Bahnstrecke Haldensleben–Eilsleben

Bahnstrecke Haldensleben–Eilsleben
Haldensleben–Eilsleben
Kursbuchstrecke (DB): ex 313 (DBAG),
ex 741 (DR), ex 209h (DR)
Streckennummer: 6891
Streckenlänge: 32 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Oebisfelde
   
von Weferlingen
   
von Gardelegen
Bahnhof, Station
0,0 Haldensleben
   
nach Magdeburg
   
3,7 Haldensleben Alt
   
5,3 Hundisburg
   
8,1 Ackendorf
   
11,1 Schackensleben
   
16,4 Nordgermersleben
   
19,0 Brumby-Emden
   
22,5 Erxleben-Uhrsleben
   
A 2
   
26,1 Hakenstedt
   
von Magdeburg und Blumenberg
Bahnhof, Station
31,7 Eilsleben
   
nach Schöningen
Strecke – geradeaus
nach Helmstedt

Die Bahnstrecke Haldensleben–Eilsleben war eine Bahnstrecke in der Sachsen-Anhalt, die die Kreisstadt Haldensleben mit dem Bahnknoten Eilsleben verband.

Geographie

Die Strecke verlief von Haldensleben in meist südwestlicher Richtung nach Eilsleben. Dabei wird überwiegend flaches, landwirtschaftlich genutztes Land der nördlichen Magdeburger Börde durchfahren. Entlang der Strecke liegen ausschließlich Dörfer. Der Verlauf der Strecke ist auffallend kurvenreich, da sie vorrangig die vorhandenen Zuckerfabriken bedienen musste.

Geschichte

Im Gebiet zwischen Haldensleben und Eilsleben etablierten sich zwischen 1865 und 1883 insgesamt fünf Zuckerfabriken. Zudem wurde eine Bahnstrecke zur Abfuhr zahlreicher weiterer landwirtschaftlicher Güter benötigt. Die Neuhaldensleber Eisenbahn-Gesellschaft wurde am 30. November 1886 gegründet, um den Bau der Strecke in der damaligen preußischen Provinz Sachsen zu ermöglichen. Der Güterverkehr begann auf einer Teilstrecke am 17. Oktober 1887, der Personenverkehr und der restliche Güterverkehr am 3. November 1887. Den Betrieb führte die Centralverwaltung für Secundairbahnen Herrmann Bachstein. Eine geplante Stichstrecke von Nordgermersleben nach Alvensleben wurde nicht realisiert.

Anfangs betrug die Fahrtdauer auf der 32 Kilometer langen Strecke 90 bis 120 Minuten, da gleichzeitig viel Fracht befördert werden musste. Später verringerten sich die Fahrzeiten in Abhängigkeit vom Streckenzustand.

Ab 1932 wurde der Personenverkehr mit einem selbstgebauten Schlepptriebwagen durchgeführt; die bis dahin verkehrenden Personenzüge mit Güterbeförderung entfielen. Zum Bau der damaligen Reichsautobahn Hannover–Magdeburg wurden in den 1930er Jahren bei Erxleben-Uhrsleben und Schackensleben Verladestationen eingerichtet. Am 19. Januar 1938 wurde eine von der Strecke abzweigende Industrie- und Hafenbahn in Neuhaldensleben eröffnet. Diese verband den Bahnhof mit dem neuen Hafen am Mittellandkanal.

Ein Kraftomnibusverkehr kam am 1. Januar 1939 unter der Firma Kraftverkehr Haldensleben GmbH hinzu. Nachdem die Stadt Neuhaldensleben ihren Namen in Haldensleben geändert hatte, lautete ab dem 28. Juni 1940 der Name der Gesellschaft Haldensleber Eisenbahn-Gesellschaft AG.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Strecke von größeren Schäden verschont. Sie wurde gelegentlich zur Umgehung des Bahnknotens Magdeburg benutzt.

Ab 1. März 1946 wurde die Bahn unter staatliche Verwaltung gestellt. Sie unterstand fortan den Sächsischen Provinzbahnen GmbH. Im Sommer 1947 war der Abbau der Strecke als Reparationsleistung geplant. Dies konnte aber durch die örtliche SED-Kreisleitung verhindert werden. Am 15. August wurde die Haldensleber Eisenbahn enteignet. Am 1. April 1949 wurde die Strecke in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert.

Die Zahl der Personenzugpaare belief sich in den 1950er Jahren auf drei bis fünf, die mindestens 66 Minuten für die Strecke brauchten. 1966 war die Reisezeit aufgrund des schlechten Oberbaus auf rund 90 Minuten angestiegen. 1971 erfolgte eine Instandsetzung und Vereinfachung des Betriebs, so dass die Reisezeiten schrittweise auf rund 56 Minuten (1978) sanken.

Nach der Wende nahm der Verkehr ständig ab. Besonders stark litt nach der Schließung der Zuckerfabriken der Güterverkehr, der am 31. Dezember 1994 eingestellt wurde. Der Personenverkehr wurde 1996 auf Zweistundentakt umgestellt, bei erneut gesunkenen Reisezeiten. Es fuhren Schienenbusse der Baureihe 771. Trotzdem fuhren zum 29. Mai 1999 die letzten Personenzüge, da der Verkehr durch das Land Sachsen-Anhalt abbestellt wurde. Zum 22. Dezember 2000 wurde die Strecke stillgelegt. Die Brücke über den Mittellandkanal wurde im März 2007 demontiert. Lediglich die Hafenbahn in Haldensleben wird heute noch bedient (Stand: Juli 2008).

Literatur

  • Dirk Endisch: Klein- und Privatbahnen im Ohrekreis (S. 11–64). Dirk Endisch, Korntal-Münchingen 2007, ISBN 978-3-936893-12-0

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