Żydy

Żydy

Mazurowo, eigentlich Żydy (deutsch: Sieden), ist ein zur Gemeinde Kalinowo zählendes Dorf im nordöstlichen Masuren in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, Landkreis Ełk.

Geographie

Das Dorf befindet sich 7 Kilometer Luftlinie südwestlich der Ortschaft Kalinowo (deutsch Kallinowen) und ein Kilometer nördlich von Pisanica auf der weiter nach Wysokie führenden Landstraße. Es liegt 15 Kilometer östlich der Kreisstadt Ełk.

Geschichte

Das Dorf Zyden entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts durch von der Ordensburg Lyck ausgehende Binnenwanderung. Die Schreibweise wandelte sich über die Jahrhunderte in Schieden, Sydden, Sidden, schließlich Sieden.

Am 27. Mai 1874 entstand nach einer preußischen Gemeindegebietsreform im Regierungsbezirk Gumbinnen, Landkreis Lyck der Amtsbezirk Pissanitzen aus den Landgemeinden Czybulken, Groß Lasken, Kulissen, Loyen, Makoscheyen, Pissanitzen, Ropehlen und Sieden.

Am 1. Dezember 1910 waren in Sieden 223 Einwohner verzeichnet.

1931 wurde nach der Umbenennung von Pissanitzen in Ebenfelde der nun gleichnamige Amtsbezirk Ebenfelde neugegliedert und umfasst statt der bisherigen acht Landgemeinden nun nur noch die Gemeinden Ebenfelde, Groß Lasken, Kulessen, Loyen, Makoscheyen und Sieden

1933 waren in Sieden 240 Einwohner verzeichnet.

1939 hatte Sieden nur noch 211 Einwohner.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 fiel das zum Deutschen Reich (Ostpreußen), Landkreis Lyck, gehörende fast vollständig zerstörte Sieden an Polen. Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht geflüchtet war, nach 1945 größtenteils vertrieben bzw. ausgesiedelt und neben der angestammten polnisch-masurischen Minderheit durch Neubürger aus anderen Teilen Polens ersetzt.

Der Ort Sieden wurde in der polnischen Lautentsprechung des historischen Namens in Żydy umbenannt. Żyd ist aber auch das polnische Wort für Jude, woraus sich immer wieder Diskussionen entfachten. Der Ortsname leitet sich mit der historischen Schreibweise Zyden ursprünglich aus der baltischen Sprache der Prussen ab und bedeutet "(Ort an der) Feuerstelle". Polnisch zurückübersetzt wurde daraus aber mit Żydy "Juden(ort)". Eine jüdische Ansiedlung hat es wohl selber in Sieden nie gegeben. Ab den 1970er Jahren setzte sich zunehmend der Name Mazurowo ("masurischer Ort") durch, allerdings tauchen beide Ortsnamen weiterhin wechselnd auf.

Von 1975 bis 1998 gehörte Mazurowo (Żydy) zur damaligen Woiwodschaft Suwałki, kam dann 1999 zur neu gebildeten Woiwodschaft Ermland-Masuren.

53.83495522.5825267Koordinaten: 53° 50′ N, 22° 35′ O


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