Turgesius

Turgesius

Der Normanne Turgesius (auch: Turgeis, Thorgest oder Thorgils; † 845) ist zwar eine reale aber eine geschichtlich kaum fassbare Gestalt der frühen Wikinger- oder Normannenzeit in Irland.

Er soll der Sohn des norwegischen Königs gewesen sein. Bekannt wurde er durch Beutezüge in Irland und Großbritannien. Er wird mit dem sagenhaften Ragnar Lodbrok gleichgestellt, der im Jahre 845 Paris plünderte. Turgesius starb laut den Annalen von Ulster im Jahre 845. Mitunter wird er auch als Gründer Dublins angesehen, das ist jedoch Olaf der Weiße im Jahre 841 gewesen.

Ob Turgesius bereits im Jahre 820 in Irland war, ist ungesichert. Ab dem Jahre 832 war er Führer einer großen Flotte, die 13 Jahre lang Raubzüge unternahm, bei denen sie auf den Flüssen Boyne, Liffey und Shannon ins Hinterland vordrangen und Klöster plünderten. Dass dazu auch der irische Bischofssitz in Armagh gehört haben soll, dürfte eine Legende sein.

Die Nordmänner (gäl. Lochlonnaigh – Leute aus dem Land der Seen) hatten bereits im Jahre 795 das Kloster auf Lambay Island nahe Dublin geplündert und 832 einen Überwinterungsstützpunkt an der Liffey-Mündung eingerichtet. Mit Woodstown nahe Waterford bestand eine Siedlung, die von einigen Archäologen als die älteste Irlands angesehen wird. So besaß Turgesius vermutlich Flottenbasen, von denen aus er die Raubzüge in Irland und Wales unternehmen konnte. Berüchtigt sind sein Vordringen auf dem Shannon und sein Überfall auf das Kloster Clonmacnoise, laut den Annalen im Jahre 842, sowie auf die nahegelegenen Klöster Clonfert (Cluain Fearta of Breanainn), Terryglas (Tir da Ghlas) und Lorrha). Auf einer Insel im Lough Ree (Loch Rihb) nahe Athlone gründete er laut Geoffrey Keating ein Dun und ein Fort (evtl. Athlunkard). Hier und im Lough Lene (auch Lane) im benachbarten (County Westmeath), wo die Insel Turgesius Island seinen Namen trägt, soll er Stützpunkte (vermutlich nur Winterlager) unterhalten haben.

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