Tápióbicske

Tápióbicske
Tápióbicske
Wappen von Tápióbicske
Tápióbicske (Ungarn)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Közép-Magyarország
(Mittel-Ungarn)
Komitat: Pest
Koordinaten: 47° 22′ N, 19° 41′ O47.362519.687222222222Koordinaten: 47° 21′ 45″ N, 19° 41′ 14″ O
Fläche: 48 km²
Einwohner: 3.465 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²

Tápióbicske [ˈtaːpi.oːbitʃkɛ] ist ein Dorf in Ungarn. Es liegt im Südosten des Komitats Pest, im Kleingebiet Nagykáta, im Tal des Tápió-Bachs, 60 Kilometer von der Landeshauptstadt Budapest entfernt, im geographischen Dreieck Jászberény-Cegléd-Monor.

Die Fläche des Ortes beträgt 4848 Hektar. Die Einwohnerzahl betrug während der ersten Volkszählung in Ungarn 1784 1.437 Personen, zur Zeit (Volkszählung 2001) sind es 3.442. Das Dorf hatte die meisten Einwohner (4.226) im Jahre 1930.

Geschichte

Aus der Bronzezeit wurden zwei Erdburgen freigelegt. Das heutige Dorf entstand höchstwahrscheinlich im 12. Jahrhundert. Der Namensgeber des Dorfes ist die Familie Bicskei (oder Bikcsei, später Bicskey), deren Mitglieder bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die wichtigsten Gutsbesitzer des Dorfes waren. Der Name der Familie erscheint erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1250 von König Béla IV. Das Dorf selbst wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1275 erwähnt. Während der Türkenherrschaft entvölkerte sich das Dorf allmählich und wurde zur Wüstung. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts trug die Rückkehr der ehemaligen Einwohner sowie die Neuansiedlung von Ansiedlern aus Norden, darunter auch Slowaken, zu einer Neuentwicklung bei.

Die Einwohner beschäftigten sich immer mit der Landwirtschaft. Die Bodenverhältnisse waren besonders zur Kultivierung von Brotgetreide geeignet. Auch der Weinbau war bedeutend. Im 18. Jahrhundert lebten hier zwei Großgrundbesitzerfamilien: die Familie Beleznay und die Familie Hellenbach. Später wurden Kleingüter und Mittelgüter charakteristisch.

Die Kirche wurde 1737 eingeweiht, aber sie erhielt ihre heutige Form erst im Jahre 1786. Die einschiffige Barockkirche ist eine der Sehenswürdigkeiten des Dorfes. Das neue Dorf wurde um diese Kirche herum gebaut, aber im Frühling 1834 brannte der untere Teil des Dorfes völlig ab.

Eine der siegreichen Schlachten der Revolution und des Freiheitskampfes 1848/49 fand in Tápióbicske und am Dorfrand statt. Zur Erinnerung daran wurde am 23. Oktober 1910 auf dem ehemaligen Schlachtfeld das Honvéddenkmal von Gyula Jankovics errichtet. Hier wurden die damals hier Gefallenen in einem Gemeinschaftsgrab begraben. In dieser Schlacht fand ein Duell zwischen Baron Riedesel und Alajos Színi Sebő statt. Zu dessen Ehren wurde 1999 ein Denkmal errichtet.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verarmten die alten Adeligen, viele von ihnen zogen weg. Das einzige große Gut des ehemaligen Bitskey-Geschlechts geriet in die Hände von Kálmán Bitskey, der auch die Kirche und den Unterricht wesentlich unterstützte. Er schenkte den Baugrund für die Grundschule, die 1902 erbaut wurde und bis heute erhalten ist. In den Jahren um die Jahrhundertwende bildete sich das typische Bauerntum heraus. Die kaum gewinnbringende bäuerliche Wirtschaft wurde durch das Pendeln in die Hauptstadt und den immer wichtiger werdenden Weinbau ergänzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Dorf sehr rasch. Das Weinbaugebiet wurde auf das Gebiet zwischen den zwei Tápió-Bächen ausgedehnt.

Dem Ersten Weltkrieg fielen 151 Einwohner aus Tápióbicske zum Opfer. Die Erinnerung an diesen Krieg bewahrt das Denkmal neben der Kirche (28. Oktober 1926 von Ottó Koltay). Im Zweiten Weltkrieg starben 147 Menschen aus dem Dorf. Zu ihrer Erinnerung wurde ein Denkmal auf dem Friedhof errichtet.

Nach der Wende im Jahre 1990 entstanden wichtige Einrichtungen und Anlagen neu, und auch das öffentliche Leben hat sich belebt.

Städtepartnerschaft

  • SlowakeiSlowakei Nárad, Slowakei

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужен реферат?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Tápióbicske — Héraldique …   Wikipédia en Français

  • Tapiobicske — Tápióbicske [ˈtaːpi.oːbitʃkɛ] ist ein Dorf in Ungarn. Es liegt im Südosten des Komitats Pest, im Kleingebiet Nagykáta, im Tal des Tápió Bachs, 60 Kilometer von der Landeshauptstadt Budapest entfernt, im geographischen Dreieck Jászberény Cegléd… …   Deutsch Wikipedia

  • Tápióbicske — is a village in Pest county, Hungary …   Wikipedia

  • Tapiobicske — Original name in latin Tpibicske Name in other language Tapiobicske, Tpibicske State code HU Continent/City Europe/Budapest longitude 47.36096 latitude 19.68609 altitude 113 Population 3514 Date 2012 01 18 …   Cities with a population over 1000 database

  • Josip Jelačić — Infobox Military Person name=Josip Jelačić lived=1801 1859 placeofbirth=Petrovaradin, Habsburg Monarchy (today Serbia) placeofdeath=Zagreb, Habsburg Monarchy (today Croatia) caption=Ban Josip Jelačić nickname= allegiance=Austrian Empire… …   Wikipedia

  • 1849 — Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender ◄ | 18. Jahrhundert | 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | ► ◄ | 1810er | 1820er | 1830er | 1840er | 1850er | 1860er | 1870er | ► ◄◄ | ◄ | 1845 | 1846 | 1847 | 18 …   Deutsch Wikipedia

  • 4. April — Der 4. April ist der 94. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 95. in Schaltjahren), somit bleiben 271 Tage bis zum Jahresende. Historische Jahrestage März · April · Mai 1 2 …   Deutsch Wikipedia

  • Nagykata — Nagykáta [ˈnɒckaːtɒ] ist eine ungarische Stadt im Komitat Pest und Hauptort des gleichnamigen Kleingebiets. Der Ort ist 60 Kilometer von der Landeshauptstadt Budapest entfernt, erstreckt sich über eine Fläche von 81,61 km² und zählte bei der… …   Deutsch Wikipedia

  • Revolución húngara de 1848 — Saltar a navegación, búsqueda Para otros usos de este término, véase Revolución Húngara (desambiguación). La Revolución húngara de 1848 fue una de las muchas revoluciones de ese año y estrechamente relacionada a las revoluciones en el área de los …   Wikipedia Español

  • Révolution hongroise de 1848 — Pour les articles homonymes, voir Révolution de 1848. Joseph Bem …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”