Second Lieutenant

Second Lieutenant

Der Leutnant ist ein militärischer Dienstgrad. In der NATO hat der Leutnant den Rangcode OF-1 (wobei OF für officer steht).

Inhaltsverzeichnis

Historisch

Leutnant ist als Lehnwort „Lieutenant” um 1500 aus dem Französischen in den deutschen Sprachraum gekommen. „lieu tenant“ - in Ableitung von „lieu tenir“ - bedeutet im Französischen „Statthalter“, der Wortstamm geht auf das mittelalterliche „locum tenens” (lat. Statthalter, Stellvertreter) zurück. Im Mittelalter wählte jeder Hauptmann eines Fähnleins einen „Lokotenenten“ bzw. „Leutinger“ als seinen Stellvertreter. In diesem Sinne kann das Wort Leutnant auch im Deutschen verwendet werden, in romanischen Sprachen ist davon „Tenente“ oder „Teniente“ abgeleitet.

Unter den alten französischen Königen war der „Lieutenant du Roi“ der Stellvertreter des Königs im Heer oder in einer Festung. Napoléon Bonaparte erneuerte diesen zwischenzeitlich abgeschafften Titel, indem er den Marschall Soult 1813 als Vizekönig der Pyrenäischen Halbinsel zum „Lieutenant de l'Empereur“ ernannte. Seinen Stief- und Adoptivsohn Eugène de Beauharnais machte der Kaiser zum Vizekönig von Italien. In den französischen Streitkräften und zahlreichen anderen Armeen rangiert der Unterleutnant (Sekondeleutnant) als niedrigster Offiziersdienstgrad unter dem Leutnant.

In einigen deutschen Heeren des 19. Jahrhunderts gab es vor 1871 die Abstufung Oberleutnant (Premierlieutenant) - Leutnant (Secondelieutenant) ohne den Grad „Unterleutnant“.

Deutschland

Leutnant der Bundeswehr
(Sanitätsoffizier-Anwärter, Sanitätstruppe)
Leutnant der deutschen Luftwaffe

Die jetzige Schreibweise ist in Deutschland erst 1899 für den militärischen Gebrauch angeordnet worden.

In der heutigen militärischen Gliederung ist der Leutnant meist als Zugführer oder stellvertretender Kompaniechef vorgesehen. Er gehört zur Dienstgradgruppe der Leutnante bzw. Subalternoffiziere.

Dienstgrad

Der Leutnant bezeichnet in Deutschland einen Soldaten im niedrigsten Offizierdienstgrad bei der Bundeswehr. Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Leutnant zur See.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee Befehle erteilen.

Als Leutnant wird man nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A9 besoldet.

Ausbildung

Bei der Bundeswehr endet die Ausbildung zum Offizier regulär nach 36 Monaten mit der Beförderung vom Oberfähnrich zum Leutnant.

Damit ist zumeist aber nur die truppendienstliche Ausbildung abgeschlossen. So mussten zum Beispiel angehende Sanitätsoffiziere der Bundeswehr (wie zivile Mediziner auch) bis etwa Mitte 2004 noch eine 18-monatige Dienstzeit als Leutnant - Arzt im Praktikum (AIP) absolvieren, bevor sie die Approbation erhielten und dann direkt zum Stabsarzt befördert werden konnten. Bei den Zahnmedizinern der Bundeswehr war dies anders. Aufgrund der zivilen Gesetzgebung brauchten diese keine AIP-Zeit zu absolvieren und wurden direkt vom Oberfähnrich zum Stabsarzt befördert.

Heute ist es durch die Änderung der Approbationsordnung und der Angleichung der Laufbahnen durch die Änderung der Soldatenlaufbahnverordnung anders. Da ein Sanitätsoffizieranwärter durchaus sechs Jahre brauchte, um zum Leutnant befördert zu werden, ist eine Regelbeförderung nach 36 Dienstmonaten eingeführt worden, um die Laufbahn attraktiver zu machen. Dieser Dienstgrad wird bis zur Beförderung zum Stabsarzt, nach Bestehen des Zweiten Staatsexamens, mit dem Zusatz „SanOA” Sanitätsoffizieranwärter geführt. Den Zusatz „AiP” gibt es nicht mehr.

Die deutschen Offizierschulen befinden sich in Dresden (Offizierschule des Heeres), Fürstenfeldbruck (Offizierschule der Luftwaffe) und Flensburg - Mürwik (Marineschule Mürwik).

niedrigerer Dienstgrad
Oberfähnrich
Offizierdienstgrad
Leutnant
höherer Dienstgrad
Oberleutnant
Einordnung: Mannschaften - Unteroffiziere o.P. - Unteroffiziere m.P. - Leutnante - Hauptleute - Stabsoffiziere - Generale/Admirale
Alle Dienstgrade auf einen Blick: Dienstgrade in der Bundeswehr · Die Bundeswehruniformen: Uniformen

Schweiz

Leutnant der Schweizer Armee

In der Schweiz erfolgt die Beförderung zum Oberleutnant (frz. premier lieutenant, ital. primotenente) nach „Armee XXI“ nach Absolvierung der gesamten Ausbildung zum Leutnant (inkl. des Praktischen Dienstes d.h. das Abverdienen in einer VBA) und zwei WK als Leutnant bzw. nach vier Gradjahren als Leutnant.[1]

Als Miliz-Leutnant muss man jährlich rund vier Wochen Dienst leisten (eine Woche Kadervorkurs, drei Wochen Wiederholungskurs). Insgesamt muss ein Leutnant bzw. Oberleutnant 600 Diensttage absolvieren bis zur Entlassung. Der Ernennung zum Subalternoffizier geht eine Offiziersschule von normalerweise 15 Wochen voran, deren Höhepunkt die Durchhalteübung (mindestens sieben, im Normalfall acht bis neun Tage) ist. Ebenfalls beinhaltet ist der 100-Kilometer-Marsch, den aber nicht mehr alle Verbände absolvieren. Bei der Logistik, Artillerie, Übermittlungs-/Führungsunterstützungstruppen (Uem/FU), Genie- und Rettungstruppen, den Panzertruppen und der Infanterie ist er aber immer noch fester Bestandteil des Solls eines Offiziers. Der 100-Kilometer-Marsch wird an einem Stück durchgeführt, Dauer etwa 18 bis 22 Stunden. Bei den berittenen Veterinärtruppen wird zusätzlich zum 100-Kilometer-Marsch ein 100-Kilometer-Ritt absolviert.

Neben den Bezeichnungen in den drei Kommandosprachen der Schweizer Armee wird er in Auslandseinsätzen auch als Second Lieutenant bezeichnet (2Lt). NATO-Code: OF-1.

Österreich

Rangabzeichen österreichischer Leutnant

In Österreich ist der Leutnant ebenso der niedrigste Offiziersdienstgrad, für den ein 8-semestriges (ab September 2008: sechssemestrigen) Studium im Studiengang Militärische Führung an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt notwendig ist. Da es sich dabei um ein Fachhochschulstudium handelt, schließen die Offiziersanwärter mit der Sponsion zum Bachelor (FH) ab. Anders ist die Ausbildung beim Leutnant der Miliz, der mit einigen Truppenübungen und Prüfungen ebenfalls zum Leutnant befördert wird. Dieser schließt aber nicht mit dem Bachelor ab.

Niedrigerer Dienstgrad
Fähnrich
Dienstgrad
Leutnant
Höherer Dienstgrad
Oberleutnant
Einordnung: Rekruten - ChargenUnteroffiziereOffiziere
Alle Dienstgrade auf einen Blick: Bundesheer-Dienstgrade
Schulterdistinktion eines Leutnants der österreichischen Bundespolizei

Außerdem wird die Verwendungsbezeichnung Leutnant für Leitende Beamte (E1) der Exekutive in Österreich, dazu gehören Bundespolizei und Justizwache, während der Grundausbildung zum Leitenden Beamten verwendet. Da es sich bei den genannten Wachkörpern um zivile Körperschaften handelt, die lediglich nach militärischem Muster organisiert sind, handelt es sich jedoch nicht um „Polizeioffiziere”, sondern sie führen lediglich Offiziersränge als Verwendungsbezeichnung.

Andere Länder

Es gibt zwei unterschiedliche Bezeichnungen für den Rang Leutnant:

  • als Leutnant wie z. B. in:
  • als Unterleutnant oder Zweiter Leutnant wie z. B. in:

Quellen

  1. [1] (pdf)

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