Synanon

Synanon

Synanon (Neologismus aus den Wörtern „Seminar“ und „Symposium“) ist eine Selbsthilfeorganisation. Sie wurde als "Synanon Incorporated" 1958 vom US-Amerikaner Charles E. Dederich in Santa Monica, Kalifornien, gegründet und beschäftigte sich als eine der ersten mit dem Entzug von drogenabhängigen Menschen in Selbsthilfe. 1971 wurde der Release Berlin e. V., später in Synanon International e. V. umbenannt, in Berlin in Deutschland gegründet. Zur Gründergeneration gehörten Joachim Christoph, Olaf Donner, Jovita Halt, Ralph Rogalla, Konrad Tidow, Ingo Warnke und Irene Warnke.

Inhaltsverzeichnis

Synanon Incorporated, USA, 1958–1991

Charles Dederich wurde 1956 bei den Anonymen Alkoholikern (AA) in Kalifornien nüchtern und ein aktives Mitglied in ihren Gruppen. Dederich erwarb sich einen besonderen Ruf durch seine direkte Art des Gespräches in ihren Treffen. Außer den Alkoholikern fanden sich bei ihm nach und nach auch Drogenabhängige ein und begannen, mit dem Programm drogenfrei zu leben. Dederichs begriff, dass er auf etwas Besonderes und Neues gestoßen war, denn Drogensüchtige galten bis dahin als nicht behandelbar. Es gab Spannungen zwischen alkoholabhängigen Mitgliedern und den Drogensüchtigen, manche Alkoholiker hatten Vorbehalte gegen die „kriminellen Süchtigen“, manche Drogensüchtige lehnten die „bürgerlichen Alkoholiker“ ab. So gründete Dederichs 1958 in Kalifornien Synanon Inc. als Non-Profit-Organisation um dieses neue Phänomen zu verfolgen.

In einem alten Armeegebäude am Strand von Santa Monica lebten bald über hundert Drogenabhängige freiwillig drogenfrei. Durch Zeitungsberichte wurde die Fachwelt auf Dederichs Projekt aufmerksam. Der Psychiater Daniel Casriel lebte mehrere Monate lang mit den Leuten in Synanon zusammen. Er kannte Abhängige aus seiner New Yorker Praxis und hatte mehrfach öffentlich die Ansicht vertreten, man solle ihnen alle Drogen geben, die sie wollten und sie ihrem Schicksal überlassen, denn sie seien unbehandelbar. Nach gründlichem Studium der Synanon-Gemeinschaft veröffentlichte er 1963 sein Buch So fair a house: The Story of Synanon. Er war so begeistert und überzeugt von dem, was er erlebt hatte, dass er ein ähnliches Programm für Drogenabhängige in New York aufzubauen begann. Es entstand Day Top Village. Etwa zeitgleich lebte der Kriminologe und Psychotherapeuth Lewis Yablonsky in Synanon und studierte die Gemeinschaft. Sein Buch The Tunnel Back – Synanon erschien 1965.

Der Name „Synanon“

Ein erst kurze Zeit nüchternes Mitglied in Dederichs Therapiegruppe brachte die ihm neuen Wörter „Seminar“ und „Symposion“ durcheinander und sagte „Synanon“. Von da an hieß die Gemeinschaft Synanon und die Gruppengespräche Synanons. Dederich berichtete, wie er auf dem Weg zur Registrierung seiner Organisation probierte, wie man „Synanon“ schreiben könne – „Cinanon“ etwa wird im Englischen genauso ausgesprochen – und wie er Gefallen an dem „S“ (das sich nach oben streckt) und dem „Y“ (das sich nach unten streckt) fand.

Synanon International e. V. in Berlin, Deutschland, 1971–1999

Dr. Walther H. Lechler hatte nach seinem Studium bei der Amerikanischen Armee als Arzt gearbeitet und dort die Anonymen-Alkoholiker-Gruppen kennengelernt. Er half, AA-Gruppen auch in Deutschland aufzubauen und entwickelte seine eigene psychosomatische Medizin für Suchtkranke. Später in seiner eigenen Klinik in Bad Herrenalb lernten Abhängige von ihm das nüchterne Leben und viele Ärzte das „Herrenalber Modell von Suchttherapie“.

1968, als er noch Oberarzt in Hagen in Westfalen, aber schon ausgewiesener Suchtfachmann, war, wandten sich Irene und Ingo Warnke wegen ihrer Drogensucht an ihn. Nach einem langen Gespräch gab er ihnen ein Rezept mit der Notiz „Yablonsky, The Tunnel Back“. Sie lasen das Buch ohne großen Erfolg. Im April 1971 flüchteten beide vor ihrer Sucht und kehrten mit ihrer zweijährigen Tochter in das Haus Release Heidelberg ein. Sie hofften auf etwas wie Synanon, fanden es aber nicht. Also begannen sie selbst, Synanon zu verwirklichen, wie sie es brauchten und aus Yablonskys Buch verstanden: Keine Drogen, keine Gewalt, nüchtern zusammen und miteinander leben, offen für jeden Abhängigen, der das auch will. Als es Spannungen zwischen älteren Release-Bewohnern gab, zogen fünf drogenfreie Abhängige im Herbst 1971 nach Berlin.

Im Dezember wurde die Therapiegruppe als eigener Verein eingetragen: Release Berlin e. V.. Sich Synanon zu nennen wagte man nicht. Erst als 1975 durch die Vermittlung eines Berliner Anonymen Alkoholikers in Kalifornien eine Verbindung zu Synanon in den USA zustande kam, gab es von dort das Angebot, den Namen zu benutzen. Zur Unterscheidung vom nationalen Synanon der USA jedoch mit dem Zusatz „International“. Um sich deutlich von anderen Release-Gruppen zu unterscheiden, erfolgte am 28. August 1975 die Umbenennung in Synanon International e. V. Auch wenn das einer Gruppe von damals etwa 20 Menschen in einer kreuzberger Fabrik etwas groß vorkam, erwies sich das „International“ als richtig. Denn schon bald lebten Drogenabhängige aus verschiedenen Ländern in der Gemeinschaft zusammen.

Das Endes des Synanon e. V.

In den Jahren 1996/1997 gerät Synanon in eine schwere wirtschaftliche Krise die sich rückblickend schon länger vorher abgezeichnet hat. Grobe Managementfehler, Fehleinschätzungen und fehlendes kaufmännisches Grundwissen der damaligen Verantwortlichen werden offenbar. Dazu kommen gravierende interne Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verantwortlichen – die Situation eskaliert. Die begonnenen Großprojekte in Berlin (Herzbergstraße – 430 Wohnplätze) und in Schmerwitz (Kreis Belzig – ca. 1.000 Wohnplätze) entwickeln sich zu einem wirtschaftlichen Fiasko, aus dem sich Synanon nicht mehr befreien kann. Die Existenz der seit 25 Jahren bundesweit größten Suchtselbsthilfe ist akut bedroht.

In dieser Situation wendet man sich an den Berliner Kaufmann Uwe Schriever mit der Bitte als kaufmännischer Berater vorübergehend Synanon zu unterstützen. Uwe Schriever, der bereits in den 1970er Jahren Synanon geholfen hat, willigt ein. Aus der anfänglichen Bereitschaft, für eine kurze Zeit beratend zur Seite zu stehen, wird schnell klar, dass tatsächliche Hilfe nur über einen längerfristigen Zeitraum erreicht werden kann.

Uwe Schriever übernimmt, ausgestattet mit einem einstimmigen Mandat des Vorstands, die kaufmännische Betreuung und Beratung von Synanon, die bis heute andauert. Im Jahr 2005 erhält er für sein überragend großes Engagement zu Gunsten der Suchtselbsthilfe Synanon das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland von Bundespräsident Dr. Horst Köhler. Bereits im Jahr 2002 verlieh der Paritätische Wohlfahrtsverband Uwe Schriever die PARITÄTISCHE Ehrennadel in Gold für Sponsoring und langjähriges bürgerschaftliches Engagement zugunsten von Synanon.

Synanon beschreitet von nun an einen Weg, der überaus beschwerlich ist. Es wird ein Erbe angetreten, dass Widrigkeiten, Rückschläge und auch große persönliche Enttäuschungen bereithält.

Freunde und Förderer sind verschreckt von der Entwicklung, die offenbar wird. Viele ziehen sich zurück. Das Vertrauen von Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit in die Suchtselbsthilfe Synanon ist vollkommen verloren und kann in den darauffolgenden Jahren nur mühsam wieder neu erarbeitet werden. Die verbliebenen Verantwortlichen und die neuen Mitstreiter um Uwe Schriever vollbringen in den darauffolgenden Jahren enorme Anstrengungen, um der Suchtselbsthilfe Synanon zu einer wirtschaftlichen Stabilität mit Rahmenbedingungen zu verhelfen, die für eine Fortführung der Suchthilfearbeit unerlässlich ist.

Noch im Krisenjahr 1997 werden erste Schritte zur wirtschaftlichen Konsolidierung von den Verantwortlichen eingeleitet. Die kurzfristige Trennung von der Geschäftsführung ist einer davon. Zeitgleich wird ein Controllingsystem installiert und der kontinuierliche Ausbau der Zweckbetriebe vorangetrieben. Dies beginnt mit einer Straffung der Arbeitsorganisation. Aus- und Weiterbildung von Synanon-Bewohnern sollen zukünftige Schwerpunkte werden.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erscheint die Katamnese der selbstverwalteten Suchthilfe SYNANON unter Berücksichtigung der Bildung sozialer Netzwerke in Deutschland. Die Ergebnisse – 70 % bleiben dauerhaft nüchtern, nachdem sie zwei bis drei Jahre in Synanon gelebt haben – sprechen für eine erfolgreiche Suchtselbsthilfearbeit von Synanon.

Im Jahr 1998 wird auch den letzten Verantwortlichen klar, dass das Synanon-Haus in der Herzbergstraße in Berlin nicht mehr zu halten ist. Als Wohnort für 430 Bewohner konzipiert, erweist sich das Synanon-Haus schon kurz nach Fertigstellung als totale wirtschaftliche Fehlkalulation und muss aufgegeben werden.

Innerhalb von nur sechs Wochen ziehen 190 Synanon-Bewohnern mit allen Möbeln und Hausrat einschließlich Großküche und Verwaltung wieder in die Bernburger Straße in Berlin-Kreuzberg um.

Koordiniert und geleitet wird dieser in der Geschichte Synanons bisher nie dagewesene und an die Grenzen der Belastbarkeit gehende Großumzug von Peter Elsing, dem langjährigen Hausleiter von Synanon.

Stiftung Synanon in Berlin, Deutschland, ab 1999

STIFTUNG SYNANON, gegründet 1982

Am 1. Januar 1999 – nach knapp zwei Jahren intensiver Sanierungsarbeit – übernimmt die 1982 gegründete STIFTUNG SYNANON die Suchthilfeaufgaben des Synanon e. V.

Damit vollzieht Synanon den strukturellen und inhaltlichen Wandel auch sichtbar nach außen. Synanon hat die Zeichen der Zeit erkannt und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, ohne jedoch die grundsätzliche Philosophie und das einzigartige Angebot der „Aufnahme sofort!“ aufzugeben.

Das Konzept der Synanon-Lebensschule wird entwickelt und umgesetzt.

Unter dem Dach der Stiftung herrschen von nun an eine strikte Kostenkontrolle, Transparenz und Offenheit. Oberstes Gebot ist der Erhalt des Stiftungsvermögens zur Sicherstellung satzungsgemäßer Zwecke der Suchtselbsthilfe. Synanon wird am 1. Juli 2002 Mitglied im Deutschen Spendenrat (siehe auch Deutsches Spendensiegel – Transparenzverpflichtung) Für die ehrenamtliche Mitarbeit im Kuratorium der STIFTUNG SYNANON konnten prominente Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft wie Eberhard Diepgen, der ehemalige Regierende Bürgenermeister von Berlin, Dr. Klaus Riebschläger, der im Jahr 2009 verstorbene, ehemalige Finanzsenator von Berlin, Peter Rohrer, Commerzbankdirektor a.D., Ursula Birghan, langjähriges Mitglied des Abgeordnetenhaus von Berlin, Rechtsanwalt und Notar Nikolaus Ley und Prof. Barbara John, Vorsitzende des Paritätischen Landesverbandes Berlin zur ehrenamtlichen Mitarbeit gewonnen werden. Damit vollzieht sich Schritt für Schritt ein Generationswechsel in Führung und Aufsicht der STIFTUNG SYNANON. Den Vorsitz im Vorstand der STIFTUNG SYNANON übernimmt im Oktober 1999 Peter Elsing, langjähriges Mitglied der Synanon-Gemeinschaft und Leiter des Hauses Bernburger Straße.

Im Jahr 2000 wird der Generationswechsel endgültig vollzogen. Die letzten der Gründergeneration gehen und der Vorstand und das Kuratorium der STIFTUNG SYNANON formieren sich neu.

Die letzten Synanon-Mitbegründer Ingo und Irene Warnke ziehen aus Synanon aus und erklären danach ihren Rücktritt aus dem Vorstand.

Im April 2000 können der Betrieb und die landwirtschaftlichen Flächen in Schmerwitz an einen privaten Investor verkauft werden. Trotz zuvor eingeleiteter und intensiv verfolgter Sanierungsmaßnahmen, die parallel zu denen in Berlin laufen, ist es den neuen Verantwortlichen nicht möglich, den Betrieb der Synanon Gut Schmerwitz GGmbH aufrechtzuerhalten. Der Traum von einem Synanon auf dem Lande mit Rahmenbedingungen und einem Betätigungsfeld zur Rehabilitation suchtkranker Menschen, die idealer nicht sein können, muss der Realität weichen, ist aber auch gleichzeitig die einzige Chance ein Überleben von Synanon zu sichern.

Synanon erhebt nicht mehr den Anspruch, den allein gültigen Weg aus der Sucht zu bieten. Dennoch ist man in Synanon noch immer der festen Überzeugung, dass nur die strikte Abstinenz den sogenannten Königsweg aus der Drogensucht weist und es das Bestreben eines jeden Süchtigen sein soll, diesen obschon dornigen Weg zumindest zu versuchen. Durch behutsame Öffnung nach außen, der eine jahrelange und fortschreitende Form der Abschottung vorausging, versuchen die nun Verantwortlichen in Synanon, das Vertrauen von Politik und Öffentlichkeit zurück zu gewinnen und für die nach wie vor faszinierende Idee Synanons zu begeistern.

Dem Vorstand der STIFTUNG SYNANON gehören an (Stand 2011):

1. Vorstandsvorsitzender: Uwe Schriever

2. Stellv. Vorstandsvorsitzender: Ulrich Letzsch

3. Vorstandsmitglied: Peter Elsing

Therapieinhalt

Für die Mitglieder in Synanon gelten folgende Regeln:

  • keine Drogen, kein Alkohol, keine bewußtseinsverändernden Medikamente
  • keine Gewalt oder deren Androhung
  • kein Tabak

Synanon versteht sich als Lebensschule auf Zeit. Ziel ist, eine selbstbestimmte, eigenverantwortliche Lebensführung ohne Suchtmittel und ohne Kriminalität zu erlernen. Jeder Suchtmittelabhängige trage – laut Synanon – die Fähigkeit in sich, wieder ein drogenfreies Leben zu erlernen. Den Weg dorthin sollen ein abstinentes Leben in der Gemeinschaft, Selbsthilfe-Gruppengespräche und regelmäßige Tagesabläufe ermöglichen. Die Leitsätze dabei sind „mit den Händen nüchtern werden“ und „gemeinsam nüchtern werden“.

Synanon arbeitet im Sinne einer therapeutischen Gemeinschaft. Alle Mitarbeiter sind Betroffene, es gibt keine Therapeuten. Methodisch kann man die Arbeit als „Evidenzbasierte Therapie“ bezeichnen, mit den Elementen Motivationssteigerung, Stressbewältigungstraining, soziales Kompetenztraining und gemeindenahes Verstärkermodell. Jeder kann jederzeit zu Synanon kommen. Das Angebot der sofortigen Aufnahme nehmen jährlich bis zu 800 Menschen, zum Teil auch mit ihren Kindern, wahr. Vorbedingungen werden nicht gestellt. Auch Suchtkranke, deren Gefängnisstrafe nach § 35 ff BtmG in eine Therapieauflage umgewandelt wurde, können zu Synanon kommen, da die Anerkennung als therapeutische Einrichtung gegeben ist.

Heute sind mehr als ein Drittel der in Synanon lebenden Menschen jünger als 25 Jahre, Tendenz steigend. Diesem Trend trägt man in Synanon Rechnung. So wurde vor einigen Jahren ein umfangreiches Angebot an Aus- und Weiterbildung in kaufmännischen und handwerklichen Berufen geschaffen. Die praktische Ausbildung findet in sogenannten Zweckbetrieben statt. Synanon betreibt unter anderem eine Wäscherei, Reinigungs-, Umzugs-, Entsorgungs- und Cateringservices, Tischlerei, Malerei und Keramikwerkstatt, Bauhilfe, Gartenbau und -pflege, Hauswartung und sogar eine Reitschule.

Darüber hinaus betreut Synanon seine Bewohner in zivil- und strafrechtlichen Angelegenheiten. Umfangreiche Unterstützung kommt ehemaligen Bewohnern im Rahmen der Nachsorge zu. Sie reicht von finanzieller und materieller Starthilfe über Vermittlung von Wohnungen und Arbeitsplätzen. In den Synanon-Zweckbetrieben arbeiten ca. 25 ehemals suchtmittelabhängige Menschen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Synanon finanziert sich vorwiegend selbst aus den Einnahmen durch Arbeit in den gemeinsamen Zweckbetrieben und durch ALG II, ergänzt durch Spenden und Zuwendungen.

Erfolg

Nach einer Untersuchung von Fredersdorf um 2001 lebten mindestens 33 % von 205 erfassten ehemaligen Synanon-Mitgliedern dauerhaft abstinent von Drogen und Alkohol. Bei einer anderen Berechnung liegt die Zahl der Abstinenten sogar bei 70 %.[1]

Kritik

Kritiker bemängeln, das Drogenverbot innerhalb der Gemeinschaft schließe auch Substitutionsmittel wie Methadon und Medikamente für die Entgiftung mit ein – ein Drogenentzug würde deswegen prinzipiell „kalt“ durchgeführt. Zudem finde in der Gemeinschaft keine „klassische Therapie“ statt, stattdessen würde auf Laientherapeuten und strikte Kontrolle gesetzt. So schreibt Bernd Albrecht im Deutschen Ärzteblatt 1999 u. a.: „Der Ruf der Organisation in der Drogenszene ist nicht der beste. Kritiker werfen Synanon totalitäre Strukturen und „Gehirnwäsche“ vor. Unbestreitbar sind jedoch Langzeiterfolge in der Drogen- und Alkoholabstinenz.“[2]

Literatur

Synanon Incorporated in den USA
  • Daniel Casriel: So fair a house: The Story of Synanon. Prentice-Hall, Inc., New York 1963.
  • Lewis Yablonsky: The Tunnel Back, Synanon. Macmillan Publishing Co., Inc., New York 1965.
  • Guy Endore: Synanon. Dobleday & Company, New York 1967.
  • Barbara Leslie Austin: Sad nun at Synanon. Holt, Rinehart and Winston, Inc., New York 1970.
  • Dave Mitchell, Cathy Mitchell, Richard Ofshe: The Light on Synanon. Seaview Books, New York 1980.
  • William Olin: Escape from Utopia. Unity Press, Santa Cruz 1980.
  • David U. Gerstel: Paradise Incorporated: Synanon. Presidio Press, Novato, Kalifornien 1982.
  • Rod Janzen: The Rise and Fall of Synanon. Johns Hopkins University Press, Baltimore MA 2001.
Synanon International e. V. in Berlin, Deutschland
  • Synanon. Eigenverlag, Berlin 1976 (Broschüre).
  • Synanon-Hochzeit. Eigenverlag, Berlin 1979.
  • Synanon, für ein Leben ohne Drogen. Eigenverlag, Berlin 1981, ISBN 3-9800621-0-4.
  • Wolfgang Wiesner: Leben ohne Drogen – Süchtige helfen sich selbst. Wilhelm Heyne, München 1987.
  • Hans-Christian Petersen: Leben lernen ohne Drogen, das Projekt Synanon. Patmos, Düsseldorf 1992, ISBN 3-491-79429-3.
  • Ingo Warnke: Überlebensinsel Synanon. In: Karin Dohmen (Hrsg.): Drogen – eine Herausforderung für Schule und Gesellschaft. Aulis-Verlag, Köln 1993, ISBN 3-7614-1485-4.
  • Monika Thamm, Berndt Georg Thamm: Uns alle trägt die Erde, 25 Jahre Synanon. 1996, ISBN 3-9800621-5-5.
  • Frederic Fredersdorf: Leben ohne Drogen – Zwei Jahrzehnte Synanon – Eine Dokumentation. 1994, ISBN 3-89271-499-1.
  • Frederic Fredersdorf: Sucht, Selbsthilfe und soziale Netzwerke. Eine 4-Jahres-Katamnese. 2001, ISBN 3-87581-182-8.
Stiftung Synanon in Berlin, Deutschland

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Fredersdorf: Sucht, Selbsthilfe und soziale Netzwerke. 2001.
  2. Bernhard Albrecht: Drogenselbsthilfegemeinschaft Synanon: Eine Alternative zur professionellen Suchthilfe? In: Dtsch Arztebl 1999; 96(12): A-761 / B-623 / C-583. (Online).

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