Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz

Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz (BG+BRG)
BG + BRG Bludenz
Adresse
Straße: Unterfeldstraße 11
Postleitzahl: 6700
Stadt: Bludenz
Bezirk Bludenz
Bundesland: Vorarlberg
Schuldaten
Schultyp: BG und BRG
Direktor: Helmut Abl (seit 2008)
Schülerzahl:
Lehrerzahl:
Gründungsjahr: 1939
Schulträger: Republik Österreich
Webseite: BG und BRG Bludenz

Das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz (kurz: BG und BRG Bludenz) ist eine allgemeinbildende höhere Schule in Bludenz im österreichischen Vorarlberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung 1939

Das spätere Gymnasium wurde mit Erlass vom 4. Oktober 1939 vom damaligen Reichsministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten als „Staatliche Oberschule für Jungen“ in der „Kreisstadt“ Bludenz bewilligt.
Nachdem die finanziellen Mittel für die Errichtung eines Schulgebäudes fehlten, wurde die Schule im Südtrakt des Dominikanerinnenklosters St. Peter (gegründet 1278 von Graf Hugo I. von Werdenberg-Heiligenberg) untergebracht.[1]

Eröffnung 1940

Das erste Schuljahr 1939/40 konnte erst nach Adaptierungsarbeiten mit der feierlichen Eröffnung am 13. Januar 1940 mit 41 Schülern begonnen werden. Mädchen wurden erst im zweiten Bestandsjahr 1940/41 zugelassen. Das Schuljahr 1944/45 musste wegen Lehrermangel und zahlreichen Fliegeralarmen wiederholt werden.

In den Räumlichkeiten der Schule wurde im Februar 1945 ein Kriegslazarett eingerichtet und die Klassen in die Volksschule verlegt. Im Mai 1945 bezog eine marokkanische Maultierkompanie der französischen Besatzungsmacht das Kloster.

Schulbetrieb im Kloster St. Peter (1950–1961)

Im September 1950 begann der Unterricht in den Räumlichkeiten des Klosters St. Peter in Form eines Österreichischen Staatsrealgymnasiums und im Jahre 1948 konnten die ersten Schüler ihre Matura (Reifeprüfung) ablegen.

Das kleinste Klassenzimmer der Schule wurde umgangssprachlich „das Loch“ genannt – es lag im Erdgeschoss und hatte nur ein vergittertes Fenster zum Schulhof. Der Platzmangel in den unzureichenden Räumlichkeiten des Klosters wurde immer gravierender und konnte durch den Bau einer Schulbaracke 1952 in der Klosterwiese vor dem Haupteingang gegenüber dem Schulgebäude kurzfristig gelindert werden. Der Bau, in dem zwei Klassenzimmer sowie zwei Lehrmittelräume Platz fanden, wurde durch die Vorarlberger Illwerke und die Stadtgemeinde Bludenz unterstützt.

Zum Turnunterricht mussten die Schüler bis 1961 in den Bludenzer Stadtsaal ausweichen. Fußball und Leichtathletik war nur auf dem Unterstein-Sportplatz möglich.

Schulneubau im Unterfeld (1956–1961)

Es war Dir. Dr. Ludwig Kert, Leiter der Schule seit 1947, der mit viel Geduld, Einsatz und Weitblick den Neubau der Schule im Unterfeld betrieb.
Bei seiner Rückkehr aus Amerika, England und Frankreich im Mai 1952 machte Bundeskanzler Dr. Figl Station in Bludenz, wo ihm Dir. Kert den Neubau der Schule dringend nahelegte. Die Stadt Bludenz hatte den Baugrund im Unterfeld kostenlos zur Verfügung gestellt.

Im Juli 1961 besichtigte Bundespräsident Dr. Adolf Schärf zusammen mit dem Vorarlberger Landeshauptmann Ulrich Ilg den Fortschritt des Neubaus. Nach einer fünfjährigen Bauzeit konnte am 10. Dezember 1961 das moderne Schulgebäude seiner Bestimmung übergeben werden. Die Wandgestaltung im Foyer wurde 1963 durchgeführt vom Bregenzerwälder Künstler Leopold Fetz.

Mit dem schnellen Ansteigen der Schülerzahlen mussten in den siebziger Jahren die Professorenwohnungen zu Klassen umfunktioniert werden und das ehemaligen Missionshaus St. Josef beherbergte noch bis 1980 einige Notklassen.

Erweiterungen (1980 und 2002–2005)

Der 1980 eröffnete Zubau im Ostbereich konnte kurzfristig den enormen Platzbedarf mildern.

In den Jahren 2002 bis 2005 wurde die Schule generalsaniert und um einen zusätzlichen Südtrakt erweitert.

Unterrichtsformen

Derzeit besuchen etwa 1000 Schüler und Schülerinnen das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz.

Langformen

Kultur und Sprache

Hier wird besonderer Wert auf die fremdsprachliche Ausbildung gelegt. In der dritten Klasse beginnt der Unterricht in Latein oder Französisch und die in der Unterstufe nicht gewählte Sprache wird dann ab der fünften Klasse erlernt.
In der Oberstufe bieten die Wahlpflichtgegenstände die Möglichkeit, zusätzlich noch Sprachkenntnisse in Italienisch oder Spanisch zu erwerben.

Natur und Technik

In dieser Schulform liegt der Schwerpunkt auf den Gegenständen Mathematik, Biologie und Umweltkunde, Physik, Chemie und Informatik. In der dritten Klasse wird Geometrisches Zeichnen unterrichtet und Technisches oder Textiles Werken fortgesetzt und der Mathematikunterricht ist verstärkt.
Zu Beginn der fünften Klasse kann zwischen Latein und Französisch gewählt werden. Der Unterricht in Darstellender Geometrie (ab 7. Klasse) bildet die Voraussetzung für technische Studienrichtungen.

Kurzformen

Neben der Langform des Gymnasiums werden in Bludenz auch zwei Bundesoberstufenrealgymnasien (BORG) geführt. Diese Schulformen führen in vier Jahren zur Matura.

BORG Musik-Aktiv

Ab dem Schuljahr 2010/2011 kommen zusätzlich zu den bisherigen zwei Musikerziehungsstunden und den zwei Instrumentalunterrichts- bzw. Gesangsstunden pro Woche nun ein bis zwei Schwerpunktstunden, die eine breitere und praxisbezogene Ausbildung sicherstellen sollen. Die Themenschwerpunkte umspannen dabei u.a. Bereiche wie Rhythmus und Percussion, Stimmbildung und Chorgesang, moderner Tanz, Musiktheorie und Keyboard, Musik am Computer, einfache Arrangements und Ensemblespiel.

In der rein praktischen Ausbildung ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Gitarre
  • E-Gitarre
  • Klavier
  • Saxophon
  • Violine
  • Schlagzeug
  • Gesang
  • Klarinette

BORG Gesundheit & Bewegung

Dieses völlig neue und in Österreich bisher einmalige Bildungsangebot soll ab dem Schuljahr 2011/2012 Schülerinnen und Schüler zur Matura führen und zusätzlich in einem drei- bis vierstündigen Schwerpunktfach (siehe Stundentafel) auf das Studium „gesundheitsnaher Berufe“ vorbereiten.

Die Themenschwerpunkte umspannen dabei Bereiche wie Anatomie, Physiologie, Ernährungslehre, erste Hilfe, Trainingslehre, Gesundheit, Wellness, Sportverletzungen, Rehabilitation, Gesundheitsberufe, sportmedizinische Tests, Verbandstechnik, Sportmassage etc. und unterliegen dabei folgenden Prinzipien:

  • höchstmögliche Eigenaktivität
  • fächerübergreifender Unterricht
  • Einbindung externer Experten und Expertinnen
  • maximale Außenaktivität
  • Angebote möglicher Zusatzausbildungen

Beim Einstieg in beide Formen des Oberstufenrealgymnasiums können die Schüler/innen ab dem Schuljahr 2011/2012 zwischen Französisch, Italienisch und Französisch wählen. Entsprechend dem bewährten Grundkonzept werden in beiden Zweigen zur Sicherung des Lernerfolgs alle Schularbeitenfächer (Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein bzw. Französisch) in der 5. Klasse statt in drei in vier Stunden – also mit verstärkter Übungsphase – unterrichtet.

Schulleiter

  • 1940–1942: Studienrat Dr. Eberhard Steinacker
  • 1942–1945: Studienrat Karl Hane
  • 1945–1946: Oberstudienrat Dr. Guido Burtscher
  • 1946–1947: Prof. Walter Stecher (übernahm 1947 die Leitung des BG Feldkirch)
  • 1947–1978: Hofrat Dr. Ludwig Kert
  • 1978–1985: Oberstudienrat Mag. Josef Blank
  • 1985–1998: Hofrat Mag. Elmar Dür
  • 1998–2008: Mag. Franz Josef Fröwis
  • seit 2008: Oberstudienrat Mag. Helmut Abl

Mittelschulverbindung Sonnenberg

In Bludenz wurde am 28. Juni 1949 die Katholische Mittelschulverbindung Sonnenberg Bludenz (SOB) gegründet – eine Verbindung für alle Schüler, die im Bezirk Bludenz wohnhaft sind und eine höhere Schule im Raum Bludenz besuchen. Die KMV Sonnenberg ist Mitglied im Mittelschüler-Kartellverband (MKV), dem Dachverband aller Farbentragenden Mittelschulverbindungen.

Literatur

  • Das Gymnasium Bludenz 1940 bis 1980, Dr. Josef Concin (2007)
Dr. Josef Concin, Zahnarzt in Nüziders, hat sich schon mehrfach als kompetenter Lokalhistoriker betätigt. Bisher erschienen von ihm „Die Bludenzer Südtiroler-Siedlung“, „Die Bergparzellen von Nüziders“ (Muttersberg), „Die Hl. Kreuzkirche Bludenz“. Sein neuestes Werk „Das Gymnasium Bludenz 1940 bis 1980“ versteht er als „Bilderchronik und Handbuch für Maturatreffen“. Es zeigt den Werdegang dieser für den Bezirk Bludenz sehr wichtigen Schule. Ob Geschichte der Schule, Schulalltag, Tanzkurse und Turnstunden, Schulausspeisung und Schulwege, Schiwochen und Ausflüge, Wienfahrten, Schulpersonal, Lehrkörper, Maturajahrgänge – man findet in diesem Buch alles Bemerkenswerte aus dem dargestellten Zeitraum.
Das Buch zeigt neben wichtigen Dokumenten aus der Schulgeschichte eine umfassende Sammlung von Fotos aller Direktoren und Lehrer, darüber hinaus zahlreiche Bilder von Klassen der verschiedenen Jahrgänge, vor allem der Maturaklassen samt Klassenvorständen und von schulischen Veranstaltungen (Bälle, Klassenfeste, Schiwochen, Wienfahrt), wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Besonders dokumentiert ist der Umzug von der alten Schule im Kloster St. Peter in das neue Schulgebäude im Unterstein im Jahre 1961.
Ein eigener kurzer und ebenfalls bebilderter Artikel des ehemaligen Schülers Dr. Bernhard Jochum behandelt den Werdegang der katholische Mittelschulverbindung Sonnenberg.

Einzelnachweise

  1. Bludenz, Dominikanerinnenkloster St. Peter

Weblinks

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