Bensheim-Schönberg

Bensheim-Schönberg
Schönberg
Stadt Bensheim
Koordinaten: 49° 41′ N, 8° 39′ O49.6911111111118.64611111111117Koordinaten: 49° 41′ 28″ N, 8° 38′ 46″ O
Fläche: 1,94 km²
Eingemeindung: 1. Apr. 1939
Postleitzahl: 64625
Vorwahl: 06251
Karte von Bensheim mit dem Stadtteil Schönberg

Schönberg ist seit dem 1. April 1939 ein Stadtteil von Bensheim an der Bergstraße im Kreis Bergstraße in Südhessen. Bekannt ist der kleine Ort an der Nibelungenstraße durch sein Wahrzeichen, das Schönberger Schloss.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Ort Schönberg mit ungefähr 720 Einwohnern liegt im vorderen Odenwald im Lautertal, benannt nach dem Flüsschen Lauter, welches von der Neunkircher Höhe kommend über Bensheim der Oberrheinischen Tiefebene zufließt und bei Gernsheim in den Rhein mündet. Die Bundesstraße 47 welche von Bensheim kommend durch das Lautertal in den tieferen Odenwald führt, ist auch als die Nibelungenstraße bekannt. Dem Lautertal folgend erreicht man Wilmshausen, einen weiteren Stadtteil von Bensheim, und anschließend die Gemeinde Lautertal.

Namensherkunft

  • 1303 Schonenberg; -burg und in dem dorfe Schoenenberg ['ʃøːnəmbɝʒ]
  • 1375 Schenberg;
  • 1443 Schonberg das Slosß. [1]

Sehenswerte Gebäude

Im Hofweg befindet sich die ehemalige Dorfschmiede. Die „Stockeschmiede“, wie sie von den Schönbergern genannt wird, nahm ihren Betrieb 1870 auf und schloss 1940. An der Nibelungenstraße befindet sich die „Herrenmühle“. Sie wurde erstmals 1555 erwähnt und war ehemals im Besitz der Grafen zu Erbach-Schönberg. Heute befindet sie sich im Zustand nach dem Brand von 1901. Der Mühlenbetrieb wurde 1956 eingestellt.

Ein paar Meter weiter liegt der Dorfplatz, mit dem Haus am Dorfplatz, das 1937 für die Hitlerjugend erbaut wurde, daher wurde es früher „Hitlerjugend-Heim“ genannt. Es wurde vom Verschönerungsverein Schönberg e.V. von 1983 bis 1985 renoviert und dient heute als dessen Vereinsheim. Direkt daneben befindet sich das letzte Schönberger Schul- und Rathaus. Es wurde 1885 erbaut. Der dritte Schulsaal ist von 1954. 1975 wurde der Schulbetrieb wurde 1975. Im heutigen Feuerwehrhaus an der B 47 befand sich früher die Zehntscheune, die 1619 zur Lagerung der Naturalabgaben, des Zehnten gebaut wurde. In den Jahren 2001 und 2002 wurde es zum Feuerwehrstützpunkt umgebaut. Direkt nebenan liegt das Rentamt. Es war das Verwaltungs- und Finanzamt des ehemaligen Amtes Schönberg. Es wurde erstmals 1616 erwähnt. 1822 bis 1826 war es Sitz des Landgerichtes Schönberg.

Schräg gegenüber, im Anwesen Nibelungenstraße 166, befindet sich die ehemalige gräfliche Rentkammer, die um 1870 erbaut wurde. Ein paar Häuser weiter liegt das Wohnhaus der Gräfin Mathilde zu Erbach-Schönberg (1816–1872). Zeitweise wurde es auch als Pfarrhaus genutzt. Heute ist es eine Gaststätte.

Das Schönberger Schloss. Im rechten Hintergrund ist der Melibokus und auf der linken Bildseite in der Mitte das Schönberger Forsthaus zu sehen

Das Schönberger Schloss wurde erstmals 1303 als Burg erwähnt. Die Burg wurde zerstört und danach als Schloss wieder aufgebaut. Bis 1956 war es im Besitz der Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg. Seit 1957 ist es ein Vorsorgeheim der Knappschaft, seit 1996 auch ein Bildungszentrum. An den Mauern des Schlossparks befindet sich das ehemals herrschaftliche Gärtnerhaus. Wenn man den Weg dort weiterverfolgt, kommt man zum ehemaligen Eiskeller. Hier wurde das im Winter in einem Weiher im Hofweg gewonnene Eis eingelagert. Es hielt sich dort bis in den Sommer und diente der Schlossküche zur Kühlung von Speisen.

Die evangelische Marienkirche ist von der Nibelungenstraße von Bensheim kommend gut sichtbar. Sie liegt vor einer Rechtskurve an der Sparkasse auf einem Hügel. Eingeweiht wurde sie 1832. Nebenan befinden sich Grabstätten der Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg.

Die katholische Kirche St. Elisabeth befindet sich am Neuen Schlossweg und wurde 1956 erbaut. Der Glockenturm ist von 1966.

Das Schönberger Kreuz ist vom Waldparkplatz Schönberger Wald erreichbar. Es wurde im Kriegsjahr 1915 von der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg, geb. Prinzessin von Battenberg, auf dem Schnittpunkt der Gemarkungen Schönberg, Wilmshausen und Gronau errichtet. Eine Gedenkstätte zu Ehren Alexander von Battenbergs (1857–1893) befindet sich am Schlossweg unter einer großen Kastanie. Er war von 1879 bis 1786 der erste Fürst des damals neu entstandenen Staates Bulgarien. Er war der Bruder der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg.

Der Hunnerd-Joar-Brunne befindet sich am Alten Schlossweg. Er wurde zum 100. Gründungsjahr Schönbergs mit Hilfe der Stadt Bensheim und es Knappschaftsvorsorgeheims Schloss Schönberg errichtet. Dort befindet sich auch das Ortsdenkmal 700 Jahre Schönberg 2003.

Alle sehenswerten Gebäude sind mit Schildern beziehungsweise Tafeln gekennzeichnet.

Verkehr

Schönberg ist an das Ruftaxinetz mit der Linie Bensheim-Schönberg-Wilmshausen-Reichenbach-Lautern-Gadernheim angeschlossen, die durch das Taxiunternehmen Stark bedient wird. Regelmäßig wird Schönberg von Linienbussen der Linie 665 von Bensheim nach Gadernheim, Lindenfels, Reichelsheim, Brandau, Fürth oder Winterkasten durchfahren.

Vereine

Einzelnachweise

  1. Heinrich Tischner: Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und Itter; Bensheim

Siehe auch

  • Portal: Odenwald

Weblinks


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