Wallfahrtskirche Schildthurn

Wallfahrtskirche Schildthurn

Die Wallfahrtskirche in Schildthurn, einem Ortsteil der niederbayerischen Gemeinde Zeilarn, hat das Patrozinium St. Ägidius (Gilg, 1. September). Sie gehört zu der Pfarrei Zeilarn. Der Heilige Ägidius war ein Einsiedler und Abt in Südfrankreich um 700. Er wird in der Kunst mit einer Hirschkuh dargestellt und gilt unter anderem als Patron der stillenden Mütter. Nebenpatrone sind die legendären Jungfrauen Einbeth, Wilbeth und Warbeth. Die Verehrung dieser drei Jungfrauen ist noch in Schlehdorf am Kochelsee und in Worms bekannt. Professor Max Heuwieser will in ihnen einen christlichen Ersatz für die heidnischen Nornen sehen, die wie die drei Jungfrauen die Geburt des Menschen beschützen.

Der höchste Dorfkirchturm Bayerns

Turm

Das Wahrzeichen Schildthurns ist der 78 Meter hohe Turm, der im Stil der Spätgotik vielleicht 1531 fertiggestellt wurde. Die große Glocke wurde laut Inschrift 1531 in Burghausen gegossen. Der Turm hat fünf quadratische und vier achteckige Geschosse, das vierte und fünfte Geschoss tragen rundbogige Blendarkaden, die oberen Stockwerke Spitzbogenblenden mit Maßwerk, das in hängenden Lilien endet. Der gewaltige Turmhelm ist 30 Meter hoch. Der Schildthurner Kirchturm gilt als der höchste Dorfkirchturm Bayerns.

Votivwiege

In Schildthurn war als Wallfahrtsbrauch das Wiegenschutzen üblich, das Bewegen einer großen hölzernen Wiege bei Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit. Dafür stand unter der Empore eine Wiege, die um 1870 auf Anweisung des Passauer Bischofs Heinrich von Hofstätter (1839-1875) entfernt werden musste. 1796 wurde die Abgabe von mehreren vergoldeten und versilberten Wiegen, alle Votivgaben, gefordert. Nur eine Votiv-Wiege aus dem Jahr 1868 ist in Schildthurn noch erhalten.

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