Svavsted

Svavsted
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwabstedt
Schwabstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwabstedt hervorgehoben
54.3958333333339.187222222222212Koordinaten: 54° 24′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 12 m ü. NN
Fläche: 19,64 km²
Einwohner: 1331 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25876
Vorwahl: 04884
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 116
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Hermann Salzwedel (CDU)
Lage der Gemeinde Schwabstedt im Kreis Nordfriesland
Karte

Schwabstedt (dänisch: Svavsted, friesisch: Swåbstääist) ist ein Luftkurort im Kreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Verkehr

Schwabstedt liegt etwa zwölf km südöstlich von Husum und sechs km nordöstlich von Friedrichstadt am Unterlauf der Treene.

Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Schwabstedt, Lehmsiek, Schwabstedter Westerkoog (eingemeindet 1975) und Hollbüllhuus (eingemeindet 1976). Schwabstedt ist Mittelpunkt für die selbständigen Kirchspielgemeinden Fresendelf, Hude, Ramstedt, Süderhöft und Wisch.

Schwabstedt grenzt an die Gemeinden Norderstapel, Wohlde, Drage, Seeth und Winnert. Etwa fünf km südlich verläuft die Bundesstraße 202 von St. Peter-Ording über Friedrichstadt nach Rendsburg.


Ortsteile

Lehmsiek

Lehmsiek liegt auf einer Anhöhe zwischen Schwabstedt und Winnert und grenzt an den Lehmsieker Wald und an das 631 ha große Naturschutzgebiet Wildes Moor. Hier stand um die letzte Jahrhundertwende ein kleiner Vergnügungspavillon, das "Lusthaus".

Schwabstedter Westerkoog

Hollbüllhuus

Ur- und Frühgeschichte

Die frühesten Spuren menschlicher Aktivität auf dem Gemeindegebiet sind mehr als 6000 Jahre alt. Es handelt sich hierbei um ein Kernbeil des Mesolithikums (ca. 10.000-4300 v. Chr.). Ein Messer aus Hirschgeweih soll sogar mehr als 10.000 Jahre alt sein.
Aus der Jungsteinzeit (ca. 4300-2300 v. Chr.), als die Menschen sesshaft wurden und erstmals von Ackerbau und Viehzucht lebten, haben sich zahlreiche Steinbeile, Meißel, Dolche und andere Geräte aus Flint erhalten. Bei Erdarbeiten zum Bau der Schule wurden 1950 Reste einer steinzeitlichen Schmiede gefunden. Außerdem können mehrere Grabhügel in diese Epoche datiert werden, da sich in ihnen Grabkammern aus Stein erhalten haben. Andere Hügel stammen dagegen aus der frühen Bronzezeit (ca. 2300-1700/1600 v. Chr.), wie entsprechende Grabbeigaben (Bronzemesser und Dolche) nahelegen. Der größte der vorgeschichtlichen Hügel ist der "Glockenberg" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hügel beim Kirchspielsort Hude), auf dem heute der Glockenturm der Schwabstedter St. Jacobi-Kirche steht. Im Dorf hält sich die Sage, dass dort ein Kriegerfürst mit seinem Pferd begraben wurde. Da der Hügel bisher nicht geöffnet wurde, steht aber nicht fest, ob es tatsächlich ein Grabhügel oder ein vorchristlicher Kultplatz war.
Dafür, dass in den Jahrhunderten um Christi Geburt Siedlungen in Schwabstedt bestanden, sprechen unter anderem Gefäßreste, die der eisenzeitlichen Jastorf-Kultur zugerechnet werden können. In einem Brunnen aus Heideplaggen wurden außerdem römische Glasscherben des 3. und 4. Jahrhunderts nach Christus gefunden.

Geschichte

Vielleicht existierte schon zu Wikingerzeit (ca. 800-1100 n. Chr.) in Schwabstedt ein Handelsplatz. Damals verlief ein wichtiger Handelsweg von der Nordsee über Eider und Treene nach Hollingstedt, von dort über Land bis Haithabu und auf der Schlei weiter in die Ostsee. Der bekannte Seeräuber Klaus Störtebeker soll hier einen Unterschlupf gehabt und eine riesige goldene Kette vergraben haben.

Wahrscheinlich bildete die Treene bei Schwabstedt (südjütisch: Svåbste) noch bis ins 12.Jahrhundert eine Sprachgrenze zwischen dem Dänischen und Niederdeutschen, ehe sich diese weiter nach Norden auf die Höhe Husum-Schleswig verschob. 1268 musste der Schleswiger Bischof seine Burg Gottorf an der Schlei an die Herzöge von Schleswig abtreten und erhielt im Gegenzug den herzöglichen Anteil der Südergoesharde. Mit diesem "Andel" war wahrscheinlich die Gegend um Schwabstedt gemeint, das seitdem bischöflicher Residenz war. 1318 wird der befestigte Bischofssitz erstmals mit dem Namen "Schwabstedt" bezeichnet. Die Bischöfe bauten das Schloss und auch den dabei liegenden Ort aus. Mittelalterliche Siegel deuten darauf hin, dass Schwabstedt sogar Stadtrechte besaß. Eine entsprechende Urkunde ist aber nicht überliefert. Nach der Reformation im 16. Jahrhundert wurde aus dem bischöflichen Besitzungen das landesherrliche Amt Schwabstedt, dessen Amtmann im Schwabstedter Schloss residierte. 1702 wurde das Amt allerdings mit dem Amt Husum zusammengelegt, das als Folge des Nordischen Krieges 1720 an den Dänischen Gesamtstaat fiel. Das mittlerweile verfallene Schloss wurde kurze Zeit später abgerissen. Mit einem Teil der Ziegelsteine wurde die Straße nach Seeth gepflastert. Ein weiterer Teil wurde am südlichen Ende der Westerstraße an dem Gebäude verbaut, in dem sich zuletzt die Filiale der Bundespost befand. Die früher sichtbaren Steine sind heute hinter einer Verkleidung verschwunden. 1867 fiel Schwabstedt wie ganz Schleswig-Holstein an Preußen.

Politik

Von den 14 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 sieben Sitze, die SPD drei und die FDP und die Wählergemeinschaft WGS haben je zwei Sitze.

Wappen

Blasonierung: „Über blauen Wellen, die mit drei goldenen Seeblättern in der Stellung 2 : 1 belegt sind, in Gold zwischen zwei auf roten Dückdalben befindlichen, abgewendeten roten Schlüsseln, in deren Bart ein Kreuz bzw. eine brennende Kerze eingeschnitten ist, ein roter Turm mit offenem Tor, Zinnenplattform und zwei kreisrunden Fenstern.“[1]

Die Gemeinde führt ihr historisches Siegel im Wappen, dessen Inhalt auf die mittelalterliche Geschichte des Ortes bezogen ist. Die Burg erinnert an den Sitz der Schleswiger Bischöfe seit 1268. Die zu beiden Seiten der Burg befindlichen Schlüssel sind die Attribute des heiligen Petrus, des Schutzpatrons des Schleswiger Bistums. Auf die geistlichen Wurzeln bezieht sich wohl auch die besondere Gestaltung der Schlüsselbärte als Kerze und Kreuz. Bei den „Dückdalben“ dürfte es sich eher um Teile einer Zinnenmauer als Zeichen der städtischen Rechtsstellung handeln. Die Seerosen im heutigen Gemeindewappen wurden dem überkommenen Siegelbild bei der Genehmigung 1963 hinzugefügt, um den Unterschied zum älteren Amtswappen mit demselben Bildinhalt deutlich zu machen.

Wirtschaft

Neben Landwirtschaft, Dienstleistung, Bauunternehmen spielt Tourismus (Luftkurort) eine wichtige Rolle.

Sehenswürdigkeiten

Romanische Feldsteinkirche (um 1200), gotisches Vorhaus, innen: aus der 1807 abgebrochenen ersten Husumer Marienkirche für 96 Mark gekaufter (Quelle: Meyer, Hans "Schwabstedt 5000 Jahre Schwabstedter Geschichte", Schwabstedt 1968) dreiteiliger spätgotischer Schreinaltar (Anfang 16. Jh.), Spätrenaissance-Taufe (um 1605), Kanzel (um 1606 vom Schleswiger Bischof Herzog Ulrich, einem Bruder von König Christian IV. von Dänemark gestiftet), spätgotisches Chorgestühl (15. Jh.). Weiterhin sehenswert: Haus J. Carstens (1789); zwei Granit-Grenzsteine mit Wappen von 1619/1624 (Schwabstedter Wappenzeichen). Der Heimatforscher Dr. med Hans Meyer gründete in den 1960er Jahren ein kleines Museum, das sich im "Treenehaus" befindet und heute von seinem Sohn geleitet wird.

Persönlichkeiten

Schwabstedt ist Geburtsort des Barockkomponisten Nicolaus Bruhns.

Literatur

  • Theodor Meyer: Schwabstedt - einst und jetzt. Ein Führer für Einheimische und Fremde. 1912, Selbstverlag
  • Hans Meyer: Schwabstedt - 5000 Jahre Schwabstedter Geschichte. 1. Auflage 1968; 2. Auflage 1986; 3. Auflage 1999, ISBN 3-924964-19-X

Quellen

  1. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Weblinks


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