Buschpflaume

Buschpflaume
Buschpflaume
Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Flügelsamengewächse (Combretaceae)
Gattung: Myrobalanen (Terminalia)
Art: Buschpflaume
Wissenschaftlicher Name
Terminalia ferdinandiana
Exell

Die Buschpflaume (Terminalia ferdinandiana) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Flügelsamengewächse (Combretaceae). Sie ist verbreitet über das tropische Waldgebiet des nordwestlichen Australien in Northern Territory und Western Australia bis in den Osten des Arnhemlandes. Die Früchte werden auch Gubinge, im Englischen Billygoat, Billygoat Plum, Kakadu plum und in der Sprache der Aborigines Murunga genannt. Die Früchte besitzen die höchste Konzentration an Vitamin C aller bisher untersuchten Pflanzenarten; der Gehalt liegt mit 2300 bis 3150 mg auf 100 g Fruchtfleisch etwa 50-mal höher als bei Orangen [1].

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Terminalia ferdinandiana wächst als laubabwerfender, schlanker, kleiner bis mittelgroßer Baum und erreicht Wuchshöhen von meist bis zu 14 Metern; es gibt auch einzelne Bäume, die Wuchshöhen von bis zu 30 Meter erreichen. Die Borke ist rissig, mittelgrau bis cremefarben und orange. Die mit einer Länge von bis zu 25 Zentimeter und einer Breite von 15 Zentimeter sehr großen, blassgrünen Laubblätter sind spiralig an den Enden der Zweige angeordnet und werden in der Trockenzeit von Juli bis August abgeworfen.[2]

Seitenständig an den Enden der Zweige werden Blütenstände gebildet. Die kleinen Blüten sind cremeweiß und duftend. Die Blütezeit reicht von September bis Dezember, auf der Südhalbkugel vom Frühling bis Sommer.[2]

Die bei Reife vom März bis Oktober olivfarben bis gelb-grün färbenden, fleischige Frucht ist mit einer Länge von etwa 2 Zentimeter und einem Durchmesser von etwa 1 cm mandelgroß und -förmig mit einem kurzen Schnabel an ihrer Spitze. Im Fruchtfleisch sitzt nur jeweils ein harter, verholzter Same. Das Fruchtfleisch ist essbar und beinhaltet einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C, die Aborigines essen es auch roh, aber es hat einen austrocknenden, nicht sehr angenehmen Effekt im Mund.[2]

Verwendung

Die Frucht, die in Australien als Kakadu plums bekannt ist, zählt zum sogenannten Bush Food und wurde von den Aborigines seit Zehntausenden von Jahren gegessen. Die ovalen kleinen Früchte wurden von ihnen gewöhnlich roh gegessen. Interessanterweise wurde diese Frucht wieder populär bei den Aborigines, nachdem der hohe Vitamin-C-Gehalt bekannt wurde. Heute werden die Früchte von den Aborigines wieder gesammelt.

Verwendet wird die Frucht für Marmeladen und Soßen für Restaurants, Hotels und Flugzeugen für Gourmets. Sie wird auch für Fruchtsäfte, Eiskrem, Kosmetik, Würze und pharmazeutische Artikel verwendet.[3]

Die Buschpflaume hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt, der der höchste auf der Welt sein dürfte. Er beträgt bis zu 5 Prozent des Gewichts der Frucht, sie enthält damit 50mal mehr Vitamin C als Orangen. Das ist auch signifikant mehr als die südamerikanische Pflanze Camu-Camu, die auch einen hohen Vitamin-C-Anteil hat. Bei einer ersten Untersuchung durch Vic Cherikoff an der University of Sydney wurden Vitamin-C-Gehalte von 3,2 Prozent festgestellt, danach wurden Früchte gefunden, die mehr als 5 Prozent aufwiesen. Hinzu kam, dass in der Buschpflaume ein hoher Anteil Folsäure gemessen wurde, weitere Untersuchungen stellten einen bemerkenswerten hohen Anteil polyphenolischer Antioxidantien fest.[4]

Heute wird die Buschpflaume häufig als Ingredienz für Kosmetikartikel verwendet, aber langsam entwickelt sich ein Markt für medizinische Lebensmittel (Nutrazeutikum) und angereicherte Getränke. Da die Bäume versuchsweise in Plantagen mit bewässerten Feldern gezüchtet und geerntet werden und die Früchte an entfernte Märkte geliefert werden, kann der Vitamin-C-Gehalt mit den schwierigen Wachstumsbedingungen sinken, was auch mit dem vereinzelten Baumbestand zu tun hat. Die Aborigines-Gemeinschaften sind Nutznießer der wachsenden Nachfrage nach dieser Frucht, die am Nordzipfel Australiens wächst. Doch sorgen die hohen Preise, die für die Früchte gezahlt werden, dafür, dass sich vermehrt illegale Pflücker an der Ernte beteiligen.[5]

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung dieser Art erfolgte unter dem Namen Terminalia edulis F.Muell. 1861 ungültig, da es schon Terminalia edulis Blanco, in Flora de Filipinas, 1845, S. 265 gab, durch Ferdinand Jacob Heinrich von Mueller in Fragmenta Phytographiae Australiae, Volume 2 (16), S. 151. Der gültige Name Terminalia ferdinandiana wurde 1935 durch Arthur Wallis Exell in Journal of Botany, British and Foreign, 73, S. 263 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Terminalia ferdinandiana Exell sind Terminalia latipes subsp. psilocarpa Pedley, Myrobalanus edulis Kuntze, Terminalia prostrata Pedley. [6]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Robert Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen: eine Übersicht über die Verbreitung und die systematische Bedeutung der Pflanzenstoffe, Band 8, Birkhäuser, Basel 1989, ISBN 3-7643-1895-3, S. 260.
  2. a b c Jan Sked: Terminalia ferdinandiana.
  3. Kakadu plum (Terminalia ferdinandiana), In: The Australian New Crops, Issue No 10, Juli 1998.
  4. Good nosh in the bush, In: New Scientist, 2. Oktober 1993 – Abgerufen im Januar 2007.
  5. Bushtucker harvest sparks controversy auf www.abc.net
  6. Eintrag bei Australian Plant Name Index (APNI), nach Australian Plant Census 2005.

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