Getzelau

Getzelau

Getzelau (auch Getzling) war ein zum Ende des Mittelalters wüst gefallenes Dorf südlich von Leipzig, dessen Gebiet später als Wüste Mark Getzelau bezeichnet wurde.

Lage der Wüsten Mark Getzelau, eingetragen auf einer Karte von 1907

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Wüste Mark Getzelau lag zwischen dem Vorwerk Auenhain und dem seit 1923 zu Cröbern gehörenden Dorf Crostewitz im Landkreis Leipzig. Das Gebiet fiel etwa 1978 dem Braunkohletagebau Espenhain zum Opfer. Heute befindet sich der Bereich innerhalb des Markkleeberger Sees, der nach der Flutung des Tagebaurestlochs entstand.

Geschichte

Die Getzelauer Insel im Markkleeberger See

Getzelau wurde erstmals 1213 als Geroldesdorp erwähnt. Grundherrschaftlich unterstand das Dorf dem Kloster St. Thomas zu Leipzig (1218). Für 1477 wird die Familie Pflugk als Grundherr genannt und zum Ende des 15. Jahrhunderts das Rittergut Markkleeberg. Inzwischen hieß das Dorf Getzling (1451). Aber bereits 1501 ist von einer „wusten margk genannt Getzelau“ die Rede. Warum das Dorf aufgegeben wurde, ist nicht bekannt.

1978 wurde das Gebiet in den Tagebau Espenhain einbezogen. Wegen der Verschwenkung des Tagebaus auf das Baufeld Ost im Jahre 1982 blieb dieser Bereich nach der Abbaggerung im Wesentlichen ohne Abraumverkippung, so dass nach Flutung des Restloches zum Markkleeberger See der Bereich der ehemaligen Wüstung Getzelau nahe dem Südufer des Sees von Wasser bedeckt ist. Im westlichen Teil der ehemaligen Getzelauer Mark ragt eine kleine Insel aus dem Wasser, die den Namen Getzelauer Insel erhielt. Sie ist Teil eines Vorranggebietes für Natur und Landschaft am See und darf nicht betreten werden.

Heutige Bezüge

An Getzelau erinnern heute noch drei Dinge

  • die Getzelauer Insel,
  • die Getzelauer Straße im Leipziger Ortsteil Dölitz-Dösen, die früher Grenzstraße hieß und die Grenze zwischen Dölitz und Dösen markierte und
  • der Getzelauer Weg im Markkleeberger Ortsteil Markkleeberg-Ost zwischen der Wachauer und der Rilkestraße.

Quellen

51.2644912.41008

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