) als Mitglied der Hashomer Hatzair Jugendgruppe in Ciechanów Rózia Robota (* 1921 in Ciechanów, Polen; † 5. Januar 1945 im KZ Auschwitz Birkenau), andere Schreibweisen ihres Vornamens Rojza, Rozia oder Rosa, wurde als eine… …   Deutsch Wikipedia

  • Rózia Robota — (* 1921 in Ciechanów, Polen; † 5. Januar 1945 im KZ Auschwitz Birkenau), andere Schreibweisen ihres Vornamens Rojza, Rozia oder Rosa, wurde als eine der vier Frauen hingerichtet, die 1944 am (zweiten) bewaffneten Aufstand des jüdischen Häftlings… …   Deutsch Wikipedia

  • AUSCHWITZ — (Oświęcim), Nazi Germany s largest concentration and extermination camp. The word Auschwitz has become a metaphor for the Holocaust in general, and the phrase after Auschwitz has come to signify the great historical rupture wrought by the murder… …   Encyclopedia of Judaism

  • CIECHANOW — (Pol. Ciechanów), small town in central Poland. Jews were living in Ciechanow in 1569. Almost the entire community, of some 50 families, was annihilated in 1656 during the Polish Swedish war by the troops of stephan czarniecki . The census held… …   Encyclopedia of Judaism

  • List of World War II topics (R) — # R planes # R Adams Cowley # R boat # R. Burnett Miller # R. D. Oliver # R. F. Patrick Cronin # R. G. Waldeck # R. Harmon Drew, Sr. # R. Horne # R. Norris Williams # R4M rocket # Raab Katzenstein RK 26 # RAAF Station Bairnsdale # Rab battalion # …   Wikipedia

  • Liste von Opfern des Nationalsozialismus — Definition: Nach dem Bundesentschädigungsgesetz gilt: „Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung ist, wer aus Gründen politischer Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus oder aus Gründen der Rasse, des Glaubens oder der Weltanschauung durch …   Deutsch Wikipedia

  • Liste mit Opfern des Nationalsozialismus — Definition: Nach dem Bundesentschädigungsgesetz gilt: „Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung ist, wer aus Gründen politischer Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus oder aus Gründen der Rasse, des Glaubens oder der Weltanschauung durch …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”