Günther Fritsch

Günther Fritsch

Günther Fritsch (* 26. Juni 1926; † 23. Mai 1982 in Wien) war ein ehemaliger Gerichtsreporter, Journalist und humoristischer Autor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bekannt wurde er durch seine seit 1961 täglich in der Wiener Kronenzeitung erscheinende satirische Kolumne[1] aus dem Gerichtsmilieu, die er zum Teil angeblich erfunden hatte.Die Serie wurde so erfolgreich, dass sie Bücher (Heiteres Bezirksgericht) und vier Langspielplatten (Wiener Bezirksgericht) u.a. mit Helmut Qualtinger nach sich zog.

Die erste Folge dieser Reihe nahm man im April 1965 mit Erni Mangold, Helmut Qualtinger, Kurt Sowinetz, Otto Kobalek und Heinz Reincke auf.[2] Bei der zweiten Folge von 1966 wirkten Lotte Lang, Fritz Muliar, Helmut Qualtinger und Otto Kobalek mit.[3] Der 3. Teil erschien im Sommer 1971 mit Qualtinger,[4] die vierte Episode vom Herbst 1971 bestritten Brigitte Swoboda, Ernst Meister, Helmut Qualtinger und Kurt Sowinetz.[5]

Dabei trat Fritsch aber auch als Autor von Hörspielproduktionen mit anderem Hintergrund auf, der zwar Wiener Lustspielcharakter hatte, aber nichts mit dem Gerichtsmilieu gemein hatte, wie z.B. Das verflixte siebente Haar (1969) mit Fritz Muliar und Elfriede Ott in den Hauptrollen.[6]

Über sein Privatleben ist kaum etwas bekannt. Bereits 1954 betonte er gegenüber dem Herausgeber der Anthologiereihe Stimmen der Gegenwart, Hans Weigel, dass er aus „privaten Gründen“ keine biografischen Angaben machen wolle und die abgedruckte Arbeit keinen „autobiographischen Charakter“ habe.[7] Dessen ungeachtet förderte ihn Weigel weiterhin. Außerdem scheint Fritsch zum erweiterten Freundes- und Partykreis um Qualtinger Mitte der 1960er Jahre gehört zu haben, wie Bildquellen belegen.

Günter Fritsch fand seine letzte Ruhe im Ehrenhain 40 auf dem Wiener Zentralfriedhof in unmittelbarer Nähe der Grabstellen von Ulla Jacobsson und Fatty George.[8] Unterhalb seiner Lebensdaten findet sich in die Inschrift seines bekanntesten Werks: Heiteres Bezirksgericht.

Rezeption

Basierend auf seinen Gerichtsreportagen produzierte der ORF 1978 einen TV-Film mit dem Namen Vor Gericht sehn wir uns wieder (Regie: Peter Weck),[9] der den Geschichten in der Person des Oberlandesgerichtsrat a. D. Mautner (Hans Holt) einen roten Faden verleiht. Angeödet durch den Alltag der Pension kramt er dank der Unterstützung des Amtsdieners Gramiller (Otto Schenk) alte Prozessakten hervor und erlebt so die liebgewordenen Fälle vor seinem geistigen Auge wieder neu.[10]

Werk

  • Heiteres Bezirksgericht. Stieglitz-Verlag, Händle Irdning/Steiermark 1979, ISBN 3-7987-0183-0[11]
  • Heiteres Bezirksgericht. Eine Auswahl der schönsten Geschichten. Stieglitz-Verlag, Händle Irdning/Steiermark 1987, ISBN 3-7987-0265-9
  • Günther Fritsch/Ernst Klein: Heiteres Bezirksgericht. Kremayr & Scheriau 1994, ISBN 978-3218005975
Monolog
  • Bekenntnis einer Prostituierten. Sessler, München/Wien 1972 (unveröffentlichtes Manuskript)
Hörbuch
Hörspiel
  • Das verflixte siebente Haar. 1969, Regie: Erich Schwanda
  • Die Pforte zur Glückseligkeit. Sprecher: Elli Naschold, Preiser, Wien 1982

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Kolumnen der Kronenzeitung
  2. hoergold.de
  3. Wiener Bezirksgericht 2
  4. Bezirksgericht 3
  5. Bezirksgericht 4
  6. oe1.ORF.at
  7. Hans Weigel (Hrsg.): Stimmen der Gegenwart. Gesellschaft für Freiheit der Kultur, Albrecht Dürer Verlag, Wien 1954, S. 262.
  8. Lage des Grabes
  9. http://www.imdb.com/title/tt0077095/
  10. tv.programme.net
  11. Ursprünglich in fünf Bänden zwischen 1962 und 1968 im Eigenverlag in Wien erschienen.

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Fritsch — ist ein deutscher Familienname. Herkunft und Bedeutung Der Familienname Fritsch (auch Fritsche, Fritzsch, Fritzsche), vor allem gefunden in Schlesien und Sachsen, ist in einer Herleitung[1] eine Kurzform zu Friedrich, also ein Patronym. Bekannte… …   Deutsch Wikipedia

  • Gunther Von Fritsch — est un réalisateur, monteur et directeur de la photographie croate né le 15 juillet 1906 à Pola (Croatie), décédé le 27 août 1988 à Pasadena (É. U.). Sommaire 1 Biographie 2 Filmographie …   Wikipédia en Français

  • Gunther von fritsch — est un réalisateur, monteur et directeur de la photographie croate né le 15 juillet 1906 à Pola (Croatie), décédé le 27 août 1988 à Pasadena (É. U.). Sommaire 1 Biographie 2 Filmographie …   Wikipédia en Français

  • Fritsch — or Fritsche is a German surname.People named Fritsch or Fritsche*Antonin Fritsch (also spelt Frič), Czech palaeontologist *Felix Eugen Fritsch An English Phycologist. A studier of Seaweeds. *Gunther von Fritsche, film director *Gustav Fritsch,… …   Wikipedia

  • Gunther von Fritsch — est un réalisateur, monteur et directeur de la photographie croate né le 15 juillet 1906 à Pola (Croatie), décédé le 27 août 1988 à Pasadena (É. U.). Sommaire 1 Biographie 2 Filmographie 2.1 …   Wikipédia en Français

  • Gunther Moll — (* 1957) ist ein deutscher Kinderpsychiater, Politiker und Buchautor. Er ist Professor für Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie an der Friedrich Alexander Universität Erlangen Nürnberg. Inhaltsverzeichnis 1 Wirken 2 Publikationen …   Deutsch Wikipedia

  • Günther Rüdel — Naissance 15 novembre 1883 Metz, Reichsland Elsaß Lothringen Décès 22 avril 1950 Munich, Allemagne Origine …   Wikipédia en Français

  • Günther Rüdel — (* 15. November 1883 in Metz; † 22. April 1950 in München) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generaloberst der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Inhaltsverzeichnis 1 Militärische Laufbahn 2 Die Rüdel Kontroverse in der Bundes …   Deutsch Wikipedia

  • Fritsch [1] — Fritsch, 1) Ahasverus, geb. 1629 in Mücheln bei Naumburg, hatte in seiner Jugend, die in den Dreißigjährigen Krieg fiel, unsägliche Leiden zu erdulden, fristete auf dem Gymnasium in Halle kümmerlich sein Leben, studirte seit 1650 in Jena die… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Günther Korten — Pour les articles homonymes, voir Korten. Günther Korten …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”