Bergpass

Bergpass
Der Splügenpass (Schweiz/ Italien)

Als Gebirgspass oder kurz Pass bezeichnet man die tiefste Stelle

  • eines Bergkamms, Bergrückens oder Gratverlaufs zwischen zwei Bergen
  • oder zwischen zwei Gebirgsgruppen.
  • Aus Sicht des Talbewohners ist es der Übergang in das jenseits des Gebirges liegende Tal – woher auch die Bezeichnung „Pass“ (Passage) herrührt.

Inhaltsverzeichnis

Passbezeichnungen

In manchen Gegenden wird ein solcher Grateinschnitt auch als Joch bezeichnet, bzw. bei sehr scharfem Profil auch als Scharte. Bei sanften Formen spricht man hingegen vom „Sattel“ (ital: bocchetta). In jedem Fall stellt jede dieser Geländeformen eine Wasserscheide dar.

Weitere Bezeichnungen für Gebirgspässe in den Alpen und deutschen Mittelgebirgen sind

Der Berg war bis Ende des 18. Jahrhunderts kein Ziel. Berge wurden nur in Ausnahmefällen bestiegen und waren vor allem ein Hindernis auf dem Weg zur anderen Seite, das man lieber umging. „Über den Berg bzw. die Berge gehen“ bezog sich bis dahin immer auf die effizienteste Passage, den Pass. Prominente Beispiele hierfür sind Arlberg und Lötschberg. In der Sprache der Walser bedeutet Berg noch heute einen Passübergang sowie das Gebiet zu beiden Seiten.

Bei ausgedehnten und von beiden Seiten zugänglichen Hochtälern war das Alpgebiet namengebend (Oberalppass, Schwägalp).

Geomorphologie

In der geowissenschaftlichen Theorie und der Geomorphologie werden Einsenkung innerhalb eines Gebirgskammes generell als Sattel bezeichnet; auch die Geometrie verwendet diesen Begriff für hyperbolisch gekrümmte Flächen, die einem Pferdesattel ähneln.

Aus geologischer Sicht kann eine solche Einsenkung durch lokale Verwitterungsunterschiede entstehen, z. B. wenn die Gesteine auf beiden Seiten des späteren Passes eine unterschiedliche Härte aufweisen. Auch durch regionale Tektonik oder zufolge felsmechanischer bzw. geologischer Störungslinien kann ein Gebirgseinschnitt entstehen, während die sogenannten Transfluenzsattel auf Gletscherschliff zurückgehen.

Grate und Pässe als Wetterscheiden

Pässe und Joche sind nicht nur für den Straßenverkehr, die Orografie und den Bergsteiger von Bedeutung, sondern auch für die Meteorologie. Denn häufig fallen Gebirgsketten auch mit Wetterscheiden zusammen, sodass man beim Überschreiten des Passes – insbesondere am Alpenhauptkamm – vom Sonnenschein direkt in einen heftigen Regen oder gar Schneesturm kommen kann.

Unter Bergsteigern sind viele solche hochalpinen Örtlichkeiten bekannt; manche von ihnen haben markante Bezeichnungen wie „Lucke“ erhalten (z. B. Birnlücke in den Hohen Tauern). Im Dachsteinmassiv gibt es wegen turbulenter Wetterwechsel die „Windlegerscharte“, und der „Malojawind“ westlich von St. Moritz ist bei Segelfliegern gefürchtet oder erwünscht – je nachdem, von welcher Seite die Alpenüberquerung erfolgt.

Pässe als Verbindungsglied

Ein Pass ist meist von einem Weg bzw. einer Straße erschlossen, die diesen tiefsten Punkt des Gebirgskamms oder Bergstocks als Verbindung zwischen zwei Tälern nutzt. So wird die Bezeichnung Pass zum Synonym für diese Wegverbindung. Häufig ermöglichen Pässe auch die Erschließung besonderer Landschaftsregionen, die das „Naturerlebnis“ oder die besondere sportliche Herausforderung (siehe Tour de France) betont.

Die Geschichte vieler Pässe als Konzentrationspunkte von menschen- und länderverbindenden Wegen ist durch Ausgrabungen über Jahrtausende hinweg belegt. Hierfür mögen die Hinweise auf die antiken Römerstraßen oder den Fund der Gletscherleiche „Ötzi“ genügen.

Siehe auch

Weblinks


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