Waffenfabrik Tula

Waffenfabrik Tula
Tulski Oruscheiny Sawod
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN RU0007661203
Gründung 1712
Unternehmenssitz Tula
Branche Rüstungsindustrie
Website

http://www.tulatoz.ru

Ein Teil des Gebäudekomplexes des Waffenwerks

Tulski Oruscheiny Sawod (russisch Ту́льский оруже́йный заво́д), wörtlich übersetzt Tulaer Waffenwerk, ist ein Rüstungsbetrieb in der russischen Stadt Tula. Das 1712 gegründete Werk gehört zu den ältesten und renommiertesten Waffenherstellern Russlands.

Geschichte

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich in der vormaligen Festungsstadt Tula dank reichhaltiger Eisenerzvorkommen in ihrer Umgebung das Metallhandwerk. Neben Landwirtschafts- und Haushaltsbedarf produzierten immer mehr einheimische Eisenschmiede auch Gewehre und verschiedene Klingenwaffen. Einen guten Namen hatte sich dabei unter anderem Nikita Demidow gemacht, der gegen Ende des 17. Jahrhunderts Armeegewehre in größeren Mengen produzierte und sie auch an die russische Armee zu sehr günstigen Preisen lieferte. Dies kam Peter dem Großen in den Jahren des Großen Nordischen Krieges sehr gelegen. Da er um die gute Qualität der Tulaer Gewehre wusste, verfügte er am 15. Februar 1712 per Zarenerlass, die Ressourcen der Tulaer Waffenmacher zu vereinigen und in Tula ein großes Waffenwerk bauen zu lassen, das die Kaiserlich-Russische Armee im Verteidigungsfall schnell und zuverlässig mit Waffen versorgen sollte. Der russische Staat förderte den Bau des Werks großzügig und ließ es mit für die damalige Zeit modernsten Anlagen ausstatten. Die Produktion im neuen Werk startete am 10. Januar 1714, und bereits wenige Jahre später wurden hier jährlich über 20.000 Gewehre produziert.

Ihre größte Ausdehnung erreichte die Produktion des Werks auch in den folgenden Jahrzehnten stets in den Kriegsjahren. Während der Russisch-Osmanischen Kriege, im Krieg gegen Napoleon 1812, später auch im Russisch-Japanischen und im Ersten Weltkrieg, war das Tulaer Werk der wichtigste Lieferant der russischen Armee. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Produktionskapazität der Fabrik im Zuge eines großen Umbaus nochmals bedeutend gesteigert. Auch zu Sowjetzeiten behielt das Werk seine große Bedeutung und belieferte unter anderem auch die Verteidiger Tulas während der Schlachten um die Stadt im Zweiten Weltkrieg.

1927 wurde innerhalb des Waffenwerks das Konstruktionsbüro für Gerätebau (KBP) gegründet, das ursprünglich für die Entwicklung von Kleinwaffen zuständig war. 1935 als eigenständiges Unternehmen aus dem Waffenwerk ausgegliedert, gehört das KBP heute zu den wichtigsten Entwicklern von Panzerabwehrsystemen, Lenkwaffen und Raketensystemen, aber auch von Sportwaffen.

Außerhalb der Kriegszeiten – so auch heute – liegt der Schwerpunkt des Werks bei der Produktion von Waffen des zivilen Bedarfs, also unter anderem Jagd- und Sportwaffen.

Die Industrieanlagen des Tulaer Waffenwerks befinden sich bis heute mitten im Zentrum Tulas, am linken Upa-Ufer und nur wenige Gehminuten vom Tulaer Kreml entfernt. Auf dem Gelände des Kremls besteht zudem das 1920 gegründete Tulaer Waffenmuseum, das die Geschichte der russischen Rüstungsindustrie und Exponate aus verschiedenen Ländern und Zeitepochen präsentiert.

Produktion

Zu den bekanntesten, von der Tulaer Waffenfabrik in ihrer Geschichte produzierten Waffen, gehört das Repetiergewehr Mosin-Nagant, die Makarow-Pistole, das Maxim-Maschinengewehr, die Stetschkin APS, die Beresin UB, das Kalaschnikow-Sturmgewehr AKS-74U, der Granatenwerfer GP-25 oder das Panzerabwehrsystem Konkurs-M.

Weblinks

54.20055555555637.6148333333337Koordinaten: 54° 12′ 2″ N, 37° 36′ 53″ O


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