Charlie Wilson's War

Charlie Wilson's War
Filmdaten
Deutscher Titel: Der Krieg des Charlie Wilson
Originaltitel: Charlie Wilson’s War
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge: 98 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Mike Nichols
Drehbuch: Aaron Sorkin
Produktion: Gary Goetzman,
Tom Hanks
Musik: James Newton Howard
Kamera: Stephen Goldblatt
Schnitt: John Bloom,
Antonia Van Drimmelen
Besetzung

Der Krieg des Charlie Wilson (Originaltitel: Charlie Wilson’s War) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2007. Regie führte Mike Nichols, das Drehbuch schrieb Aaron Sorkin anhand des gleichnamigen Buches von George Crile. Der Film basiert auf der wahren Geschichte des ehemaligen texanischen Kongressmitglieds Charles Wilson.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Handlung spielt in den 1980er Jahren. Charlie Wilson befindet sich in seiner fünften Wahlperiode als texanischer Kongressabgeordneter der Demokratischen Partei. Er gilt als Frauenheld und trinkt zu viel Alkohol, in seinem Abgeordnetenbüro arbeiten ausschließlich junge Frauen, die nach ihrem Aussehen gewählt werden. Die mit Wilson befreundete Joanne Herring entstammt gehobenen gesellschaftlichen Kreisen; sie ist eine der reichsten Frauen in Texas und eine überzeugte, religiöse Antikommunistin. Herring verband früher mit Wilson eine Beziehung, die auch über die Jahre hinweg immer wieder erneuert wird.

Herring überredet Wilson, afghanische Mudschahedin im Krieg gegen die sowjetische Besatzung nach der Invasion der Roten Armee in Afghanistan zu unterstützen. Sie verabredet ihn mit dem pakistanischen Präsidenten Zia ul-Haq, dessen Berater dem Politiker in scharfen Worten Untätigkeit der USA vorwerfen. Auf eine Bitte Zia ul-Haqs hin reist Wilson in ein Flüchtlingslager, wo er verstümmelte Kinder sieht und Berichte über Gräueltaten der sowjetischen Armee hört, was ihn stark erschüttert.

Wilson bestellt nach der Rückkehr in die USA einen CIA-Abteilungsleiter, bei ihm erscheint jedoch der cholerische CIA-Agent Gust Avrakotos, der erst kürzlich seinen Vorgesetzten beschimpfte, weil ihm die erwartete Versetzung nach Helsinki verweigert wurde. Avrakotos schloss sich daraufhin dem für das Afghanistan zuständigen Team an. Wilson, Herring und Avrakotos reisen in die Länder der Region, wo sie um Hilfe für die Aufständischen werben. Wilson besucht unter anderem einen Waffenhändler in Israel sowie Politiker in Ägypten und formt eine geheime Allianz dieser sich gegenseitig feindlich gesinnten Länder gegen die Sowjets. Er nutzt außerdem seine Beziehungen im Unterausschuss des Kongresses, der für die Finanzierung des Verteidigungsministeriums zuständig ist und sorgt somit laufend für eine Erhöhung des Budgets für den verdeckten Afghanistan-Einsatz. Die Hilfe für die Mudschahedin steigt von ungefähr fünf Millionen US-Dollar jährlich auf etwa eine Milliarde US-Dollar, wovon 500 Millionen aus US-Mitteln und weitere 500 Millionen von Saudi-Arabien stammen.

Durch die neuen Finanzierungsquellen und den Zugang zu Waffen aus sowjetischer Produktion (über israelische Beutewaffen aus dem Sechstagekrieg und ägyptische Lizenzproduktion) werden die afghanischen Mudschahedin mit immer besseren Waffen nicht-amerikanischer Herkunft versorgt, darunter insbesondere Ein-Mann-Boden-Luft-Raketen vom Typ Strela-2 (später amerikanische FIM-92 Stinger) gegen die von der Roten Armee hauptsächlich eingesetzten Mil Mi-24 Kampfhubschrauber. Durch die ständig steigenden Verluste im wirtschaftlich eher unbedeutenden Afghanistan zieht sich die Sowjetarmee schließlich zurück. Nach dem Ende der Kampfhandlungen will Wilson den Wiederaufbau des Landes unterstützen, was jedoch am Desinteresse innerhalb des Senats scheitert. Wilson wird mit der höchsten Auszeichnung der CIA geehrt. Der Film endet mit der Einblendung eines Zitats von Charles Wilson:

“These things happened. They were glorious and they changed the world… and then we fucked up the end game.”

„Diese Dinge passierten. Sie waren glorreich und veränderten die Welt… und dann haben wir das Endspiel versaut.
In der deutschen Filmfassung:
Diese Dinge passierten. Sie waren ruhmreich und änderten die Welt… und dann vermasselten wir alles.“

Charles Wilson

Hintergründe

Der Film wurde in Los Angeles, in Santa Clarita (Kalifornien), in den Downey Studios in Downey (Kalifornien) und in Marokko gedreht.[1] Seine Produktionskosten betrugen etwa 75 Millionen US-Dollar.

Der US-Kinostart war am 21. Dezember 2007, in den deutschen Kinos lief der Film am 7. Februar 2008 an. Bis zum 6. März 2008 spielte der Film weltweit über 118 Millionen US-Dollar ein, darunter ungefähr 66,7 Millionen US-Dollar in den Kinos der USA.[2]

In der deutschen Synchronisation wird Tom Hanks diesmal von Joachim Tennstedt gesprochen. Hanks Standardsprecher Arne Elsholtz konnte wegen gesundheitlicher Probleme nicht synchronisieren.

Kritiken

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, das Versammeln zahlreicher Talente bei der Produktion eines Films bringe kurioserweise manchmal eine Enttäuschung als Ergebnis. In diesem Film würden drei Oscargewinner und zwei Nominierte mitspielen; der Regisseur würde fünfmal nominiert und habe einmal den Academy Award gewonnen. Trotzdem breche der Film unter dem Gewicht der Beteiligten nicht zusammen. Mit schnellem Tempo, klugem Drehbuch und „erstklassigen“ Darstellungen gehöre er zu den am meisten ansprechenden und fesselnden Filmen des Jahres 2007. Einige amüsante oder komische Dialogzeilen würden ihn davor bewahren, trocken zu wirken, was im Fall der politischen Filme ein großes Risiko darstelle. Tom Hanks sei „perfekt“ für seine Rolle. Der Kritiker lobte außerdem Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Ned Beatty und Emily Blunt. Negativ falle lediglich Julia Roberts auf, die nicht das Feuer und nicht die Leidenschaft zeige, die ihr den Oscar für Erin Brockovich gebracht hätten. Die Filmmusik sei interessant und gut verwendet.[3]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 21. Dezember 2007, Tom Hanks bringe etwas Einmaliges in seine Rolle eines von Frauen und Partys gelangweilten Mannes, der nach etwas suche, was seinem Leben Bedeutung geben würde. Die seine Mitarbeiterin spielende Amy Adams mit unverbrauchtem Gesicht könne man mögen. Der Regisseur fülle die „Ecken der Leinwand“ mit ungezwungenem Humor.[4]

Kirk Honeycutt bezeichnete den Film in der Zeitschrift The Hollywood Reporter vom 28. November 2007 als eine „scharfe politische Satire“. Der Film stehe im Gegensatz zum Film Mr. Smith geht nach Washington von Frank Capra, in dem ein naiver Mann in die Korruption hineingezogen würde. In diesem Film befreie ein als Frauenheld geltender und häufig betrunkener Mann – nachdem er zum Abgeordneten gewählt worden sei – ein Land von der sowjetischen Besatzung. Der Film sei ein politisches Drama, das wie eine Komödie gespielt würde. Das Drehbuch sei mit komisch wirkenden Zeilen „aufgeladen“. Tom Hanks wirke nicht wie ein Texaner, aber er zeige die politische Klugheit eines Wolfes im Schafspelz. Julia Roberts wisse, wie man eine Südstaatenfrau spielen solle.[5]

Emanuel Levy schrieb auf emanuellevy.com, der Film verfüge in der Theorie über alle notwendigen Zutaten für eine kluge und unterhaltsame politische Satire: „geschickt“ geschriebenes Drehbuch, drei bunte Charaktere, die von Oscarpreisträgern gespielt würden und einen „anspruchsvollen“ Regisseur. Das Tempo sei flott, aber das Drehbuch sei „oberflächlich und zu eng fokussiert“; es zeige den breiten politischen Kontext nicht. Tom Hanks sei nicht die perfekte Besetzung der Rolle eines Texaners. Der Film könne erwachsenes Publikum ansprechen, welchem frühere Filme des Regisseurs – wie Hautnah – gefielen.[6]

Auszeichnungen

Der Film wurde in fünf Kategorien für den Golden Globe 2008 nominiert: Bester Film – Komödie oder Musical, Tom Hanks als Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical, Julia Roberts als Beste Nebendarstellerin, Philip Seymour Hoffman als Bester Nebendarsteller und Aaron Sorkin für das Beste Filmdrehbuch. Aaron Sorkin und Philip Seymour Hoffman wurden für den Broadcast Film Critics Association Award 2008 nominiert. Philip Seymour Hoffman wurde 2007 für den Chicago Film Critics Association Award nominiert.

Literatur

  • George Crile: Der Krieg des Charlie Wilson (Originaltitel: Charlie Wilson's War). Deutsch von Michael Fischer. Seeliger, Wolfenbüttel 2008, 607 S., ISBN 978-3-936281-32-3

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Filming locations für Charlie Wilson's War, abgerufen am 4. Dezember 2007
  2. www.boxofficemojo.com, abgerufen am 18. Juni 2008
  3. Filmkritik von James Berardinelli, abgerufen am 10. Januar 2008
  4. Filmkritik von Roger Ebert, abgerufen am 10. Januar 2008
  5. Filmkritik von Kirk Honeycutt, abgerufen am 4. Dezember 2007
  6. Filmkritik von Emanuel Levy, abgerufen am 4. Dezember 2007

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