Georg Dietloff von Arnim-Boitzenburg

Georg Dietloff von Arnim-Boitzenburg

Georg Dietloff von Arnim-Boitzenburg (* 18. September 1679 in Haus Necheln (Uckermark); † 20. Oktober 1753 in Berlin) war ein preußischer Staatsmann und zuletzt leitender Minister unter Friedrich II.

Georg Dietloff von Arnim-Boitzenburg

Leben

Der Vater war der Oberst und Amtshauptmann Jakob Dietloff von Arnim. Die Mutter war Euphemia (geb. von Blankenburg).

Er besuchte im Alter von noch nicht einmal neun Jahren ab 1688 die Universität Königsberg. Er wechselte später nach Halle, wo er bis 1699 studierte. Danach reiste er im Rahmen seiner Grand Tour durch Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Italien.

Im Jahr 1703 wurde er Kammerjunker am brandenburgisch-preußischen Hof. Daneben diente er auch in der Armee. Er nahm 1704 an der Schlacht bei Höchstädt teil und wurde dabei verwundet.

Von Arnim heiratete 1705 Gräfin Dorothea Sabina von Schlieben. Mit dieser hatte er zehn Kinder. Im Jahr 1706 wurde er Landvogt in der Uckermark und in Oberheroldsrath. Ihm gelang es 1710 die Miterben der Herrschaft Boitzenburg auszuzahlen, verpfändeten Besitz auszulösen und zum alleinigen Besitzer der Dörfer Kröchlendorff, Milow, Kuhz, Wichmannsdorf, Kleinow und Falkenwalde zu werden. Er ließ ein Gutsgebäude im barocken Stil erbauen. Später wurde dort Schloss Kröchlendorff erbaut.

Von Arnim wurde 1712 geheimer Justizrat. Friedrich Wilhelm I. berief ihn 1738 zum Präsidenten des Tribunals und des ravensbergischen Appellationsgericht in Berlin. Außerdem wurde er Lehnsdirektor, wirklicher geheimer Rat und Staats- und Kriegsminister. Von Arnim übernahm 1743 auch das schlesische Justizdepartement. Weil er mit weitgehenden Justizreformen, die von Friedrich II. gebilligt wurden, nicht einverstanden war, trat er 1748 zurück. Danach war er Direktor der brandenburgischen Landschaft. Wegen seiner Verdienste im Staatsdienst wurde er mit dem Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet.

Friedrich II. holte ihn 1749 in den Staatsdienst zurück und ernannte ihn zum dirigierenden Minister und Vizepräsident des Generaldirektoriums. Daneben war er Generalpostmeister sowie Oberkurator der Realschulen. Er war einer der entschiedensten Vertreter ständischer Interessen im Generaldirektorium.

Neben seiner öffentlichen Tätigkeit förderte er die Wissenschaften, insbesondere die Akademie der Wissenschaften. Deren Kurator war er von 1745 bis 1753. Auf Schloss Boitzenburg legte er die Grundlagen der Schlossbibliothek und ließ dafür eigens einen Seitenflügel bauen. Durch die Ansiedlung von Siedlern im Zuge der Inneren Kolonisierung machte er sich um die Wiederbelebung von seit dem dreißigjährigen Krieg verödeten Gebieten verdient. Er ist in der St.-Marien-Kirche Boitzenburg bestattet. Dort erinnert ein Grabmal an ihn.

Literatur



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