Bâche

Bâche
SO dient als Kürzel für den Schweizer Kanton Solothurn und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bettlach zu vermeiden.
Bettlach
Wappen von Bettlach
Basisdaten
Kanton: Solothurn
Bezirk: Lebern
BFS-Nr.: 2543Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 2544
Koordinaten: (598968 / 228136)47.2041637.425003479Koordinaten: 47° 12′ 15″ N, 7° 25′ 30″ O; CH1903: (598968 / 228136)
Höhe: 479 m ü. M.
Fläche: 12.20 km²
Einwohner: 4793
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.bettlach.ch
Karte
Karte von Bettlach

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Wartung/Pixel

Bettlach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Lebern des Kantons Solothurn in der Schweiz. Die französische Bezeichnung für Bettlach lautet Bâche. Bettlach besteht aus den Ortsteilen Bettlach Dorf, Allmend, Ried, Büelen, Witi, Bischmatt, Zelg, Bruech, Tannlimatt, Ischlag, Kastels, Burg, Bettlachberg und Bettlachstock.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bettlach liegt auf 489 m ü. M., 2.5 km östlich des Bezirkshauptortes Grenchen und 8 km westlich von Solothurn (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am Jurasüdfuss östlich des Giglerbachs, am Rand der Aareniederung und auf einem eiszeitlichen Moränenwall, im Solothurner Mittelland.

Die Fläche des 12.2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Solothurner Jurasüdhangs. Die südliche Grenze verläuft entlang dem stark gewundenen Flusslauf der Aare (428 m.ü.M). Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden nordwärts über die bis zu 2 km breite und landwirtschaftlich intensiv genutzte Aareniederung (Witi) bis an den Jurahang. Am Fuss des Juras befindet sich der Hügel Büelen, an dessen Hang der Ortskern liegt. Dieser Hügel, der sich gegen Solothurn hin fortsetzt, besteht aus Moränenschutt, welcher vom eiszeitlichen Rhonegletscher während einer länger andauernden Stagnation in der Rückzugsphase hier abgelagert wurde.

Der Jurasüdhang ist in seinem unteren Abschnitt bei Bettlach relativ sanft geneigt und mit Wiesen bestanden. Oberhalb etwa 650 m ü. M. beginnt der steile Waldhang (Bettlachberge), der an verschiedenen Orten von Felsen durchzogen ist. Das Gebiet reicht bis auf die Wandflue, das Wahrzeichen von Bettlach, auf der mit 1399 m ü. M. die höchste Erhebung der Gemeinde erreicht wird. Die Felskante der Wandflue erhielt ihre Gestalt durch einen grossen Felssturz, welcher sich beim Rückzug des Rhonegletschers am Ende der letzten Eiszeit ereignete, nachdem die hangstabilisierende Wirkung der Eismasse nicht mehr vorhanden war. Am Hangfuss, im westlichen Gemeindeteil bildete sich ein Schuttkegel, der durch die Erosion des Giglerbachs moduliert wurde.

Zur Gemeindefläche gehört das gesamte Einzugsgebiet des Giglerbachs, der im Kessel des Bettlachbergs an den Hängen der Wandflue und des südlich vorgelagerten Bettlachstockes (1299 m ü. M.) entspringt. Im Nordwesten reicht das Gebiet bis auf die Höhen des Grenchenbergs auf der Antiklinalen der ersten Jurakette. Die östliche Grenze verläuft über weite Strecken entlang des Brügglibachs, eines linken Zuflusses der Aare. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 12 % auf Siedlungen, 39 % auf Wald und Gehölze, 47 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 2 % war unproduktives Land. Von den 12,193 km² Gemeindegebiet entfallen 0.2 km² auf fliessende Gewässer (in erster Linie die Aare) und nur 0.002 km² auf stehende Gewässer (Erlimoosweiher an der Grenze zu Selzach).

Zu Bettlach gehören die Siedlung Allmend (ca. 570 m ü. M.) am Hang oberhalb des Dorfes sowie verschiedene Einzelhöfe in der Witi.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1181 ~ 100
1430 ~ 190
1666 338
1788 517
1850 596
1900 935
1910 1477
1930 1912
1950 2061
1960 2796
1970 4046
1980 3851
1990 4114
2000 4721

Erste Angaben über die Bevölkerungszahl in Bettlach finden sich in derselben Urkunde, in der das Dörfchen überhaupt zum ersten Mal erwähnt wurde. Später lassen alte Grundbücher viele Rückschlüsse zu. Darin auch sind die Besitzesverhältnisse und die Abgaben von verschiedenen Grundstücken aufgezeichnet. So findet man nebst den ältesten Bettlacher Geschlechtern auch längst vergessenen Flurnamen wieder.

Zwischen 1900 und 1910 stand Bettlach in der schweizerischen Bevölkerungsstatistik an oberster Stelle. In dieser Zeit konnte das Dorf die höchste Zuwachsrate an Einwohnern (in Prozenten) verzeichnen. Dies war die Folge der guten Wirtschaftslage und den aufstrebenden Uhrenfabriken in der Gemeinde.

Ein weiterer markanter Anstieg wurde während der 1960er Jahre beobachtet, bevor die wirtschaftliche Krise der 1970er Jahre in einem leichten Bevölkerungsrückgang resultierten.

Mit 4793 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2007) gehört Bettlach zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Solothurn. Unter diesen 4874 Einwohnern sind genau 800 Personen ausländischer Herkunft. In Prozenten ausgedrückt, ergibt das folgendes Bild: 88.3 % sprechen deutsch, 3.2 % italienisch und 1.7 % französisch (Stand 2000). Alle Bewohner von Bettlach sind auf 2091 Haushaltungen verteilt.[2]

Zurückzuführen ist die erneute Bevölkerungszunahme durch den Bau neuer Wohnquartiere seit 1990. Das Siedlungsgebiet von Bettlach ist mittlerweile lückenlos mit demjenigen von Grenchen zusammengewachsen.

Wirtschaft

Bettlach war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Die Wasserkraft des Giglerbachs wurde schon seit dem 16. Jahrhundert für den Betrieb von Sägereien genutzt. Ab etwa 1890 erlebte der Ort eine rasche Industrialisierung durch die Gründung mehrerer Uhrenfabriken. Durch die Krise in der Uhrenindustrie gingen 1973 zahlreiche Arbeitsplätze verloren. In der Folgezeit fand eine starke Diversifizierung der Industrie statt, die sich zuvor fast ausschliesslich auf die Uhrenbranche und Zulieferbetriebe konzentriert hatte.

Heute bietet Bettlach rund 2000 Arbeitsplätze an. Mit 5 % der Erwerbstätigen, die noch im primären Sektor beschäftigt sind, hat die Landwirtschaft nur noch einen geringen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Etwa 69 % der Erwerbstätigen sind im industriellen Sektor tätig, während der Dienstleistungssektor 26 % der Arbeitskräfte auf sich vereinigt (Stand 2001).

Der primäre Sektor konzentriert sich auf Ackerbau, Gemüsebau und Obstbau in der Aareebene sowie auf Viehzucht und Forstwirtschaft in den oberen Gemeindeteilen. Die grösseren Industrie- und Gewerbegebiete von Bettlach erstrecken sich entlang der Hauptstrasse von Solothurn nach Grenchen und in Bahnhofnähe. Wichtigster Arbeitgeber der Gemeinde ist heute die Firma Mathys AG, die sich auf die Herstellung von chirurgischen Implantaten spezialisiert hat. Die ehemalige Uhrenindustrie lebt in der Produktion von Quarzuhren fort. Daneben gibt es zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen in den Bereichen Maschinenbau, Metallbau, Baugewerbe, Elektronik, Gartenbau, Möbelschreinerei, Messtechnik und in mechanischen Werkstätten.

Das Dorf hat sich dank seiner attraktiven Lage in den letzten Jahrzehnten auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Ausgedehnte neue Wohnquartiere entstanden seit 1980 am Hang westlich des alten Ortskerns und des Giglerbachs, so dass das ehemalige Wiesland zwischen Bettlach und Grenchen heute weitgehend überbaut ist. Auch oberhalb des Dorfplatzes, in der Allmend und auch auf der Büelen entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Neubauten in Form von Ein- bzw. Zweifamilinenhäusern. Zudem werden auch an der Dorfstrasse sowie an der Bahnhofstrasse mehrere neue Wohnblöcke errichtet. Neben zahlreichen Zupendlern sind viele Erwerbstätige Wegpendler, die hauptsächlich in Grenchen, aber auch in den Regionen Solothurn und Biel arbeiten.

Verkehr

Bettlach von Norden mit der Aare im Hintergrund

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Sie liegt an der alten Hauptstrasse T5 von Solothurn nach Biel. Der nächste Anschluss an die Autobahn A5, die 2002 eröffnet wurde und das Dorf vom Durchgangsverkehr entlastete, befindet sich rund 5 km vom Ortskern entfernt.

Am 1. Juni 1857 wurde die Eisenbahnlinie von Solothurn nach Biel in Betrieb genommen. Der Bahnhof Bettlach wurde jedoch erst 1906 eingerichtet. Mittlerweile musste der alte Bahnhof einem Wartehäuschen aus Glas und einer hohen Überdachung weichen. Das Dorf ist mit Regionalzügen ans Netz der SBB angebunden, die am Tag im Halbstundentakt nach Neuenburg und Olten verkehren. Durch mehrere Buslinien der Busbetriebe Grenchen und Umgebung, welche die Strecken von Grenchen nach Selzach/Lommiswil und von Grenchen nach Bettlach bedienen, ist das Dorf auch an das Busnetz angebunden. So sind auch die grösseren Bahnhöfe in Grenchen mit direktem Anschluss nach Basel, Genf und Zürich mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.

Seit Dezember 2005 verbindet eine Innerortslinie mit dem Projektnamen "Dorfbus" (Linie 10N) den Bahnhof SBB mit dem nördlichen Gemeindeteil Allmend. Mit dem Fahrplanwechsel 2007 wurde der Dorfbus fix und nicht mehr nur als 2jähriges Projekt im Fahrplan der BGU aufgenommen. Der Dorfbus verkehrt nur wenige Male an Wochentagen am frühen Morgen, am Mittag und nach Feierabend. Der Fahnplan ist auf den Anschluss am Bahnhof ausgerichtet und ist so für öV-Pendler interessant. Wegen mangeldem Interesse wurde jedoch der Wochenenddienst per 2007 zum Rufbus umgewandelt. [3]

Geschichte

Vergletscherung

In der letzten grossen Eiszeit stiess der Rhonegletscher durch das Aaretal bis in die Region Solothurn vor. Der Bettlacher Büelenhügel ist die letzte Erinnerung an diese Zeit. Die ehemalige Seitenmoräne des Gletschers erhebt sich Dorfkern östlich des Gemeindehauses. In der Spätglazialzeit (10'000-9000 Jahre v.Chr.) zog sich der Rhonegletscher in Folge der Klimaerwärmung langsam zurück. Der Juraerhebung fehlte im Bereich zwischen des Grenchner Vorbergs und des Bettlachstockes der stützende Halt des Gletschers. Die Folge: Das unstabile Kalkgestein kam ins Rutschen und bewirkte einen gewaltigen Bergsturz. Der Bergsturz, einer der grösseren Bergstürze in der Schweiz schuf damals mit ihrer Abbruchstelle das Wahrzeichen Bettlachs, die Wandfluh. Das ganze Geröll des Sturzes ist die heutige sanfte Erhebung zwischen dem Hofacher und der Aare, welche besonders gut aus der Luft zu erkennen ist. Darauf befinden sich Teile der Stadt Grenchen und Bettlach.

Interessant für Wanderer ist der sogenannte Durchblick in die Urzeit, verschiedene Informationsstände verteilt im ganzen Kanton. Zwei dieser Tafeln mit Text und Bild steht auch auf Bettlacher Gemeindegebiet in der Nähe des Berghofes "Bützen" (ca. 15 Minuten östlich des Restaurants Untergrenchenberg) und am oberen Eingang zum Engloch, direkt an der Krete der Wandflue (ca. 25 Minuten auf der Grenchenberg-Passstrasse vom Rest. Untergrenchenberg). Der erstere Informationsstandund behandelt die Vergletscherung des Solothurner Aaretals und der letztere das grosse Jurameer, aus dessen Meeresboden sich später das Juragebirge bildete. Weitere Informationen zum Durchblick in die Urzeit auf der Homepage des Kantons

Erste Zeugen einer Besiedelung

Bettlach wurde schon sehr früh bewohnt. Auf dem Gemeindegebiet fand man Spuren einer Besiedelung, die in die Bronzezeit (1050-750 v.Chr.) gehören. Ungefähr 100 v.Chr. liessen sich in der Region Bettlach, vom süddeutschen Raum kommend, Kelten nieder. Dieser Keltenstamm, genannt Helvetier, brach im Jahre 58 v.Chr. weiter nach Gallien auf. Nach der Schlacht von Bibracte zwang sie jedoch der römische Statthalter Julius Caesar zur Umkehr in die Schweiz. In der gleichen Zeitspanne besetzten die Römer die Schweiz von Süden her.

Paetiliacum

Über die darauffolgende Anwesenheit der Römer in Bettlach zeugt ein grosser Gutshof mit dem Namen Paetiliacum (Hof des Paetilius), der westlich der evangelischen Kirche ausgegraben wurde. Zudem vermutet man bis heute einen zweiten Gutshof auf dem östlichen Büelenhügel. Dessen Existenz ist jedoch unklar.

Das Bettlacher Gemeindegebiet durchzogen zwei Römerstrassen zwischen Petinesca (Studen b. Biel/Bienne) und Salodurum (Solothurn), eine davon über das sogenannte „Römerbrüggli" in der Bettlacher Witi.

Über mehrere Jahrhunderte lebte die keltisch-römische Bevölkerung danach mehrheitlich in Frieden am Jurasüdhang. 260 n. Chr. drangen die Alemannen in die Region vor. Vermutlich wurde der römische Gutshof von Bettlach in dieser Zeit zerstört.

Wie aus Betelacho Bettlach wurde

Im Jahre 1181 wird Bettlach unter dem Namen Betelacho erstmals in einer offiziellen Urkunde erwähnt. Nebst Angaben über die Nachbargemeinde Selzach steht auch eine Flächenangabe für Betelacho im obengenannten Dokument. Die Rede ist von 70 Jucharten (25,2 Hektaren). Verglichen mit der heutigen Fläche des Dorfes (12.2km²) ist es nur ein Bruchteil. Zurückführend auf Baumfunde in der Witi ist anzunehmen, dass der Bettlacher Wald damals viel weiter in die Aareebene reichte, als heutzutage. Erst durch Rodung entstand baumfreies Gebiet für eine landwirtschaftliche Nutzung. Weiter werden in diesem Dokument acht Hütten erwähnt. Dies lässt vermuten, dass unser Dorf ungefähr an die hundert Bewohner zählte.

Im Jahre 1181 wird Bettlach unter dem Namen Betelahe 1214 erneut erwähnt. In diesem Pergament steht erstmals der Name eines Dorfbewohners. Er hiess Burkhard von Bettlach (Burcardus de Betelahe).

1279 und 1329 wird Bettlach erneut mit Bettelage bzw. Betlach erwähnt. Es stehen keinen weiteren Hinweise und Rückschlüsse zum Dorf in diesen zwei Dokumenten.

Bettlach wechselte oft seine Zugehörigkeit. Nachdem das Grenchner Geschlecht ausstarb, erbten die Grafen von Strassberg das Land. Politisch gehörte das Dorf im Jahre 1309 zusammen mit Selzach und dem Herrschaftssitz der Grenchner Herren, der Burg Grenchen zur Herrschaft Altreu. Gleichzeitig war es aber kirchlich Grenchen, und somit der Herrschaft Büren unterstellt. Der Gerichtsort wiederum war Selzach. Nach weiteren zahlreichen Besitzerwechseln und Teilungen, verkaufte der Solothurner Bürger Rudolf Sefried im Jahre 1389 wegen Geldproblemen die Herrschaft Altreu für 1400 Gulden an die Stadt Solothurn. Bettlach kam so an die Stadt Solothurn und auch der Gerichtsort wechselte in die heutige Kantonsshauptstadt.

Industrialisierung

Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Bettlach während der Helvetik zum Verwaltungsbezirk Solothurn und ab 1803 zum Bezirk Lebern. Schon im 18. Jahrhundert entstanden im Dorf einige kleine Uhrwerkstätten. Der eigentliche wirtschaftliche Aufschwung erfolgte ab 1890 mit der Gründung mehrerer Uhrenfabriken, die auch mit der Uhrenindustrie im benachbarten Grenchen in Verbindung standen. Um 1900 nahm die Bevölkerung rasch zu, und es wurden fabrikeigene Wohnhäuser für die Arbeiter errichtet.

Während des 2. Weltkrieges

Die Bevölkerung wurde vom Ausbruch des zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 überrascht. Der deutsche Überfall auf Polen kam für die ganze Schweiz unerwartet. Nach einer ersten Orientierung der Schüler über die Vorkommnisse im Norden wurden die Schulen vorübergehend geschlossen. Mit der Mobilmachung der Gesamtarmee am folgenden Tag, dem 2. September 1939, mussten auch viele Bewohner Bettlachs einrücken.

Die neue Kriegssituation veranlasste die Aufstellung der Ortswehren, die im Notfall aufgeboten werden konnten. Bettlach rekrutierte dabei 62 Männer mit Gewehren der Generation 1889 bewaffnet wurden. Die Aufgabe bestand in der Überwachung der Bahngeleise zwischen Grenchen und Selzach und der Flurkontrolle, da die Gemüsediebstähle zunahmen.

Zwischen November 1940 und September 1944 musste das ganze Dorf verdunkelt werden. So fanden in dieser Zeit keine Gesellschaftsanlässe mehr statt. Auch Lebensmittel und Treibstoffe wurden knapp, sodass ein PKW-Fahrverbot eingeführt wurde.

Um mehr Lebensmittel zu produzieren, wurde die Gemeinde angewiesen, die Anbaufläche zu erweitern. Dieser Anordnung fiel auch der alte Fussballplatz östlich des Gasthofes St. Urs und Viktor zum Opfer, der einem Kartoffelacker weichen musste.

Bettlach war vom direkten Kriegsgeschehen nicht betroffen. Jedoch wurden des Öfteren Einheiten der Kavallerie oder der Infanterie im Dorf einquartiert. Gegen das Ende des 2. Weltkrieges flogen auch alliierte Bomber auf dem Weg zu italienischen Rüstungszentren über Bettlach.

Als am 8. Mai 1945 das Ende des Krieges verkündet wurde, schlossen aus Freude die Fabriken im Dorf und der Dorfpfarrer liess die Kirchenglocken erklingen.

Sehenswürdigkeiten

Gebäude

Die katholische Kirche Sankt Klemenz wurde 1965-1968 nach Plänen des Architekten Walter Maria Förderer im zeitlosen Sichtbeton-Design errichtet.[4] Förderer baute genau acht Kirchen in diesem Design.[5] Die St. Klemenz-Kirche steht an derselben Stelle wie ihre Vorgängerbauten gleich hinter dem Gemeindehaus. In Dokumenten wurde eine Klemenzkapelle am gleichen Ort bereits 1359 erstmals erwähnt.

Die reformierte Markuskirche stammt von 1959. Mit ihrem freistehenden, weissen Glockenturm ist sie ebenso eigenartig wie die katholische Kirche des Dorfes. Projektiert wurde die Markuskirche vom Architekten Kleiber. Die farbigen Glasfenster des Baus stammen von Max Brunner.

Die Zähnteschür, unter anderem in den Jahren 1608, 1611 und 1740 erwähnt, wurde 1979-1980 durch den Zähnteschür-Verein renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Früher als Kornspeicher für die sogenannte Zehnten-Abgabe (jeder Bauer musste ein Zehntel seines Kornes dem Herren abliefern) genutzt, ist die Zähnteschür heute ein Gemeinschaftsraum mit Küche, der für verschiedenste Anlässe gemietet werden kann. So findet in den Perioden zwischen dem Bettlachfest, das alle drei Jahre stattfindet, findet das Zähnteschürfest rund um die Zähnteschür statt. In dieser Zeit wird der Raum als Restaurant und Café genutzt. Nördlich des Gebäudes steht ein interessantes Wegkreuz von 1638.

Des Weiteren befinden sich in der Nähe zwei weitere, kleinere Kornspeicher. Der Stellihofspycher, gegenüber des Kindergartens Stellihof, stammt von 1687 und der fünfzig Meter weiter nördlich gelegene Adam-Spycher von 1714. Der Adam-Spycher gehört zum Adamhaus, welches oft für kulturelle Ausstellungen genutzt wird.

Wanderungen

Wandflue, im Vordergrund das Restaurant Bettlachberg
Hof auf dem Bettlachstock

Nebst mehreren sehenswürdigen Bauten bietet Bettlach auch hervorragende Wanderwegrouten im Sommer sowie im Winter. Alle diese Wege sind Weiss-Rot-Weiss markiert. An praktisch jeder Verzweigung befindet sich ein gelbes Wanderwegschid mit Orts-, Richtungs- und Zeitangabe. Zuerst muss man vom Schiessstand in Bettlach entweder über die Hofacher-Weiden oder die Bettlachbergstrasse zum Bergrestaurant Bettlachberg gelangen (ca. 60 Minuten). Von da aus führen dann Wege in alle Himmelsrichtungen auf den Obergrenchenberg, die Bütze, den Bettlachstock oder ins Brüggli.

Einige schöne Wanderwege oberhalb Bettlach sind hier beschrieben:

  • Das Bettleschloss, offiziell Ruine Grenchen befindet sich oberhalb des Dorfes auf einem vorgelagerten Felsen in der Nähe des Bergrestaurants Bettlachberg. Trotz der geografischen Zugehörigkeit zu Bettlach wird die Burg mehrheitlich Grenchnerburg genannt. Zurückzuführen ist das auf die Herren von Grenchen, die die Burg zeitlebens bewohnten. Nachdem die Herren die Burg verliessen, rottete der Holzteil der Anlage längere Zeit vor sich hin. Möglicherweise wurde die Burg dann beim Erdbeben von Basel teilweise zerstört. Das endgültige Schicksal besiegelte 1583 der Rat in Solothurn, als er den Bau eines Gefängnisturms in Grenchen beschloss. Als Baumaterial durften die Steine der burgstalls zur burg ob bettlach gebraucht werden. Daher sind bis heute nur noch Mauerreste erhalten. Trotzdem lohnt sich eine Wanderung von Bettlach durch das Weideland "Hofacher" zur Schlossfluh, denn die Ruine bietet einen hervorragenden Ausblick auf das Aaretal, das Emmental und die Alpen. Der Aufstieg zu Fuss ist beschildert und dauert ab Schiessstand ca. 55 Minuten.
  • Ebenfalls eine Sehenswürdigkeit ist die Wandflue. Wie oben beschrieben, ist sie das eigentliche Wahrzeichen Bettlachs. Sie ist rund 50 Meter hoch. Vom Bettlachberg aus kann man zu Fuss das Engloch (in Stein und künstlich angelegte Treppe) hinaufgehen. Dieser Weg wird nur trittsicheren und schwindelfreien Personen empfohlen. Nachdem man die rund 150 Stufen erklommen hat, bietet sich dem Wanderer ein sensationeller Ausblick ins Aaretal und bei gutem Wetter auch bis zu den Alpen.
  • Ein weiterer, schöner Aussichtspunkt am Bettlachstock ist das "Heimwehflüeli". Dieses befindet sich auf einem leicht versteckten, vorgelagerten Felsen etwa 100 Meter oberhalb der Grube. Zugänglich ist diese Feuerstelle mit einem sensationellen Ausblick zuerst über die Bettlachbergstrasse, dann über einen Karrweg auf den Bettlachstock (beschildert). Bei der Wetterstation Stockmätteli muss der rechte Fahrweg eingeschlagen werden. Nach ungefähr 200 Metern ist auf der Talseite ein kurzer Abstieg auf das Flüehli.
  • Ebenfalls sehr sehenswert ist der Panoramaweg vom Bettlachberg ins Brüggli. Dieser Höhenweg führt vom Bergrestaurant Bettlachberg zuerst Richtung Engloch. Bei der Wegverzweigung unterhalb der Wandflue wandert man auf dem rechten Weg über die Gemeindegrenze bei der Wasserscheide hinter dem Bettlachstock ins Obere Brüggli auf Selzacher Gemeindegebiet. Dieser Weg ist auch im Winter mit Schneeschuhen empfehlenswert.

Nebst solchen Wanderrouten lohnt sich im Winter bei guten Schneeverhältnissen eine Schlittelfahrt vom Restaurant Bettlachberg über die Bettlachbergstrasse bis zum Schiessstand. Für diese Abfahrt (470 Höhenmeter, ungefähr 7 km) braucht man gute 15 Minuten.

Kultur

Ein regionales Ansehen geniesst Bettlach wegen der Talentshow Bettlach, die seit 1999 jährlich stattfindet. Nicht nur die kantonale Presse berichtet seither über die Veranstaltung. Für die Talentshow 2008 war sogar die national bekannte Sängerin Sandee geladen, die aber kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen verhindert war und deshalb den Drummer ihrer Band schickte. Auch im folgenden Jahr wird die Talentshow in der MZH Büelen wieder stattfinden.[6]

Im neu renovierten Adamhaus an der Jurastrasse finden auch regelmässig Ausstellungen statt. Die Ausstellungen behandeln die Dorfgeschichte, so war zwischen Juni und Oktober 2008 dort eine Münzsammlung zu sehen. Diese wurden in den 60er Jahren des 20. Jhd. auf der Schlossflue beim Bettleschloss gefunden.[7]

Partnerschaften

Wappen

Blasonierung: In Silber ein rotes Tatzenkreuz mit spitzem Stamm.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
  2. Gemeindezahlen von Bettlach, Stand: 31.12.2007.
  3. Geschäftsbericht der Busbetriebe Grenchen, BGU Grenchen. 2007, S. 10, Absatz: Dorfbus
  4. Architekturführer Schweiz, Artemis - Verlag für Architektur. 1978, S. 78.
  5. Webseite über W.M. Förderer bei archINFORM, Absatz "Projekte von Walter Maria Förderer"
  6. Aufruf der Talentshow-Organisatoren
  7. Webpräsenz der Museumsgesellschaft zu der Münzausstellung im Adamhaus

Literatur

  • Edgar Leimer: Bettlach - Geschichte und Geschichten. Einwohnergemeinde Bettlach (Hrsg.), 1981
  • R.M. Kully: Solothurner Ortsnamen., 2003, Seiten 196-199.

Weblinks



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Synonyme:

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