Rop Gonggrijp

Rop Gonggrijp
Rop Gonggrijp empfängt den Winston Award bei den Big Brother Awards 2010

Robbert (Rop) Valentijn Gonggrijp (* 14. Februar 1968 in Amsterdam) ist ein niederländischer Hacker, Unternehmer und zeitweiliger Mitarbeiter von WikiLeaks.

Inhaltsverzeichnis

Hackerkultur

Gonggrijp gehörte zu den Gründern des Hackermagazins Hack-Tic, das nach dem Vorbild der deutschen Datenschleuder von 1989 bis 1994 in Amsterdam erschien. 2005 trat er als Veranstalter der Hackerkonferenz What the Hack im niederländischen Liempde bei Boxtel auf.[1] Er war bereits 1988 auf dem fünften Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs vertreten. Nachdem er dort bereits 2005 einen Vortrag gehalten hatte, hielt er 2010 die Eröffnungsrede.[2][3] Rop Gonggrijp wurde auch durch seine Arbeit für die Gruppe „Wij vertrouwen stemcomputers niet“ bekannt, die sich gegen den Einsatz von Wahlcomputern engagierte.[4][5] So demonstrierte diese Gruppe beispielsweise mit dem Nedap-Hack Sicherheitsprobleme bei holländischen Wahlcomputern. Mit einer weiteren Gruppe gelang Gonggrijp dasselbe für indische Wahlcomputer. [6]

Unternehmerische Tätigkeit

1993 ging aus Hack-Tic die Gründung von XS4ALL, einem der ersten Internetdiensteanbieter in Holland hervor.[7] Das Unternehmen wurde 1998 an den Konzern KPN verkauft.[8] Gonggrijp gründete 1997 ITSX, ein Unternehmen für Sicherheit in der Informationstechnologie, verkaufte es 2006 wieder und arbeitete ab 2001 an der Verschlüsselung von Mobiltelefonie, was zwei Jahre später zur Gründung der Berliner GSMK CryptoPhone führte, die abhörsichere Kommunikationsmittel vertreibt.[9][10]

WikiLeaks

Rop Gonggrijp war an dem Team von WikiLeaks-Mitarbeitern beteiligt, das 2010 in Island über mehrere Wochen hinweg mit der Bearbeitung des Videos Collateral Murder und der Vorbereitung seiner Veröffentlichung beschäftigt war. Er hatte Julian Assange bereits 2009 getroffen, Gemeinsamkeiten festgestellt und war mit ihm mehrere Wochen durch Asien gereist. Die journalistische Aufbereitung des Rohmaterials, das amerikanische Luftangriffe in Bagdad 2007 zeigt, und die Beschäftigung mit den Überlebenden und den Familien der Opfer erlebte er, wie er kurz danach auf seiner Homepage schrieb, als „hoch emotional und sehr intensiv“.[11][12][13]

Mutmaßlich wegen dieser Arbeit war Rop Gonggrijp Anfang 2011 einer der Betroffenen eines im November des Jahres letztlich erfolgreichen Versuches der US-Regierung, mittels einer Subpoena persönliche Daten über ihn von Twitter zu erhalten.[14]

Auszeichnungen

Bei den niederländischen Big Brother Awards für 2010 in Amsterdam wurde Gonggrijp im März 2011 für sein Engagement für den Schutz der Privatsphäre und der Freiheit im digitalen Zeitalter mit dem Positivpreis Winston Award ausgezeichnet.[15]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Spiegel Online am 29. Juli 2005: Dutzende News-Seiten übernehmen Hacker-Ente. Abgerufen am 5. Februar 2011.
  2. Heise.de am 27. Dezember 2010: 27C3: Hacker zwischen Wikileaks, Zensurbestrebungen und Chaos. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  3. Heise.de am 28. Dezember 2005: 22C3: "Wir haben den Krieg verloren". Abgerufen am 23. Januar 2011.
  4. Homepage der Gruppe mit Pressespiegel. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  5. c't, Ausgabe 23/2006: „Die Nicht-Lösung eines nicht existierenden Problems“ Rop Gonggrijp zu den Konsequenzen aus dem Wahlmaschinen-Hack. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  6. heise.de am 30.04.2010: „Indiens E-Voting-Geräte sind angreifbar“. Abgerufen am 24. Januar 2011.
  7. Homepage des Unternehmens. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  8. Die Wochenzeitung vom 8. Juli 2010: Internetpionier - Bis ans Ende des Systems. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  9. Portrait für den 22. Chaos Communication Congress 2005. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  10. Heise.de am 19. November 2003: Cryptophone soll Mobiltelefonie abhörsicher machen. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  11. Marcel Rosenbach, Holger Stark: Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert. S.117–124. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011, ISBN 9783421045188.
  12. Homepage von Rop Gonggrijp am 5. April 2010: Collateral Murder. Abgerufen am 5. Februar 2011.
  13. FAZ.net am 28. Dezember 2010: Der Friede sei mit euch, sagen die Hacker. Abgerufen am 23. Januar 2011.
  14. Faksimile des Dokuments bei Salon.com. Abgerufen am 5. Februar 2011.
  15. unwatched.com am 13. März 2011: Vier Big Brother Awards für grobe Verstöße gegen den niederländischen Datenschutz. Abgerufen am 20. März 2011.

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