Cäcilienschule Wilhelmshaven

Cäcilienschule Wilhelmshaven
Cäcilienschule Wilhelmshaven
Schulform Gymnasium
Gründung 1903
Ort Wilhelmshaven
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 31′ 21,3″ N, 8° 6′ 21,7″ O53.5225868.106033Koordinaten: 53° 31′ 21,3″ N, 8° 6′ 21,7″ O
Träger Bischöflich Münstersches Offizialat
Schüler 800
Lehrer 55
Leitung Günter Barkam
Website http://www.caecilienschule.de/

Die Cäcilienschule Wilhelmshaven (kurz Cäci genannt) ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft. Es liegt in Wilhelmshaven, im niedersächsischen Teil des Bistums Münster. Zurzeit werden dort rund 800 Schüler von 55 Lehrern unterrichtet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1903–1936: Der Beginn

Die Cäcilienschule Wilhelmshaven wurde 1903 durch die Ordensgemeinschaft der Schwestern unserer Lieben Frau (SULF) unter dem Namen „Katholische höhere Mädchenschule zu Bant-Wilhelmshaven“ gegründet. Als Unterrichtsgebäude diente ein angekauftes Haus in der Grenzstraße. Am 19. April 1903 wurde diese als Filiale Bant eingeweiht. Die insgesamt 60 Schülerinnen wurden ab dem 20. April von neun Schwestern unterrichtet. Im Herbst wurde eine Handarbeitsschule angegliedert.

Zum Osterfest des Jahres 1904 übernahmen die Schwestern eine Grundschule für Knaben und Mädchen. Im Herbst wurde eine sogenannte „Kinderbewahranstalt“, ein Kindergarten mit 60 Kindern, eröffnet. Um den Platzbedarf zu decken, wurde das Nachbarhaus in der Grenzstraße aufgekauft.

Nach und nach wuchs die Bedeutung der Schule. 1908 wurde die Schule auf ein 10-klassiges Schulsystem umgestellt. Ab dem Schuljahr 1909/1910 waren auch protestantische Schülerinnen zum Unterricht zugelassen. 1913 wurden schon 389 Kinder in den verschiedensten Einrichtungen (Handarbeits-, Musik- und Malschule sowie Kindergarten) unterrichtet.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges führte zum Rückgang der Schülerzahl. Die allgemeine Notlage machte auch dem Orden der Schwestern unserer Lieben Frau zu schaffen.

1920 wurde die Schule durch einen oldenburgischen Ministerialerlass als „Höhere Mädchenschule mit Lyzeumsberechtigung“ anerkannt.

Zwischen 1921 und 1923 plagten die Schule Existenzsorgen. Man ersuchte beim Oldenburgischen Landtag und beim Bischof von Münster um finanzielle Hilfe und bekam diese gewährt. Eltern, Gönner und Kirche wurden zu Spenden aufgerufen, die notwendige Schulgelderhöhung verlief nicht unproblematisch. Auch die Inflation im Jahre 1923 gefährdete die schulischen Aktivitäten.

Die räumliche Enge in den Gebäuden in der Grenzstraße wurde in den folgenden Jahren kritisch. 1924 wurden diverse Pläne für den Ausbau bzw. Umbau der Schule vorgestellt und diskutiert. Am 13. Juni 1925 schloss der Orden mit der Familie Nathenstedt einen Vertrag über den Kauf eines auf einer ehemaligen Wurt gelegenen Grundstückes mit Villa und großem Garten an der Peterstraße/Ecke Metzer Weg ab. Der Umzug dorthin erfolgte am 1. Oktober, am 2. November wurde der Grundstein für den Neubau eines Schulgebäudes samt Turnhalle/Aula gelegt. Am 5. August 1926 konnte es bezogen werden, am 22. September folgte die feierliche Einweihung. Zu diesem Anlass wurde der Schulname nach der verstorbenen Generaloberin Sr. Maria Cäcilia in „Cäcilienschule Rüstringen“ geändert.

Die neue Filiale Rüstringen faste schnell Fuß. Im Jahre 1926 wurde zusätzlich ein Pensionat für auswärtige Mädchen eingerichtet. 1928 wurden bereits 343 Schüler und Schülerinnen von sechzehn Ordensschwestern und fünf weltlichen Lehrkräften unterrichtet. 1932 folgte die Eröffnung einer Haushaltsschule.

1937–1956: Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg

Durch den Einfluss der Nationalsozialisten auf das Schulwesen wurde der Aufschwung 1937 gestoppt: Am 29. November 1937 ordnete der Oldenburgische Minister für Kirchen und Schulen den Entzug der Genehmigung und die Auflösung der Cäcilienschule zum 31. März 1938 an. Der Besitz des Ordens der Schwestern unserer Lieben Frau wurde enteignet, am 1. April 1938 übernahm die Marinewerft das Grundstück mit allen Gebäuden als Lehrlingsheim.

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Nathenstedtsche Villa (Schwesternhaus und Internet) durch einen Bombenangriff auf Wilhelmshaven zerstört. Das intakte Schulgebäude diente während des Krieges Behörden und nach 1945 verschiedenen Firmen, unter anderem Karstadt, als Quartier.

Nach langwierigen Bemühungen von Kirche, Orden und Eltern erhielt der Orden 1953 das Grundstück im Zuge des allgemeinen Wiedergutmachungsverfahren zurück. Am 21. April 1954 wurde die Cäcilienschule als privates Progymnasium, beginnend mit 32 Schülerinnen der Klasse 5 und einem Kindergarten, wiedereröffnet. Bis 1955 war Sr. Cornelie Schulleiterin, dann übernimmt Sr. M. Inigo Schulte die Stelle. Nach und nach werden die räumlichen Verhältnisse verbessert, z. B. wird die Turnhalle wieder hergerichtet.

1957–1976: Aufschwung

1957 wurde die Cäcilienschule durch das niedersächsische Kultusministerium nach langem Ringen wieder staatlich anerkannt. 1959 bemühten sich Eltern, Orden und Kirche um den Ausbau zu einem Voll-Gymnasium. Dieses wurde am 19. Dezember 1959 genehmigt. Dabei wurden räumliche und personelle Erweiterungen nötig, die finanzielle Absicherung wurde dabei durch Kirche, Staat und Sponsoren gewährleistet. Zu Ostern 1960 wird der Unterricht in der Klasse 11 aufgenommen, ab dem 25. August 1960 war der Schulbetrieb im heutigen, auf den Grundmauern des im Krieg zerstörten Hauses neugebauten Hauptgebäudes möglich.

Im Mai 1961 wird Sr. M. Patriza Rave neue Schulleiterin. 1963 bestehen alle 22 Schülerinnen des ersten Abiturjahrgangs nach dem Krieg die Examensprüfung. Ab 1966 leitet Sr. Maria Justitia Schütte die Schule, im selben Jahr wird ein erweiternder Neubau mit sechs Klassenräumen, Handarbeitsraum und Turnhalle fertiggestellt.

1974 wurde, wie vom neuen niedersächsischen Schulgesetz gefordert, im traditionsreichen Gebäude von 1926 eine Orientierungsstufe für Jungen und Mädchen eingerichtet. Zwei Jahre später wurde mit dem Bau eines naturwissenschaftlichen Gebäudes begonnen. Außerdem wurde die bundesweite Reform der gymnasialen Oberstufe zum Schuljahr 1976/1977 umgesetzt. Das Kultusministerium genehmigt das Kursprogramm, 32 Schülerinnen traten in das Vorsemester des 11. Jahrgangs ein.

1977–1998: Koedukation

1977 erfolgte für die 7. Klasse aufwärts die Einführung der Koedukation.

1978 wechselte die Trägerschaft der Schule vom Orden Schwestern unserer Lieben Frau an eine dem Bischöflichen Münsterschen Offizialat in Vechta unterstehende Stiftung des öffentlichen Rechts, einen Schulfonds.

1979 fand das erste Abitur im Rahmen der reformierten Oberstufe statt. 1981 begann man mit dem Bau einer für Sport und Theater sowie als Aula nutzbaren Mehrzweckhalle, die 1982 fertiggestellt wurde. Sie wurde mit einer Feier und einer Segnung durch Weihbischof Freiherr Dr. von Twickel eingeweiht. Die wachsende Bedeutung der Schule führte erneut zu Raum- und Lehrkräftemangel.

Im Jahr 1983 absolvierten das erste Mal auch Jungen das Abitur. Nachdem Schulleiterin Sr. Maria Justitia Schütte 1984 nach 18-jähriger Arbeit in Anwesenheit des Weihbischofs aus Vechta würdig verabschiedet wurde, übernahm StD Fred Smolka die kommissarische Leitung der Schule. Im Juli 1985 wurde OStD Joseph Stick neuer Schulleiter.

1986 gab die Cäcilienschule das erste künstlerisch gestaltete Jahresheft heraus. Die Einrichtung einer Schulpartnerschaft mit dem Lycée Saint-Joseph in Vichy (Frankreich) ermöglichte einen deutsch-französischen Schüleraustausch. 1987 wurden bauliche Maßnahmen vorgenommen, um körperbehinderten Schülern den problemlosen Schulbesuch zu ermöglichen.

Im Oktober 1992 besuchte der Apostolische Nuntius Lajos Kada in Begleitung von Bischof Dr. Lettmann und Weihbischof Dr. von Twickel die Cäcilienschule.

1999 – heute: Moderne

1999 stellt sich die Schule unter der Adresse www.caeci.whv.ni.schule.de erstmals im Internet dar.

Im Jahr 2000 ermöglichten Schulträger, Sponsoren und Schüleraktivitäten die Errichtung einer lichtdurchfluteten Pausenhalle. Am 6.  Dezember 2001 wurde ein Computerraum mit 16 modernen Computern eröffnet. 2003 feierte die Schule mit einem großen Fest ihr 100-jähriges Bestehen. 2006 löste OStD Günter Barkam als neuer Schulleiter OStD Joseph Stick ab. Im Jahr 2008 wurde der Portalserver IServ eingeführt, in den Osterferien 2009 der gesamte Computerraum modernisiert und auf 32 Computer-Arbeitsplätze plus SMART™ Board aufgerüstet. Im September 2010 wurde der Cäcilienschule die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ für besonderes Engagement für die Umwelt verliehen.

Die Cäcilienschule heute

Allgemein

An der Cäcilienschule werden zurzeit rund 800 Schüler von 55 Lehrern unterrichtet. Sie versteht sich als „offener Lebens- und Bildungsraum im Geiste der Ökumene“. Der Schulleiter ist OStD Günther Barkam, die Stellvertreterin ist Gunda Derschewsky, der Oberstufenkoordinator ist Ernst Langer und der Koordinator für die Sekundarstufe I ist Hansdieter Dombrink.

Räumlichkeiten

Auf dem Gelände der Cäcilienschule befinden sich acht Gebäude: Haus 1 (Klassenräume und Verwaltung), Haus 2 (Klassenräume und Kunst), Haus 3 (Klassenräume), Haus 4 (Naturwissenschaften), Haus 5 (Mehrzweckhalle (vor allem Sport) und Kursräume), Haus 6 (Musik), eine weitere Sporthalle sowie eine Pausenhalle. Ein kleiner Kiosk ist ebenfalls vorhanden. Außerdem gibt es einen Park mit vielen Bäumen, einer Kletterspinne und Tischtennisplatten.

Umweltschule

Im September 2010 erhielt die Cäcilienschule die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“. Um diese Auszeichnung zu erhalten, musste sich die Schule in besonderer Weise für die Umwelt engagieren. Alle zwei Jahre muss die Auszeichnung neu erworben werden. Die Cäcilienschule erlangte die Auszeichnung unter anderem durch folgende Projekte:

  • Durchführen einer Projektwoche zum Thema Umwelt
  • Ausbildung von Umweltmanagern in jeder Klasse
  • Einführung der Mülltrennung
  • Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft „Garten“
  • Einrichtung eines Kiosks zum Verkauf von gesunden, regional erzeugten Produkten

Drehtür-Modell

Seit einigen Jahren gibt es für besonders begabte Schüler die Möglichkeit, bis zu viermal pro Woche (aber nicht mehr als einmal pro Fach) den regulären Unterricht für eine Schulstunde zu verlassen und sich in einem dafür mit PCs und Schreibtischen ausgestatteten Raum einem eigenen Projekt zu widmen. Um an diesem Drehtür-Modell genannten Verfahren teilnehmen zu können, muss man sich bewerben. Die einzelnen Fachlehrer entscheiden jede Stunde neu darüber, ob der Schüler dem Unterricht fernbleiben darf oder nicht. Das gesamte Projekt wird von einem Mentor betreut und am Ende des Schuljahres der Klasse oder der Klassenstufe vorgestellt.

Arbeitsgemeinschaften

Neben diversen sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Handball, Basketball, Tanzen, Rudern und Segeln und künstlerisch-musisch-naturwissenschaftlichen Angeboten wie Chemie, Orchester, Band, Theater und „Jugend forscht“ können unter anderem auch die Arbeitsgemeinschaften Segelflugmodellbau, Homepage, Schülerzeitung, Garten, Selbstverteidigung, Sportbootführerschein und DELF gewählt werden. Es besteht keine Pflicht zur Wahl einer Arbeitsgemeinschaft.

Partnerschulen

Es bestehen drei Schulpartnerschaften:

Mit dem Lycée in Vichy fand viele Jahre lang erfolgreich ein jährlicher deutsch-französischer Schüleraustausch statt.

Für die Schule auf den Philippinen, die von dem Orden Schwestern unserer Lieben Frau betrieben wird, findet alle zwei Jahre am Buß- und Bettag ein Solidaritätsmarsch statt. Dabei handelt es sich um einen gemeinsamen Marsch von ungefähr acht Kilometern Länge, bei dem jeder Schüler pro gelaufenen Kilometer von zuvor von ihm selbst zu suchenden Sponsoren einen Geldbetrag erhält. Das „erlaufene“ Geld wird anschließend dem Orden zur Verfügung gestellt.

Weblinks


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