Strich und Faden

Strich und Faden

Die Redewendung „nach Strich und Faden“ ist eine Qualitätsaussage und bedeutet, etwas gut, gründlich, nach allen Regeln (der Kunst) und vollständig tun bzw. getan zu haben. Heute wird sie meist in negativem Sinn gebraucht, z. B. nach Strich und Faden betrügen – jemanden völlig und mit allen Tricks hintergehen, oder auch "jemanden nach Strich und Faden verprügeln".

Die Begriffe stammen aus dem Weberhandwerk: Strich steht für die Webart des Werkstücks, Faden für den Fadenbruch oder gebrochenen Faden. Man prüfte nach dem Weben eines bestimmten gewobenen Stoffstücks oder -abschnitts, ob die Arbeit hinsichtlich des geforderten Webmusters – des Striches – korrekt (in Farbe, Muster, Festigkeit) ausgeführt worden ist und ob kein Fadenbruch vorliegt. Fiel diese „Prüfung nach Strich und Faden“, also nach Webart und auf Fadenbruch, positiv aus, war das gewebte Stück korrekt und gründlich hergestellt worden. Der Begriff fand während des 19. Jahrhunderts als Redewendung in die Sprache Eingang.

Siehe auch

Faden#Verwendung im übertragenen Sinn


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  • Nach Strich und Faden —   Diese Wendung stammt aus der Sprache der Weber. Ein Gewebe musste in früherem Sprachgebrauch nach Strich (= Webart) und Faden (= Material) einwandfrei sein und wurde auf diese beiden Komponenten hin gründlich überprüft. Heute wird die Wendung… …   Universal-Lexikon

  • Strich — Strich: Das altgerm. Substantiv mhd., ahd. strich, got. striks, niederl. streek, engl. streak (beachte auch schwed. streck »Strich«) gehört ablautend zu dem unter ↑ streichen behandelten Verb. Ursprünglich bedeutete es »gezogene, gestrichene… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Faden (Begriffsklärung) — Faden bezeichnet: Faden, das Grundelement einer Textilie Faden (Holz), ein Brennholzmaß Faden (Garn), ein Garn und Wollmaß den Ariadnefaden in der griechischen Mythologie ein Gewässer in Niederösterreich, siehe Fadenbach ein altes, in der… …   Deutsch Wikipedia

  • Strich — Jemanden auf dem Strich haben: ihn nicht mögen, nicht leiden können, ihm feindlich gesinnt sein, eigentlich: ihn töten (erschießen) wollen. Die Redensart ist auch mundartlich verbreitet, zum Beispiel heißt es in Berlin: ›Den hab ick uf n Strich‹ …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Faden — Auf antike Wurzeln zurück geht die Redensart: Es hängt an einem (seidenen) Faden: die Lage ist kritisch, bedrohlich oder lebensgefährlich, griechisch ek trixos krematai, lateinisch z.B. bei Ennius (Fragm. 109): »Tota Etruria fillo pendebit«; vgl …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Strich — Strịch der; (e)s, e; 1 eine meist gerade Linie, die man malt oder zeichnet <ein dicker, dünner, feiner Strich; einen Strich (durch, unter etwas) machen, (mit dem Lineal) ziehen>: etwas in groben Strichen zeichnen; etwas mit dicken roten… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Fäden — Garnspulen Paketschnur …   Deutsch Wikipedia

  • Faden — Garnspulen Paketschnur …   Deutsch Wikipedia

  • Strich — »Den hab ick uff’n Strich.«, auf den habe ich eine Wut. Wer »uff’n Strich jeht«, der prostituiert sich. »Den hab ick nach Strich und Faden verbleut!« …   Berlinerische Deutsch Wörterbuch

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