Atikaki Provincial Wilderness Park

Atikaki Provincial Wilderness Park
Atikaki Provincial Wilderness Park
IUCN-Kategorie II
Atikaki Provincial Wilderness Park (Manitoba)
Atikaki Provincial Wilderness Park
Lage: Manitoba (Kanada)
Geographische Lage: 51° 35′ N, 95° 33′ W51.583333333333-95.544444444444Koordinaten: 51° 35′ 0″ N, 95° 32′ 40″ W
Fläche: 3981,3 km²
Einrichtungsdatum: 1997
Verwaltungsbehörde: Manitoba Parks

Der Atikaki Provincial Wilderness Park ist ein 3.997 km² großer Park an der Ostgrenze der kanadischen Provinz Manitoba. Der Name entstammt der Sprache der Anishinabe und bedeutet „Land des Karibu“. Er wurde 1985 in den Einzugsgebieten des Bloodvein und des Pigeon River eingerichtet. Ersterer entspringt bei Red Lake in Ontario und fließt in den Winnipegsee. Er ist in beiden Provinzen als Canadian Heritage River anerkannt. Weitere Flüsse sind Gammon, Leyond, Dogskin, Sasaginnigak und Broadleaf River.

Der nicht über Straßen erreichbare Naturpark dient der Erhaltung der für einen Bereich des Precambrium Boreal Forest typischen Flora und Fauna einer von Granit geprägten Landschaft. Dieses als Lac Seul Upland bezeichnete Gebiet ist der Überrest eines 2,5 Milliarden Jahre alten Gebirgszugs.

Richtung Süden schließt sich der Nopiming Provincial Park an, nach Südosten der bereits in Ontario gelegene Woodland Caribou Provincial Park.

Die gesamte Region, die aus Provinzparks und Traditionellen Territorien der im Grenzraum zwischen Ontario und Manitoba ansässigen First Nations besteht, soll bis 2012 Anerkennung als Welterbe finden. Dazu haben sich die in Ontario ansässige Pikangikum First Nation und die in Manitoba lebenden First Nations vom Poplar River (am Winnipegsee), Pauingassi und Little Grand Rapids zusammengeschlossen. Teil der Initiative sind darüber hinaus der Woodland Caribou Park, das Ontario Ministry of Natural Resources und Manitoba Conservation. Die First Nations von Ontario der Wabaseemoong, der Grassy Narrows und Lac Seul sind wiederum Partner des Woodland-Caribou-Parks.[1]

Inhaltsverzeichnis

Flora und Fauna

Das Gebiet war bis vor etwa 10.000 Jahren von Eis bedeckt, die Gletscher haben die Landschaft geprägt. Durch dessen Abschmelzen entstand der Lake Agassiz, der den heutigen Park um 7000 v. Chr. bedeckte. Um 6000 v. Chr. ersetzte borealer Wald den schrumpfenden See. Pappeln, Birken und verschiedene Nadelbäume, wie Banks-Kiefer ("jack pine"), Schwarz-Fichte und Weiß-Fichte folgten den anfänglich eingezogenen Flechten. Hinzu kamen Erlen, Hasel und Vermont-Ahorn (Acer spicatum).

Häufig unter den größeren Säugetieren sind Timberwolf, Schwarzbär, Elch, Weißwedelhirsch und Woodland Caribou (Rangifer tarandus caribou), von denen 300 bis 500 Tiere im Park leben, genauer im Manitoba's Atikaki-Berens Caribou Range. Im Winter finden sie sich zu kleinen Herden zwischen 20 und 60 Tieren im Westen des Parks zusammen und ziehen im Sommer bis nach Ontario. Weitere kleine Herden existieren im Nopiming-Park und im Grass River Park, doch gelten sie als gefährdet.

Geschichte

Frühgeschichte

Menschliche Spuren lassen sich über mehrere Jahrtausende nachweisen. Die Bewohner waren Jäger, Sammler und Fischer.

Um 1800 wurde der überwiegende Teil des Gebiets östlich des Winnipegsees von den Anishinabe in Anspruch genommen. Ihre Nachkommen leben heute überwiegend am Ostufer des Lake Winnipeg. Sie kamen aus der Gegend um Sault Ste. Marie und verdrängten ältere Cree-Gruppen. Die Anishinabe oder Ojibway fischten überwiegend im Frühjahr und Sommer an den Flussmündungen. Im Herbst zogen sie die Flüsse aufwärts und sammelten vielfach Wildreis, jagten Elche und Karibus. Der Herstellung von Kleidung und Decken diente vor allem die Jagd auf Biber und Bisamratten. Im Park befinden sich zahlreiche Felsmalereien, die unter dem Schutz des Heritage Resources Act von 1986 stehen.

Pelzjäger

Pelzjäger der Hudson's Bay Company und der North West Company jagten im als Le Petit Nord („der Kleine Norden“) bezeichneten Gebiet, doch lassen sich Pelzlager nur vermuten. Der ganz überwiegende Teil der Beute wurde in Lager am Berens River, die Little Grand Rapids, an den Bad Lake (heute Knox Lake) und den Red Lake in Ontario gebracht.

Literatur

  • Victor Lytwyn: The Fur Trade of the Little North, Winnipeg: Rupert's Land Research Centre, University of Winnipeg 1986.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Karte des vorgesehenen Gebiets und der Traditionellen Territorien der umwohnenden First Nations

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