Raffinerie Collombey

Raffinerie Collombey
Raffinerie Collombey

Die Raffinerie Collombey ist eine der zwei in der Schweiz liegenden Erdölraffinerien und ist im Eigentum der Tamoil. Die Lieferung erfolgt per Bahn, per Tankwagen und per Pipeline. Die Verlade-Tageskapazitäten betragen ungefähr 150 Eisenbahn-Waggons und 200 Tanklastwagen. Die von der Raffinerie gelieferten Produkte umfassen Benzin bleifrei 95 und 98, Flugpetrol, Dieselkraftstoff, Heizöl extra-leicht, Schweröl sowie Flüssiggas. Ausserdem speist die Raffinerie ungefähr 22 MW ins regionale Stromnetz ein.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Raffinerie liegt unweit der Ostspitze des Genfersees in der Gemeinde Collombey-Muraz (Kanton Wallis), ungefähr 100 Kilometer von Genf entfernt. Die Rhône teilt die Anlage in zwei Teile. Die Verarbeitungs- und Energieerzeugungs-Einheiten und der Verladebahnhof.

Verarbeitungs- und Energieerzeugungs-Einheiten

Die Verarbeitungs- und Energieerzeugungs-Einheiten liegen auf einem 85 Hektar grossen Gelände auf dem Gemeindegebiet Collombey, Kanton Wallis.

Verladebahnhof

Der Verladebahnhof liegt auf einer 50 Hektar grossen Parzelle der Gemeinde Aigle im Kanton Waadt. Dort befinden sich auch die Anschlüsse an die Autobahn A9 und die Simplon-Bahnlinie. Bei dem Verladebahnhof gibt es 8 Ladestationen für LKWs und 3 Ladestationen für Eisenbahnwagen. In dem 8 Kilometer langen Schienennetz ist zudem noch 1 Ladestation für Gas integriert.

Lagerplatz

Die Gesamtlagerkapazität der Raffinerie und des Verladebahnhofs umfasst 760'000 m3 für 90 Schwimm- und Festdachbehälter, die durch ein Rohrleitungsnetz an zwei Pumpstationen in der Raffinerie und eine Verlade-Pumpstation im Bahnhof angeschlossen sind.

Produktion

Die gegenwärtige Produktion beträgt ungefähr 2.7 Millionen Tonnen Erdölprodukte pro Jahr, hergestellt aus Rohölen, die durch eine 340 km lange, die Alpen durch den Grossen-Sankt-Bernhard-Tunnel durchquerende, Pipeline vom Hafen von Genua nach Collombey transportiert werden.

Die Produktion der Raffinerie entspricht ungefähr 19 Prozent des jährlichen Verbrauchs an Erdölprodukten in der Schweiz. Aus der Raffinerie in Collombey gelangen pro Jahr rund 2.2 Millionen Tonnen in den Verkauf. Hiervon sind ca. 14 Prozent für den Schweizer Markt bestimmt und davon alleine 10 Prozent für den Dieselmarkt.

Geschichte

Im Jahre 1990 wurde die Raffinerie durch die Tamoil S.A. übernommen und es wurde über 700 Millionen Franken investiert, um die Anlagen zu modernisieren.

2004 wurde eine katalytische Krackanlage in Betrieb genommen. Sie gestattet, Vakuumdestillate in hochwertige leichte Produkte wie Benzin und Heizöl (extra leicht) umzuwandeln.

Umweltschutz

Zwischen dem 12. und 14. November 2008 waren aus der Raffinerie 151'000 Liter Benzin ausgeflossen. Das Benzin gelangte in die Rhône und ins Grundwasser. Diesbezüglich reichte der Kanton Waadt gegen Tamoil eine Anzeige ein.[1] Die Waadtländer und Walliser Behörden kritisierten bereits seit 2002 die Überalterung der Schutzanlagen.[2]

Als Sicherheitsmassnahmen für die Umwelt wurde eine Mauer um die Raffinerie gezogen, um das Grundwasser zu schützen. Zudem wurden die einzelnen Einheiten, mit komplexen automatischen Regelungen ausgerüstet. Zum Schutz der Rhône, wurde eine Wasseraufbereitungsanlage gebaut, die mit Hilfe von Bakterien die Verschmutzung aus dem anfallenden Wasser entfernen. Umweltschädliche Abgase werden, bevor diese in die Atmosphäre gelangen, weitgehend abgetrennt. Mittels einer Flamme wird das überschüssige Gas abgebrannt.

Mitarbeiter

Die Raffinerie hat eine Belegschaft von über 224 Personen. Die Raffinerie ist auch eine bedeutende Dienstleistungs- und Materialabnehmerin in der Region und schafft somit weitere Arbeitsplätze.

Galerie

Sicht auf die Anlage
Sicht auf die Anlage

Weblinks

 Commons: Raffinerie Collombey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kanton Waadt zeigt Tamoil wegen Benzinleck in Raffinerie an“. swissinfo, 11. Dezember 2008, abgerufen am 13. September 2009.
  2. Qadhafis Öl verschmutzt die Rhone. Tages-Anzeiger, 11. Dezember 2008, abgerufen am 13. September 2009.
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