Simon de Coline

Simon de Coline
A stella. Seite aus den Silvae des Publius Papinius Statius, gedruckt von Simon de Coline, Paris 1530

Simon de Coline (Geburtsdatum unbekannt, † vermutlich 1546) war ein französischer Graveur und Drucker, der im 16. Jahrhundert die Typografie in Frankreich nach italienischem Vorbild erneuerte.

Leben und Werk

Simon de Colines genaue Herkunft ist unbekannt; er stammte entweder aus Gentilly in der Nähe von Paris oder aus Pont-de-Coline in der alten Picardie. In den Jahren zwischen 1520 und 1546 war er in Paris als Buchdrucker tätig. Er war Mitarbeiter gewesen von Henri Estienne d. Ä. (* 1470), dessen Teilhaber und Erbe er wurde. Nach Estiennes Tod im Jahre 1520 übernahm er dessen Offizin und heiratete Estiennes Witwe Guyonne Viart, die vormalige Witwe des Pariser Druckers Jean Higman.

Simon de Coline hatte begonnen als Formschneider von Stempeln und Drucktypen, als Drucker entwickelte er wie Geoffrey Tory und Claude Garamond eine als besonders elegant angesehene Antiqua mit dem Ziel, das Schriftbild aus seinen traditionellen, nach dem Muster mittelalterlicher Handschriften geprägten Beschränkungen zu lösen. Er machte in Frankreich die italienischen Drucktypen populär, vor allem auch deren Kursive. Nach dem Vorbild des Italieners Aldus Manutius brachte Simon de Coline die Texte der antiken Klassiker im Taschenformat heraus für die Studenten.

Literatur

  • Simon de Coline: An Annotated Catalogue of 230 Examples of his Press, 1520 – 1546. Salt Lake City, 1995
  • Ph. Renouard: Bibliographie des Editions de Simon de Colines, 1520-1546. Nieuwkoop, 1962

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