Biozentrum Basel

Biozentrum Basel
Biozentrum Basel

Das Biozentrum ist ein Departement der Universität Basel. Es ist ein interdisziplinäres Institut der Grundlagenforschung und umfasst die Fachbereiche Biochemie, Biophysikalische Chemie, Mikrobiologie, Strukturbiologie und Zellbiologie der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie die Pharmakologie/Neurobiologie der medizinischen Fakultät. Neu hinzugekommen sind im Laufe des Jahres 2001 die Bereiche Bioinformatik, Genomik/Proteomik sowie die Nanowissenschaften.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben und Geschichte

An das Biozentrum angebaut und im Jahre 2000 eingeweiht wurde das so genannte Pharmazentrum. Es beherbergt einige Forschungsgruppen des Biozentrums, darunter die Bioinformatik, sowie das Zoologische Institut der Universität Basel; ausserdem diverse Forschungseinheiten des DKBW und der Pharmazie sowie das Zentrum für Pharmazeutische Wissenschaften Basel-Zürich. Auch die Mikroskopie der Universität ist dort untergebracht.

Das Biozentrum wurde 1971 mit einer damals innovativen Idee gegründet: die Vereinigung der verschiedenen biologisch-naturwissenschaftlichen Bereiche unter einem Dach. Das interdisziplinäre Institut kann mit einer langen Liste an Wissenschaftspreisen aufwarten, den bisherigen Höhepunkt stellt der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1978 dar, der an Werner Arber verliehen wurde.

Die Fassadengestaltung des Biozentrums mit Wandplatten und Neonbuchstaben stammt von Samuel Buri und entstand im Rahmen eines Wettbewerbs des Basler Kunstkredits 1972.

Die Mitarbeiter

Am Biozentrum sind ca. 430 Personen beschäftigt. Nicht alle haben eine Festanstellung, über die Hälfte der Mitarbeiter sind aus unterschiedlichen Gründen für 1 bis 5 Jahre im Haus: ca. 120 Postdoktoranden, unabhängige Wissenschafter, Stipendiaten und Assistenzprofessoren (1 bis 5 Jahre), ca. 80 Doktoranden (3 bis 4 Jahre) und 50 Diplomanden (Studenten im 4. Studienjahr). Über 80 Personen sind in Haustechnik und Administration beschäftigt, ca. 70 im wissenschaftlich-technischen Bereich, und etwa 30 Professoren (fest- und nicht festangestellte) forschen in Mini-Teams oder Gruppen von bis zu 20 Mitarbeitern. Weiter sind stets Gastwissenschaftler im Haus, die nach unterschiedlich langer Zeit (2 Wochen bis 1 Jahr) an ihren festen Arbeitsplatz im Ausland oder in anderen Instituten zurückkehren. Nicht zuletzt bietet das Haus pro Jahr ca. 40 neuen Biologie-Studenten Platz. Der Gesamtanteil an Frauen liegt bei 44 % – in Verwaltung, Technik und Labortechnik mit 64 % immer noch deutlich höher als in der Forschung (32 %).

Lehre und Ausbildung - Studium am Biozentrum

Die besondere Eigenheit des Biozentrums ist, dass man hier das Biologiestudium der Universität Basel vor Ort in einem Forschungsinstitut absolviert. Das hat den Vorteil, dass man von Anfang an in ein aktives, 'echtes' Forschungsumfeld eingebunden ist und vom ersten Studientag an hautnah erlebt, wie der Alltag eines Forschungsbiologen aussieht. Die Studenten erlernen neben dem theoretischen Wissen auch das Erarbeiten experimenteller Methoden und sammeln Erfahrung in der aktiven Forschung. Die Ausbildung zum Forschungsbiologen umfasst drei Stufen:

1. Studium: Mit dem neuen Studienkonzept zum Bachelor/Master ('Bologna-Modell'), mit dem die Uni Basel ein internationales Modell übernimmt, beträgt die Studienzeit bis zum Diplom ca. 4 Jahre. Den Abschluss bildet im letzten Jahr eine praktische Diplomarbeit in einer Forschungsgruppe.

2. Doktorat: Die weitere Ausbildung erfordert die Bearbeitung eines eigenen Projekts in einem Zeitraum von etwa 3 Jahren. Jährlich schliessen ca. 25 Doktoranden am Biozentrum als Dr. phil. nat. ab. Hinzu kommen etwa genauso viele, die - vom Biozentrum betreut - ihre Promotionsarbeit am Friedrich-Miescher-Institut, am Departement Forschung des Kantonsspitals oder in einem Forschungslabor der Industrie durchführen.
Im Jahre 2007 werden erstmals spezielle Stipendien vergeben für das internationale PhD Programm Opportunities for Excellence am Biozentrum. Ermöglicht wird das internationale PhD Programm durch die Werner Siemens-Stiftung (Zug, Schweiz). Es handelt sich um ein Programm für besonders begabte Studierende im Rahmen der Exzellenzförderung.

3. Postdoktorat: Zur Erweiterung der Kenntnisse und des Horizontes verbringen junge Forscher meist einige Jahre in Forschungsgruppen im Ausland. Entsprechend arbeiten viele Postdoktoranden aus dem europäischen Ausland und aus Übersee im Biozentrum.

Kosten

Budget 2006:[1]

Gesamtaufwand: 44,4 Mio CHF
Kantonale Mittel/Universität Basel: 73 %
Drittmittel: (Schweizer Nationalfonds und diverse andere Fonds) 27 %

Ausgaben:

Sachkosten: 25 %
Personalaufwand: 75 %

Einzelnachweise

  1. Kosten des Biozentrums

Weblinks

47.5637217.5801487Koordinaten: 47° 33′ 49,4″ N, 7° 34′ 48,53″ O; CH1903: (610651 / 268122)


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