Scott McCloud

Scott McCloud
McCloud, 2007
McCloud auf dem internationalen Comicfestival 2000 in Angoulême

Scott McCloud (eigentlich Scott McLeod, * 10. Juni 1960 in Boston, Massachusetts, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Künstler und -Theoretiker. Weltberühmt wurde McCloud durch seine theoretischen Werke zum Comic, die er als Sach-Comic produzierte: Comics richtig lesen von 1993 (neu bearbeitet 2001) und Comics neu erfinden – Wie Vorstellungskraft und Technologie eine Kunstform revolutionieren von 2000.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Besuch des College begann er 1982 bei dem Comic-Verleger DC, konnte seinen ersten eigenen Comic dort aber nicht unterbringen, da er nicht auf Urheber- und Lizenz-Rechte verzichten wollte. Seine Superhelden-Reihe Zot entstand deshalb bei einem Independent-Verlag.

Neben seiner Comic-Tätigkeit ist McCloud Dozent für digitale Medien am M.I.T. Media Lab und am Smithsonian Institut.

Er lebt mit Frau und zwei Kindern in Kalifornien.

Leistungen

In seinem bis heute wichtigsten Buch, Comics richtig lesen untersucht er in Form eines fortlaufenden Comics die Theorie des Mediums Comic. Durch die Kongruenz von Inhalt und Form erhalten seine theoretischen Erklärungen unmittelbare Bildkraft und Verständlichkeit. Nach einer Einführung in die Geschichte des Mediums Comic im besonderen sowie in die Grundlagen visueller und sequentieller Ästhetik, Kommunikation und Narration im allgemeinen beschreibt er dessen Wirkung auch im Verhältnis zu anderen Kunst- Formen und zeigt ganz nebenbei dessen Magie und Vielfältigkeit auf. Das Werk zählt heute, neben Will Eisners Comics and Sequential Art zu den Standardwerken der Comicforschung.

Comics neu erfinden von 2000 umfasst die Comic-Entwicklungen der 80er und 90er, die das Medium in eine Krise stürzten und lässt den Autoren nach möglichen Auswegen durch die digitale Revolution forschen. Er macht sich Gedanken um die Weiterentwicklung des Comics als interaktives Medium im Zeitalter des Internets. Diese Arbeit wurde und wird stark kontrovers diskutiert. Auf seiner Internetseite demonstriert er die praktischen Möglichkeiten, die das Internet dem Comic bietet und plädiert dafür, dieselben auch auszuschöpfen.

Scott McCloud ist der Erfinder der 24-Stunden-Comics. Bei dieser Variante des Comic-Zeichnens geht es darum, einen kompletten 24-Seiten-Comic im Verlauf von 24 Stunden zu zeichnen.

Werke (Auswahl)

Comics

Comics richtig lesen

Comics neu erfinden

  • Comics neu erfinden – Wie Vorstellungskraft und Technologie eine Kunstform revolutionieren. 1. Auflage. Carlsen, Hamburg 2001 ISBN 3-551-74793-8

Dieser Band ist ein Comic-Sachbuch über das Medium Comic.

Auf über 240 Seiten beschreibt McCloud die in den 80ern und 90ern entstandene Krise des amerikanischen Comics und sucht nach Auswegen. Dabei beschreibt er, welche Auswirkungen die digitale Revolution auf dieses Medium haben werden.

Im ersten Teil („Windmühlen und Riesen“) stellt der Autor jene neun Revolutionen vor, die seine Generation von Comic-Autoren angefangen, aber noch nicht vollendet habe:

  • Comic als Literatur
  • Comic als Kunst
  • Urheberschutz
  • Produktionsbedingungen
  • Öffentliche Wahrnehmung
  • Aufklärung der Institutionen
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Repräsentation gesellschaftlicher Minderheiten
  • Differenzierung der Genres

Der zweite Abschnitt ("Die Welle nehmen") konzentriert sich auf die Möglichkeiten und Herausforderungen, denen sich das Medium im Angesicht der technischen Veränderungen zu stellen habe:

  • Digitale Produktion (Die Produktion von Comics mit digitalen Mitteln)
  • Digitale Verbreitung (Die Verbreitung von Comics mit digitalen Mitteln)
  • Digitale Comics (Die Entwicklung von Comics mit digitalen Comics)

Das Buch erschien im Jahr 2000 und ist in Deutschland im Carlsen Verlag erhältlich.

Es ist eine Weiterführung von Scott McClouds erstem Sach-Comic „Comics richtig lesen – Die unsichtbare Kunst“.

Comics machen

Dieser Band ist eine Analyse der Erstellung und eine Einführung in die Erstellung von Comics.

Es werden unter Anderem die Werkzeuge des Comiczeichners, die Vertriebswege (z.B. Print und Webcomic) sowie Zeichentechniken vorgestellt.

Es ist kein direkter Nachfolger der oben genannten Bücher, da es sich mehr auf das Handwerk bezieht und ein Lehrbuch ist als dass es Comic wissenschaftlich analysieren will. Stilistisch auffällig im Vergleich zu seinen früheren Sachcomics sind die Zwischenabschnitte, Anmerkungen zu dem vorangehenden Kapitel, welche nicht als Comic ausgeführt wurden.

Das Buch erschien im Jahr 2006 unter dem Namen MAKING COMICS im Verlag HarperCollins.

Quellen

  1. „Odds and Ends: McCloud Timeline“ auf www.scottmccloud.com

Weblinks


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