Schlacht bei Mursa

Schlacht bei Mursa
Schlacht bei Mursa
Teil von: Usurpation des Magnentius
Datum 28. September 351
Ort bei Mursa in Pannonien (heute Osijek in Kroatien)
Ausgang Sieg des Constantius II.
Konfliktparteien
Römisches Reich/Westen Römisches Reich/Osten
Befehlshaber
Magnus Magnentius Constantius II.
Truppenstärke
36.000 60.000
Verluste
24.000 30.000

Die Schlacht bei Mursa wurde 351 zwischen einer römischen Armee unter dem Kaiser Constantius II. und einer römischen Armee des Usurpators Magnus Magnentius ausgetragen. Magnentius, ein römischer General vermutlich fränkischer Herkunft, hatte sich 350 in Gallien gegen Kaiser Constans erhoben, den er alsbald töten ließ. Von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen, kontrollierte er schnell einen Großteil der Westhälfte des Römischen Reiches, während die Osthälfte weiterhin Kaiser Constantius II., einem Bruder des gestürzten Constans, unterstand. Constantius II. brach angesichts der Ereignisse im Westen einen von ihm zu dieser Zeit gegen die persischen Sassaniden geführten Feldzug ab und führte seine Armee nach Westen. Magnentius zog ihm mit seinen Truppen entgegen. Schließlich trafen beide Heere bei Mursa aufeinander.

Vor der Schlacht entsandte Constantius II. seinen Prätorianerpräfekten Flavius Philippus ins Lager des Magnentius, um diesen zum Rückzug nach Gallien zu bewegen. Zwar blieb diese Mission erfolglos, doch lief in der Folge einer von Magnentius Heerführern mit seinen Truppen zu Constantius II. über.

Die nun bei Mursa zwischen den beiden Armeen ausgetragene Schlacht, in der schließlich die Einheiten Constantius’ II. die Oberhand behalten sollten, war eine der blutigsten in der Geschichte des Römischen Reiches. Nach Zonaras (13,8,17) soll Magnentius zwei Drittel seiner Männer verloren haben, während Constantius II. die Hälfte seiner Armee einbüßte. Insgesamt sollen in der Schlacht 54.000 Soldaten gefallen sein. Berücksichtigt man, dass das Römische Reich zu jener Zeit von äußeren Feinden umgeben war, so dürfte der Verlust so vieler Soldaten in einem Bürgerkrieg zu einer Schwächung des Reichs geführt haben. Zu einem ähnlich desaströsen Ergebnis sollte später auch die noch blutigere Schlacht am Frigidus führen.

Dem Ausgang des Konflikts zwischen Magnentius und Constantius II., der von dem Ergebnis der Schlacht bei Mursa maßgeblich beeinflusst wurde, kam auch in religiöser Hinsicht eine Bedeutung zu. Magnentius hatte den Anhängern des Heidentums wieder mehr Rechte eingeräumt. Constantius II. hingegen war ein überzeugter Christ, der bei Mursa sogar das Schlachtfeld verlassen haben soll, um am nahe gelegenen Grab eines christlichen Märtyrers zu beten.

In diesem Zusammenhang ist wohl auch die Legende zu sehen, nach der dem damaligen Bischof von Mursa die Nachricht des Sieges Constantius II. in der Schlacht bei Mursa von einem Engel überbracht worden sein soll.

Nach seiner Niederlage gab sich Magnentius indes noch nicht vollends geschlagen. Er zog sich vielmehr mit den Resten seiner Truppen nach Gallien zurück, wo er zwei Jahre später am Mons Seleucus endgültig besiegt wurde und daraufhin Selbstmord beging.

Literatur

  • Bruno Bleckmann: Die Schlacht von Mursa und die zeitgenössische Deutung eines spätantiken Bürgerkrieges. In: Hartwin Brandt (Hrsg.): Gedeutete Realität. Krisen, Wirklichkeiten, Interpretationen (3.–6. Jh. n. Chr.). Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07519-4, S. 47–102 (Historia Einzelschriften, Band 134).

Weblinks

  • Artikel in der Encyclopædia Britannica

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