Volksdemokratie

Volksdemokratie
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne erst danach diese Warnmarkierung.

Volksrepublik und Volksdemokratie ist die Selbstbezeichnung vieler realsozialistischer politischer Systeme. Trotz ihres Namens sind sie in der Regel keine Demokratien im engeren Sinn, sondern als Ein-Parteien-Herrschaft organisiert, in der die politische Macht von einer autokratisch regierenden Kommunistischen Partei ausgeht.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Die Begriffe „Volksrepublik“ und „Volksdemokratie“ beschreiben nach leninistischer bzw. marxistisch-leninistischer Lehre die Form der Regierung eines Staates, der unter der „revolutionär-demokratischen Diktatur der Arbeiter und Bauern“ (Lenin) steht, die aber die Klassenunterschiede noch nicht vollständig überwunden hat. Sie stellen eine Variante der „Diktatur des Proletariats“ dar, bei der unter „einstweiliger Beibehaltung“ einiger Institutionen der parlamentarischen Demokratie der Sozialismus schrittweise aufgebaut werden soll.

In der Benennung wird unterschieden zwischen der

  1. Volksrepublik im engeren Sinne: der verfassungsrechtlichen Selbstbezeichnung von Staaten (in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zum Beispiel Bulgarien, Ungarn, Südjemen als Demokratische Volksrepublik Jemen, Polen oder China), manchmal auch ohne tatsächliche Zugehörigkeit zum sozialistischen Lager (zum Beispiel Bangladesch, Algerien). Als Volksdemokratie bezeichnete sich von 1949 bis 1968 auch die Deutsche Demokratische Republik (DDR), danach nannte sie sich schlicht „sozialistischer Staat“.
  2. Volksrepublik im weiteren Sinne (auch Volksdemokratie): die umgangssprachliche Bezeichnung von Staaten dieser Gruppe ungeachtet ihrer verfassungsrechtlichen Selbstbezeichnung – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Beispiel Rumänien, Jugoslawien, Albanien.

Die ersten Volksrepubliken entstanden in den 1920er Jahren, darunter die Mongolei und einige spätere Unionsstaaten der Sowjetunion. Die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen osteuropäischen Staaten haben im Verlauf der 1990er Jahre sowohl ihren Namen als auch ihre Herrschaftsform reformiert. Gegenwärtig tragen nur noch China, Nordkorea, Libyen, Algerien, Bangladesch und Laos die amtliche Bezeichnung Volksrepublik (gemäß 1.), wobei man Bangladesch politisch nicht als Volksrepublik bezeichnen kann.

Kritik

Kritiker bezeichnen den Begriff häufig lediglich als einen Euphemismus (d.h. eine Beschönigung und Verharmlosung) für Diktaturen unter dem Etikett des Sozialismus oder Kommunismus. Marxistische Kritiker der entsprechenden Staaten betonen in diesem Zusammenhang, dass es sich bei den genannten „realsozialistischen“ Staaten nicht um wirklich sozialistische oder kommunistische Staaten handle.

Im Übrigen handelt es sich bei Volksdemokratie um einen Pleonasmus, da Demokratie bereits „Herrschaft des Volkes“ bedeutet.

Siehe auch

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужен реферат?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Volksdemokratie — Vọlks|de|mo|kra|tie 〈f. 19; veraltet〉 sozialistische Staatsform mit Resten von Privateigentum an Produktionsmitteln u. Diktatur des Proletariats * * * Vọlks|de|mo|kra|tie, die: 1. [nach russ. narodnaja demokratija] sozialistisches, an die… …   Universal-Lexikon

  • Volksdemokratie — Vọlks·de·mo·kra·tie die; 1 nur Sg, veraltend; verwendet in kommunistischen Ländern, um auszudrücken, dass dort die Macht (angeblich) vom Volk ausgeht 2 ein Land mit einer ↑Volksdemokratie (1) || hierzu vọlks·demo·kra·tisch Adj …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Volksdemokratie — Vọlks|de|mo|kra|tie (Staatsform kommunistischer Länder, bei der die gesamte Staatsmacht in den Händen der Partei liegt) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Volksrepublik — und Volksdemokratie waren die Selbstbezeichnung vieler realsozialistischer politischer Systeme, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden sind. Die Bezeichnung diente der Unterscheidung zu westlichen bürgerlichen Demokratien einerseits und… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Printmedien der DDR — 1981 erschienen in der DDR 1770 verschiedene Zeitungen, Zeitschriften, Journale und Magazine in einer Gesamtauflage von rund 40 Millionen, davon etwa 500 Fachzeitschriften (1982: 519) mit ungefähr 20 Millionen Exemplaren. Nach der… …   Deutsch Wikipedia

  • Pleionasmus — Ein Pleonasmus (griech. πλεονασμóς pleonasmós „Überfluss“) ist eine sprachliche Erscheinung, bei der innerhalb einer Wortgruppe eine bestimmte Bedeutung mehrfach auf unterschiedliche Weise (oft mit verschiedenen Wortarten, etwa… …   Deutsch Wikipedia

  • Pleonastisch — Ein Pleonasmus (griech. πλεονασμóς pleonasmós „Überfluss“) ist eine sprachliche Erscheinung, bei der innerhalb einer Wortgruppe eine bestimmte Bedeutung mehrfach auf unterschiedliche Weise (oft mit verschiedenen Wortarten, etwa… …   Deutsch Wikipedia

  • Weißer Schimmel — Ein Pleonasmus (griech. πλεονασμóς pleonasmós „Überfluss“) ist eine sprachliche Erscheinung, bei der innerhalb einer Wortgruppe eine bestimmte Bedeutung mehrfach auf unterschiedliche Weise (oft mit verschiedenen Wortarten, etwa… …   Deutsch Wikipedia

  • volksdemokratisch — vọlks|de|mo|kra|tisch 〈Adj.; veraltet〉 zur Volksdemokratie gehörend, auf ihr beruhend * * * vọlks|de|mo|kra|tisch <Adj.>: die Volksdemokratie betreffend, zu ihr gehörend, auf ihr beruhend. * * * vọlks|de|mo|kra|tisch <Adj.>: die… …   Universal-Lexikon

  • Adolf Schärf — (* 20. April 1890 in Nikolsburg, Südmähren; † 28. Februar 1965 in Wien) war ein österreichischer Politiker und Staatsmann (SPÖ) und von 1957 bis zu seinem Tod 1965 Bundespräsident der Republik Österreich. Er war der dritte Präsident der 1945… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”