Bahnstrecke Essen-Kettwig–Mülheim-Styrum

Bahnstrecke Essen-Kettwig–Mülheim-Styrum
Düsseldorf–Hagen
Kursbuchstrecke (DB): 450.1, 450.3, 450.6,
450.7, 450.9, 450.11
Streckennummer: 2400
Streckenlänge: 80 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Zweigleisigkeit: Düsseldorf Hbf – Essen-Werden
Essen-Kuperdreh – Essen-Überruhr
Bochum-Dahlhausen – Hattingen
Wengern Ost – Hagen Hbf
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Legende
Strecke – geradeaus
von Köln und von Mönchengladbach
0,0 Düsseldorf Hbf
S-Bahnhof
1,1 Düsseldorf Wehrhahn
S-Bahnhalt…
2,1 Düsseldorf-Zoo
S-Bahnhalt…
3,3 Düsseldorf-Derendorf Hp
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
4,0 Düsseldorf-Derendorf Dp (Abzw) nach Duisburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
5,4 Vogelsang (Abzw)
zum Bahnhof Düsseldorf-Derendorf
S-Bahnhalt…
6,0 Düsseldorf-Rath Mitte
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Troisdorf
S-Bahnhof
7,1 Düsseldorf-Rath
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Mülheim-Speldorf
S-Bahnhof
10,1 Ratingen Ost
Kilometer-Wechsel
11,1
10,8
Wechsel der Kilometrierung
Planfreie Kreuzung – oben
Angertalbahn
S-Bahnhof
15,5 Hösel Kleinbahn Heiligenhaus-Hösel
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Höseler Tunnel (326 m, eingleisig)
Niederbergbahn von Heiligenhaus
S-Bahnhalt…
19,4 Kettwig Stausee
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ruhr
Untere Ruhrtalbahn von Mülheim-Styrum
S-Bahnhof
20,7 Kettwig
25,0 Essen-Werden (alter Bf)
S-Bahnhof
25,3 Essen-Werden
nach Essen Hbf
31,6 Essen-Heisingen
33,0 Kupferdreh Ruhrbrücke
Ruhr (Baldeneysee)
Hespertalbahn von Hesperbrück
Blockstelle, Awanst, Anst, etc.
33,7 Essen-Kupferdreh Hespertalbahn (Awanst)
ehem. Bf Essen-Kupferdreh (Keilbahnhof)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
33,7 von Wuppertal-Vohwinkel
S-Bahnhalt…
36,5 Essen-Holthausen
S-Bahnhalt…
37,8 Essen-Überruhr (Hp Abzw)
nach Bochum-Dahlhausen
41,7 Zeche Theodor (Anst)
Bahnstrecke Mülheim-Heißen–Altendorf (Ruhr)
von Mülheim-Heißen
42,7 Altendorf (Ruhr)
Ruhr
von Essen-Überruhr
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
44,1 Bochum-Dahlhausen Eisenbahnmuseum
Bahnhofsteil von Bochum-Dahlhausen
S-Bahnhof
45,1 Bochum-Dahlhausen
nach Bochum-Langendreer
48,5 Hattingen (Ruhrbrücke)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ruhr
Neubaustrecke nach Hattingen Stadtmitte
49,4 Hattingen (Ruhr) Keilbahnhof
zur Bahnstrecke Hattingen–Wuppertal
City-Tunnel Hattingen (100 m)
1,2 Hattingen (Ruhr) Mitte
Museumseisenbahn RuhrtalBahn Hattingen–Hagen
Blockstelle, Awanst, Anst, etc.
51,0 Hattingen (Ruhr) Thyssen (Anst)
51,5 Welper (Bbf)
Haltepunkt, Haltestelle
52,7 Hattingen (Ruhr) Heinrichshütte
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Blankensteiner Tunnel (74 m)
Haltepunkt, Haltestelle
54,7 Blankenstein (Ruhr) Burg
Bahnhof, Station
56,6 Blankenstein (Ruhr)
Kleinbahn Bossel–Blankenstein
Bahnhof, Station
59,2 Herbede
Haltepunkt, Haltestelle
61,0 Ruine Hardenstein
Haltepunkt, Haltestelle
62,5 Zeche Nachtigall
62,7 Witten-Bommern Gbf
Haltepunkt, Haltestelle
64,1 Witten-Bommern Hp
Planfreie Kreuzung – unten
Bahnstrecke Witten–Wengern Ost/Schwelm
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Witten
Bahnhof, Station
67,5 Wengern Ost
68,0 Thyssen (Anst)
70,0 Oberwengern
70,8 Schockemöhle (Wilshaus) (Anst)
72,0 Volmarstein
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Dortmund Hbf
Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd
76,0 Hagen-Vorhalle
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Herdecke
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Hagen-Eckesey
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
obere Ruhrtalbahn nach Schwerte
Brücke über Wasserlauf (groß)
Volme
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
obere Ruhrtalbahn von Schwerte
80,2 Hagen Hbf
Strecke – geradeaus
nach Wuppertal

Die Ruhrtalbahn ist eine teilweise historische Eisenbahnstrecke von Düsseldorf-Rath über Essen-Kupferdreh, Bochum-Dahlhausen, Witten-Herbede, Hagen-Vorhalle und Schwerte nach Warburg. Errichtet wurde sie 1872 bis 1876 von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft, einer der drei großen privaten Eisenbahngesellschaften im Ruhrgebiet. Sie gilt als Beispiel dafür, dass Flusstäler wegen ihrer in der Regel gleichmäßigen Steigung seinerzeit für die Anlage von Eisenbahnstrecken besonders gut geeignet waren.

Die Ruhrtalbahn diente in erster Linie der Kohleabfuhr zum Hafen Ruhrort unter Umgehung des Heißener Berges. Anschlussbahnen sorgten hier für ein hohes Verkehrsaufkommen in der Blütezeit des Steinkohlenbergbaus an der Ruhr und bedingt durch die Stahlerzeugung auf der Henrichshütte in Hattingen.

Neben der Ruhrtalbahn, die in ihrem westlichsten Abschnitt von Kettwig bis Düsseldorf nicht an der Ruhr entlang führt, existierte noch die untere Ruhrtalbahn von Kettwig entlang der Ruhr nach Styrum, welche aber bis 1978 stillgelegt und danach abgebaut wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

S-Bahn im Bahnhof Essen-Werden
Der Bahnhof Hattingen (Ruhr) an der Ruhrtalbahn

Stammstrecke

Die Stammstrecke der Ruhrtalbahn führt seit 1872 zunächst von Oberbilk BME (heute Düsseldorf-Oberbilk) über Düsseldorf BME (heute Düsseldorf Hbf), Düsseldorf-Derendorf, Düsseldorf-Rath und Ratingen Ost in einem Tunnel durch den Höseler Berg und mit einer Brücke über die Ruhr ins Tal nach Kettwig, verläuft auf der rechten (d. h. nördlichen) Ruhrseite über Essen-Werden nach Essen-Heisingen und überquert wiederum den Fluss nach Kupferdreh. Von dort ist sie bis Essen-Überruhr vereint mit der schon seit 1847 bestehenden Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr, die 1863 nach Übernahme durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn über eine neue Ruhrbrücke über Steele Hbf mit den Strecken Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg und Steele Hbf–Dahlhausen (Ruhr) verbunden worden war. 1874 erfolgt zusätzlich der Bau einer zweiten Verbindung auf der gegenüber liegenden (südlichen) Ruhrseite über Altendorf (Ruhr) mit einer weiteren Ruhrbrücke nach Dahlhausen (Ruhr). 1877 wurde eine Strecke von Werden nach Essen Hbf gebaut.

Ab 1926 zweigte etwa dort, wo später der Bahnhof Kettwig Stausee entstand (damals Blockstelle Pusch), die Niederbergbahn nach Wülfrath über Heiligenhaus und Velbert ab. Die Teilstrecke bis Heiligenhaus wurde bereits 1960 wieder stillgelegt.

Untere Ruhrtalbahn

Hauptartikel: Untere Ruhrtalbahn

Seit 1876 mündete in Kettwig über eine tiefer liegende Brücke die Untere Ruhrtalbahn in die Ruhrtalbahn ein. Die Strecke zweigte in Styrum von der Stammlinie Duisburg–Essen–Witten ab und verlief auf der linken Ruhrseite über Broich, Saarn, Mintard und Kettwig vor der Brücke. In Broich befand sich eine Verbindungskurve zur Rheinischen Bahn mit Anschluss zum Bahnhof Speldorf.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden nebeneinanderliegenden Kettwiger Eisenbahnbrücken über die Ruhr, so wie auch diejenige der Unteren Ruhrtalbahn bei Styrum, zerstört. Wieder aufgebaut wurde in Kettwig nur das obere Brückenbauwerk im Zuge der Ruhrtalbahn Kettwig–Düsseldorf. Die Personenzüge der Unteren Ruhrtalbahn endeten von Mülheim kommend anfangs in Kettwig vor der Brücke, ab 1953 in einem provisorischen Endhaltepunkt unterhalb des Bahnhofs Kettwig Stausee, wo zwischen den beiden getrennten Strecken umgestiegen werden konnte. Die zerstörte Brücke wurde nicht wieder aufgebaut, heute zeugt nur noch ein im Kettwiger Stausee stehender Pfeiler von dem früheren unteren Brückenbauwerk.

In Mülheim war der Bahnhof Speldorf an Stelle von Styrum und Mülheim neuer Endpunkt der Ruhrtalbahn. Sämtliche aus Richtung Speldorf kommenden Personenzüge mussten die Verbindungskurve in Broich durchfahren, um anschließend rückwärts an den Bahnsteig im Bahnhof Broich zurückgedrückt zu werden. Anschließend konnte der Zug in Richtung Kettwig weiterfahren. Züge aus Kettwig machten die Prozedur in umgekehrter Reihenfolge. Lokomotiven wurden statt vom Bahnbetriebswerk (Bw) Styrum vom Bw Speldorf aus versorgt.

Mittlere Ruhrtalbahn

Die Mittlere Ruhrtalbahn wurde 1869 von Dahlhausen (Ruhr) über Hattingen auf der linken (südlichen) Ruhrseite bis zur Henrichshütte in Welper und 1874 über Herbede und Wengern Ost nach Vorhalle gebaut.

Obere Ruhrtalbahn

Hauptartikel: Obere Ruhrtalbahn

Die Obere Ruhrtalbahn verläuft seit 1870 von Schwerte, dem Flusslauf folgend, über Fröndenberg/Ruhr nach Arnsberg, seit 1871 bis Meschede, seit 1872 bis Bestwig und seit 1873 über Brilon-Wald nach Warburg. Im Elleringhauser Tunnel bei Olsberg überwindet sie die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser.

Stilllegungen

Der Personenverkehr wurde 1959 zwischen Überruhr und Dahlhausen, 1965 zwischen Werden und Kupferdreh und 1968 zwischen Mülheim und Kettwig Stausee aufgegeben, der Güterverkehr auf diesen drei Teilstrecken folgte abschnittsweise 1966/1968, 1965/1978 und 1968/1978; diese Abschnitte sind danach abgebaut worden.

Auf dem Abschnitt Hattingen–Herbede wurde der Personenverkehr am 23. Mai 1971 eingestellt, der Güterverkehr zwischen Blankenstein und Herbede am 31. Dezember 2001.

Heutige Nutzung

Zur Zeit werden im Öffentlichen Personennahverkehr die Streckenabschnitte

  • Düsseldorf–Essen-Werden von der S 6,
  • Essen-Überruhr–Essen-Kupferdreh von der S 9,
  • Bochum-Dahlhausen–Hattingen von der S 3 sowie
  • Schwerte–Warburg (DB-Kursbuchstrecke 435) vom Sauerland-Express (RE 17) und Dortmund-Sauerland-Express (RE 57) genutzt.

Auf einem Teilabschnitt (zwischen Herbede und Wengern) ist befindet sich der Von-Ruhr-zur-Ruhr-Radweg in der Lage des zweiten Streckengleises.

Touristikeisenbahn RuhrtalBahn

Haltepunkt Ruine Hardenstein

Die (mittlere) Ruhrtalbahn wird seit Anfang 2005 als Eisenbahn für den touristischen Linienverkehr auf dem Streckenabschnitt Bochum-Dahlhausen–Hattingen (Ruhr)–Herbede–Wengern Ost–Hagen-VorhalleHagen Hbf genutzt, nachdem zuvor (seit 1981) das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen in eigener Regie den Abschnitt Hattingen–Wengern Ost betrieben hatte. Eigentümer der Strecke ist der Regionalverband Ruhr (RVR). Die Streckenunterhaltung wird von der TouristikEisenbahn Ruhrgebiet GmbH, einer hundertprozentigen Tochter des RVR, durchgeführt. Die Strecke wird entweder von historischen Dampfzügen des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen oder nostalgischen Schienenbussen befahren. Betreiberin ist die RuhrtalBahn Betriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Hagen. 2007 fuhren 40.000 Menschen mit Schienenbus und Dampfzug zwischen Dahlhausen und Hagen.

Die Linie „R“ (Ruhrtalbahn) fährt vom Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen über Hattingen, Henrichshütte, Blankenstein Burg, Haus Kemnade, Witten-Herbede, Ruine Hardenstein, Zeche Nachtigall, Witten-Bommern, Wengern-Ost, Hagen-Vorhalle (mit dem Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen) bis Hagen und zurück. Im Frühjahr 2007 wurde die Haltestelle Henrichshütte in Hattingen offiziell eröffnet. Von dort aus ist das Westfälische Industriemuseum Henrichshütte durch einen kurzen Fußweg von circa fünf Minuten zu erreichen.

Seit April 2007 fährt die RuhrtalBahn einmal monatlich auf der Linie „T“ (Teckel) über Hagen Hbf hinaus bis Ennepetal-Kluterthöhle an der Ennepetalbahn. Diese Strecke führt ähnlich einer Straßenbahn mitten durch die Städte (Hagen, Gevelsberg). Außerdem benutzt sie den Kruiner Tunnel. Ab 2009 beginnen/enden die Fahrten in Herdecke, auf der Strecke dahin wird der Herdecker Viadukt benutzt.

2009 wurde die Linie „Z“ (Zechenexpress) in Betrieb genommen. Sie fährt einmal monatlich von Bochum-Dahlhausen über Zeche Nachtigall, Schwerte (Ruhr), Dortmund-Hörde (Phoenix-See), Dortmund Hauptbahnhof, Dortmund-Huckarde Nord (Kokerei Hansa) nach Dortmund-Bövinghausen Zeche Zollern.

Siehe auch

Weblinks


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