Samuel Teleki

Samuel Teleki

Graf Sámuel Teleki von Szék [ˈʃaːmuɛl ˈtɛlɛki] (* 1. November 1845 in Dumbrăvioara (ungar. Sáromberke, dt. Scharnberg, Siebenbürgen, damals Österreich-Ungarn, heute Rumänien); † 10. März 1916 in Budapest) war ein österreichisch-ungarischer Politiker, Entdecker und Forschungsreisender.

Sámuel Graf Teleki

Leben

Sámuel Teleki, der einem alten ungarischen Adelsgeschlecht entstammte, verbrachte sein erstes Lebensdrittel damit, die Güter seiner Familie zu verwalten und er machte politische Karriere. So wurde er 1881 Mitglied der Magnatentafel, dem ungarischen Oberhaus. Als passionierter Jäger, fasziniert von den Reiseberichten der großen Afrikaforscher seiner Zeit, spielte Teleki jedoch immer wieder mit dem Gedanken, eine Expedition nach Afrika zu wagen. 1886 war es dann soweit: Gemeinsam mit seinem Begleiter, dem Marineleutnant Ludwig von Höhnel, brach Teleki auf und folgte einer bereits bekannten Route des britischen Forschers Joseph Thomson. 1887 erreichten sie den Fuß des Kilimandscharo, den Teleki vergeblich zu besteigen versuchte. Sie gingen weiter zum Baringosee und dann nördlich, wo sie einen neuen See entdeckten, den sie nach dem Kronprinzen von Österreich Rudolfsee benannten. Ebenfalls auf das Konto Telekis geht die Entdeckung eines zweiten, kleineren Gewässers, des Stefaniesees. Durch die Region Turkana, dem ausgetrockneten Flussbett des Turkwels folgend gelangte die Expedition schließlich im Oktober 1888 nach Mombasa, von wo sie die Heimreise via Sansibar antrat. Bei der Rückfahrt mit dem Schiff ging Teleki bei Aden noch einmal an Land und erkundete das äthiopische Hochland, vermutlich, um eine neue Expedition zu den entdeckten Seegebieten, diesmal aus nördlicher Richtung, vorzubereiten. 1889 kehrten Teleki und Höhnel schließlich nach Europa zurück. Dass der Expedition trotz verschwenderischer Ausrüstung Telekis kein größerer Erfolg beschieden war, lag vor allem an teilweise dilettantischen Fehlern, so irrte die Gruppe zum Beispiel planlos durch das Gebiet, weil ihr bereits in den ersten Tagen sämtliches Kartenmaterial gestohlen worden war. Zudem kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit Einheimischen. Während der Expedition kamen 36 Teilnehmer ums Leben, 34 desertierten. 1895 besuchte Teleki erneut Kenia, ein Versuch, den Kilimandscharo zu besteigen, der mittlerweile von Ludwig Purtscheller und Hans Meyer erstbestiegen wurde, scheiterte jedoch abermals. Danach zog sich Teleki bis zu seinem Tod im Jahre 1916 auf seine ungarischen Güter zurück.

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