Mordaxt

Mordaxt
Bild aus dem Codex Wallerstein, ca. 1470. Rechts neben dem Fechter stehend ist eine Mordaxt dargestellt

Die Mordaxt ist eine Stangenwaffe des Spätmittelalters und der Renaissance. Sie ist die verbreitetste Stangenwaffe in den Fechtbüchern, wo sie häufig auch einfach als „Axt“ bezeichnet wird.

Äußere Beschreibung

Sie ähnelt der Hellebarde, ist im Mittel jedoch etwas kürzer. Wie eine Hellebarde verfügt sie über eine Stoßspitze, weist jedoch gegenüber dem Axtblatt einen Hammerkopf auf. Bei einigen, insbesondere späteren Ausführungen ist das Axtblatt durch einen Schlagdorn ersetzt. Damit entspricht sie der (modernen) Bezeichnung Luzerner Hammer. Sie ist in der Regel etwas über mannshoch, der Hammerkopf befindet sich meist ungefähr auf Scheitelhöhe. Das Gewicht beträgt nur wenige Kilogramm.

Handhabung und Einsatz

Im Kampf wird die Waffe meist etwa mittig gefasst und die Techniken sind dem Stockkampf (dem Kampf mit der „halben Stange“) und dem Halbschwertkampf ähnlich. Das bekannteste Werk zur Handhabung der Mordaxt ist das „Le Jeu de la Hache“, ein französisches Fechtbuch aus dem frühen 15. Jahrhundert. Aber auch in vielen anderen Fechtbüchern aus dem deutschen und italienischen Sprachraum wird die Handhabung beschrieben. Sie wird sowohl im Harnischkampf, in voller Rüstung, eingesetzt als auch im „Bloßfechten“, also dem Kampf ohne nennenswerte Schutzbekleidung.

Literatur

  • Michael Störmer: Rüstkammer. Ein Kompendium mittelalterlicher Nahkampfwaffen. G & S Verlag GmbH, Zirndorf 1996, ISBN 3-925698-46-9 (DragonSys. Lebendiges Mittelalter 4).

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