Trifolium spadiceum

Trifolium spadiceum
Moor-Klee
Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Chronosemium
Art: Moor-Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium spadiceum
L.

Der Moor-Klee, auch Brauner Klee[1] oder Brauner Moor-Klee[2] (Trifolium spadiceum) ist eine in Mooren und anderen feuchten Standorten wachsende einjährige Pflanzenart der Schmetterlingsblütler (Faboideae).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Der Moor-Klee ist ein Therophyt und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 40 cm. Die Stängel sind steif aufrecht und nur am Grund verzweigt. Die oberen Stängelbereiche sind anliegend behaart. Die Blätter sind lang gestielt, dreizählig gefingert und von hellgrüner Farbe. Die obersten Blätter stehen annähernd gegenständig. Die Fiedern sind sitzend. Bei den unteren Blättern sind sie klein, breit-eiförmig bis verkehrt herzförmig, bei den oberen sind sie bis 25 mm lang und 10 mm breit, von länglich-lanzettlicher Form, abgerundet oder gestutzt. Sie haben 15 bis 25 Paar auffallend paralleler Seitennerven. Die Spreite ist kahl und im oberen Bereich fein gezähnt. Die Nebenblätter sind krautig, länglich-lanzettlich, spitz und zu mehr als der Hälfte mit dem Stiel verwachsen.

Die Blütenköpfe sind dicht und bestehen aus 20 bis 50 Blüten. Die Köpfe sind zunächst einförmig, später dann walzlich bei einer Länge bis 20 mm und einer Breit von 9 bis 12 mm. Die oberen Blütenköpfe sind scheinbar endständig, häufig paarweise genähert. Der Stiel der Blütenköpfe ist lang und starr aufrecht. Die Blütenstiele sind wesentlich kürzer als die Kelchröhre. Der Kelch ist fünfnervig, die Kelchzähne sind schmal dreieckig. Die drei unteren sind rund dreimal so lang wie die oberen, dabei zwei- bis dreimal so lang wie die Kelchröhre. Sie sind bis 1 mm lang bewimpert, die oberen sind kahl. Die Krone ist 4 bis 6 mm lang, von lebhaft gelber Farbe, die bald kastanienbraun, dann fast schwarz wird. Die Krone ist trockenhäutig. Die Fahne ist gefurcht, von der Basis an gewölbt und zwei- bis dreimal so lang wie das Schiffchen. Die Flügel sind vorgestreckt bis spreizend. Der Fruchtknoten ist gestielt. Die Blüten sind Schmetterlingsblumen mit einem Klappmechanismus. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen. Selbstbestäubung kommt vor. Blütezeit ist von Mai bis August.

Die Hülse ist rund viermal so lang wie der Griffel und enthält einen Samen. Die trockene Krone verbleibt an der Frucht und dient als Flugapparat (Ballonflieger, Anemochorie).

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.

Verbreitung und Standorte

Das Areal des Moor-Klee umfasst Teile Europas und West-Sibiriens.[3][4]

Er kommt vorwiegend in den Mittelgebirgen, den Alpen und im Alpenvorland vor, im Tiefland ist er sehr selten bis fehlend, in Schleswig-Holstein ausgestorben oder verschollen. In Deutschland ist er in vielen Bundesländern stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. In Österreich kommt er in der Böhmischen Masse zerstreut, ansonsten selten vor. Er ist in Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Nordtirol zu finden und gilt bundesweit als stark gefährdet[5]. In der Schweiz ist gilt er bundesweit als verletzlich[6]

Der Moor-Klee wächst auf Moor- und Bergwiesen sowie in Quellmooren. Er kommt vorwiegend auf feuchten bis nassen, kalkarmen, humosen Lehm- und Tonböden vor. Er ist ein Pionier auf nassen Sand- und an offenen Bodenstellen. Er steigt bis in die subalpine Höhenstufe.

Er ist ein typischer Vertreter der Verbände Calthion und Molinion caeruleae sowie des Caricetum fuscae.

Belege

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6 (Merkmale, Blütenökologie)

Einzelnachweise

  1. FloraWeb, abgerufen 20. September 2008.
  2. Zentrale Datenbank der Schweizer Flora, abgerufen 20. September 2008.
  3. Arealkarte nach Hultén, abgerufen 20. September 2008.
  4. FloraWeb, abgerufen 20. September 2008.
  5. M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9
  6. Zentrale Datenbank der Schweizer Flora, abgerufen 20. September 2008.

Weblinks


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