Šumná

Šumná
Šumná
Wappen von ????
Šumná (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Znojmo
Fläche: 1196 ha
Geographische Lage: 48° 56′ N, 15° 53′ O48.92833333333315.875555555556438Koordinaten: 48° 55′ 42″ N, 15° 52′ 32″ O
Höhe: 438 m n.m.
Einwohner: 606 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 671 02
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Cejpek (Stand: 2007)
Adresse: Šumná 149
671 02 Šumná
Gemeindenummer: 594911
Website: obecsumna.blog.cz

Šumná (tschechisch früher Šumvald, deutsch: Schönwald) ist eine Gemeinde mit 597 Einwohnern (1. Jänner 2004) im Okres Znojmo in Tschechien. Sie liegt in 438 m ü.M. nördlich der Straße von Znojmo nach Vranov nad Dyjí. Der Ort selbst ist als eine Zeilensiedlung angelegt.

Nachbargemeinden sind Lesná u Znojma; Onšov, Štítary und Vranovská Ves.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

So wie auch Lesná (Liliendorf) ist auch Schönwald 1798 eine Gründung von Joseph Hilgartner, Ritter von Lilienborn, dem Eigentümer der Herrschaft von Frain an der Thaya. Um den Kaufpreis für die Herrschaft Frain zu erwirtschaften, ließ er große Waldflächen roden und das Holz verkaufen. Auf den Kahlschlägen siedelte er Freiwillige an, die die von ihnen bewirtschafteten Grundstücke kaufen konnten und auch sich selbst vom noch üblichen Robot freikaufen konnten.

Bereits 1799 verkaufte er die Herrschaft Frain wieder, doch Schönwald mit 30 Höfen blieb bestehen. Allerdings war es in Schiltern (Štítary) eingemeindet, erst am 3. Mai 1923 wurde Šumná selbständige Gemeinde.

Mit der Eröffnung der Nordwestbahn wurde Schönwald auch die Bahnstation für Frain an der Thaya. Während der Bauarbeiten an der Frainer Talsperre war hier der Ausgangspunkt einer Eisenbahnstrecke für Materialtransporte zur Baustelle.

Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn. Der Vertrag von Saint-Germain [2] 1919 erklärte den Ort, dessen Bewohner im Jahre 1910 zu 97 % dem bairisch-österreichischen Kulturkreis angehörten, zum Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. Zwischen den Volkszählungen 1910 und 1930 wuchs der Anteil der tschechischen Bevölkerung von 0,8 % auf 78 %. [3] So wie in Schönwald führten dies zu Spannungen innerhalb der Volksgruppen im Lande. Als auch die von den Deutschmährern geforderte Autonomie nicht verhandelt wurde und bewaffnete Konflikte drohten, veranlassten die Westmächte die tschechische Regierung zur Abtretung der Randgebiete an Deutschland. Dies wurde im Münchner Abkommen geregelt. Somit wurde Schönwald mit 1.Oktober 1938 ein Teil des deutschen Reichsgaus Niederdonau.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Gemeinde wieder zur Tschechoslowakei zurück. Vor den einsetzenden Nachkriegsexzessen flohen fast alle deutschmährischen Bürger nach Österreich oder wurden über die Grenze getrieben. Im August 1945 bestimmen die drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkrieges im Potsdamer Kommuniqués (Protokoll) [4]die Nachkriegsordnung. Darin akzeptieren sie die summarische Vertreibungen Deutscher ohne jede Prüfung individueller Schuld, verlangen lediglich „einem geordneten Transfer der deutschen Bevölkerungsteile" aus der Tschechoslowakei. Am 27.August 1946 erfolgte die "geordnete" Vollstreckung des Potsdamer Kommuniqués und die Zwangsaussiedlung des einzigen noch verbliebenen Schönwalders nach Westdeutschland. Aufgrund des Beneš-Dekret 108 wurde bereits am 25.Oktober 1945 das gesamte Vermögen der deutschen Einwohner konfisziert und unter staatliche Verwaltung gestellt. Seitens der Tschechischen Republik erfolgte keine Abgeltung für das eingezogene Vermögen. [5]

Matriken werden seit 1798 geführt. Alle Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken bis zum Jahre 1949 befinden sich im Landesarchiv Brünn. [6]

Wappen und Siegel

Da Schönwald ein Ortsteil von Schiltern war, hatte dieses bis 1923 kein eigenes Gemeindesiegel. Erst ab 1923 führte der Ort einen zweisprachigen Gemeindestempel, welcher einen zweiblättrigen Eichenzweig mit drei Eicheln zeigte.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner gesamt Volkszugehörigkeit der Einwohner
Jahr Deutsche Tschechen Andere
1880 229 229
1890 185 182 1 2
1900 211 204 6 1
1910 236 229 2 5
1921 418 103 252 63
1930 629 111 489 29

[8]

Sehenswürdigkeiten

  • kleine Kapelle [9]

Quellen

  • Franz Josef Schwoy: Topographie vom Markgrafthum Mähren, Bd 1 -3, Wien 1793.
  • Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren (1990), Schönwald Seite 35
  • Bruno Kaukal: Die Wappen und Siegel der südmährischen Gemeinden. Knee, Wien 1992, ISBN 3-927498-19-X, Seite 218f
  • Alfred Schickel, Gerald Frodl: Geschichte Südmährens. Band 3. Die Geschichte der deutschen Südmährer von 1945 bis zur Gegenwart. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen an der Steige 2001, ISBN 3-927498-27-0, S. 315 (Schönwald). 

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)
  2. Felix Ermacora: Der unbewältigte Friede: St. Germain und die Folgen; 1919 -1989 , Amalthea Verlag, Wien, München, 1989, ISBN 3-85002-279-X
  3. Wolfgang Brügel: Tschechen und Deutsche 1918 – 1938, München 1967
  4. Charles L. Mee: Die Potsdamer Konferenz 1945. Die Teilung der Beute. Wilhelm Heyne Verlag, München 1979. ISBN 3-453-48060-0.
  5. Alfred Schickel, Gerald Frodl: Geschichte Südmährens. Band III. Maurer, Geislingen/Steige 2001, ISBN 3-927498-27-0, Schönwald S. 310, 315
  6. Acta Publica Registrierungspflichtige Online-Recherche in den historischen Matriken des Mährischen Landesarchivs Brünn (cz,dt). Abgerufen am 14. März 2011.
  7. Gustav Gregor: Der politische Landkreis Znaim, Bd.4, S.105
  8. Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960, sv.9. 1984
  9. Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren (1990), Schönwald Seite 35

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