Manfred Windfuhr

Manfred Windfuhr

Manfred Windfuhr (* 24. Oktober 1930 in Remscheid-Lennep) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftliche Laufbahn

Windfuhr studierte Germanistik, Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte in Köln, Heidelberg und Marburg, wo er 1955 mit einer von Friedrich Sengle betreuten Dissertation über Carl Leberecht Immermanns erzählerisches Werk den Doktorgrad erwarb. Nach seiner Promotion war er von 1957 bis 1959 als wissenschaftlicher Assistent an der Philipps-Universität Marburg und von 1959 bis 1965 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg tätig. Dort habilitierte er sich 1965/66 mit einer Arbeit über barocke Bildlichkeit. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Ludwig-Maximilians-Universität München 1966/67 wurde er 1967 ordentlicher Professor für Neuere Germanistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1969 nahm er einen Ruf an die Universität Düsseldorf an, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1992 lehrte.

Heine-Philologie

Neben seiner „normalen“ wissenschaftlichen Karriere gründet sich Windfuhrs Ruf in der Fachwelt in erster Linie auf seine Rolle als Herausgeber der historisch-kritischen Ausgabe der Werke von Heinrich Heine, die von 1973 bis 1997 in 16 Bänden im Verlag Hoffmann und Campe erschien. Bereits ein Jahrzehnt vor dem Erscheinen des ersten Bandes der Düsseldorfer Heine-Ausgabe war eine Arbeitsstelle für diese Edition eingerichtet worden, deren Leitung Windfuhr übertragen wurde. Neben der reinen Herausgebertätigkeit hat Windfuhr eine Biografie und mehrere Aufsätze über Heinrich Heine publiziert und maßgeblichen Anteil genommen an der Diskussion um die Namensgebung der Düsseldorfer Universität, die sich nach mehreren Anläufen erst 1988 für Heine entschieden hat.

Publikationen (Auswahl)

Autor

  • Immermanns erzählerisches Werk. Zur Situation des Romans in der Restaurationszeit. Gießen 1957 (Diss. Marburg 1955)
  • Die barocke Bildlichkeit und ihre Kritiker. Stilhaltungen in der deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts. Stuttgart 1966 (Habil.-Schrift Heidelberg 1965)
  • Heinrich Heine. Revolution und Reflexion. Stuttgart 1969 (2. Auflage 1976, ISBN 3-476-00321-3)
  • Erfahrung und Erfindung. Interpretationen zum deutschen Roman vom Barock bis zur Moderne. Heidelberg 1992, ISBN 3-8253-4545-9.
  • Rätsel Heine. Autorprofil – Werk – Wirkung. Heidelberg 1997, ISBN 3-8253-0514-7.
  • Erinnerung und Avantgarde: der Erzähler Uwe Johnson. Heidelberg 2003, ISBN 3-8253-1488-X.
  • Die Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Ein Erfahrungsbericht. Düsseldorf 2005, ISBN 3-89978-043-4.

Herausgeber

  • Deutsche Fabeln des 18. Jahrhunderts. Stuttgart 1960.
  • Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Gedichte. Stuttgart 1964.
  • Heinrich Heine: Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Bd. 1–16. Hamburg 1973–1997.

Festschriften

  • „Stets wird die Wahrheit hadern mit dem Schönen“. Festschrift für Manfred Windfuhr zum 60. Geburtstag. Hrsg. von Gertrude Cepl-Kaufmann (u.a.) Köln/Wien 1990, ISBN 3-412-02790-1.
  • Literarische Fundstücke. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen. Festschrift für Manfred Windfuhr. Hrsg. von Ariane Neuhaus-Koch (u.a.) Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1303-4.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужен реферат?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Windfuhr — ist der Familienname folgender Personen: Manfred Windfuhr (* 1930), deutscher Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer Ulrich Windfuhr (* 1960), deutscher Dirigent Volkhard Windfuhr (* 1937), deutscher Journalist Wolfgang Windfuhr (* 1936),… …   Deutsch Wikipedia

  • Manfred Trojahn — (* 22. Oktober 1949 in Cremlingen, Niedersachsen) ist ein deutscher Komponist, Dirigent und Essayist. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Ehrungen, Mitgliedschaften 3 Werke …   Deutsch Wikipedia

  • Ulrich Windfuhr — (* 1960 in Heidelberg) ist ein deutscher Dirigent. Er wuchs als Sohn des Heine Forschers und Herausgebers Manfred Windfuhr zunächst in seiner Geburtsstadt und später in Düsseldorf auf. Ab 1978 studierte Ulrich Windfuhr Orchesterleitung in Köln,… …   Deutsch Wikipedia

  • Düsseldorfer Heine-Ausgabe — Die Düsseldorfer Heine Ausgabe (DHA) ist eine historisch kritische Edition der Werke des Schriftstellers Heinrich Heine (1797–1856). Die von Manfred Windfuhr im Auftrag der Stadt Düsseldorf mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft… …   Deutsch Wikipedia

  • Nachtgedanken — Seite 274 des Bandes Neue Gedichte von 1844 mit dem Anfang von Nachtgedanken. Nachtgedanken ist das vierundzwanzigste und abschließende Gedicht aus Heinrich Heines 1844 erschienenem Zyklus Zeitstücke. Der berühmte Eingangsvers „Denk ich an… …   Deutsch Wikipedia

  • Joseph Anton Kruse — (* 8. Juni 1944 in Dingden/Kreis Borken, heute Hamminkeln) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und war der langjährige Direktor des Heinrich Heine Instituts in Düsseldorf. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Auszeichnungen 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Yehuda Alharizi — Yehuda Alharizi, also Judah ben Solomon Harizi or al Harizi ( he. יהודה בן שלמה אלחריזי, Yehudah ben Shelomo al Harizi , ar. يحيا بن سليمان بن شاؤل أبو زكريا الحريزي اليهودي من أهل طليطلة, Yahya bin Sulaiman bin Sha ul abu Zakaria al Harizi al… …   Wikipedia

  • Germany. A Winter's Tale — Germany: A Winter s Tale (German: Deutschland. Ein Wintermärchen) is a satirical verse epic or narrative by the German Jewish author Heinrich Heine. From the onset of the (Metternich) Restoration in Germany Heine was no longer secure from the… …   Wikipedia

  • Börne — Moritz Oppenheim: Porträt von Ludwig Börne, Öl auf Leinwand, 1827 Carl Ludwig Börne (* als Juda Löb Baruch am 6. Mai 1786 im jüdischen Ghetto von Frankfurt a. M.; † 12. Februar 1837 in Paris) war ein …   Deutsch Wikipedia

  • Christian Johann Heinrich Heine — Heinrich Heine, 1831, Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim Heinrich Heines Unterschrift Christian Johann Heinrich Heine (* 13. Dezembe …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”