China Airlines

China Airlines
China Airlines
中華航空
Das ehemalige Logo der China Airlines
Ein Airbus A330-300 der China Airlines
IATA-Code: CI
ICAO-Code: CAL
Rufzeichen: DYNASTY
Gründung: 1959
Sitz: Dayuan Township, TaiwanTaiwan Taiwan
Drehkreuz:

Taiwan-Taoyuan

Heimatflughafen: Taiwan-Taoyuan
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
ISIN: TPE:2610
IATA-Prefixcode: 297
Leitung: Hsing-Hsiung Wei[1]
Mitarbeiterzahl: 10.113[1]
Allianz: SkyTeam[2]
Vielfliegerprogramm: Dynasty Flyer
Flottenstärke: 68 (+ 15 Bestellungen)
Ziele: National und international

China Airlines (chinesisch 中華航空 Zhōnghuá Hángkōng) ist eine taiwanische Fluggesellschaft mit Sitz in Dayuan Township und Drehkreuz auf dem Flughafen Taiwan Taoyuan. Sie ist Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

CAL Park, der Sitz von China Airlines in Dayuan Township

China Airlines wurde am 16. Dezember 1959 mit zunächst 26 Mitarbeitern und drei Flugzeugen in Taipeh gegründet. Die ersten Linienflüge wurden ab 1962 auf einer Inlandsverbindung von Taipeh nach Hualien durchgeführt, 1966 wurde mit Ho-Chi-Minh-Stadt (damals Saigon) das erste internationale Ziel angeflogen.[3]

Ab 1991 wurde die Gesellschaft privatisiert, seit 1993 ist sie als Aktiengesellschaft an der Börse in Taipeh gelistet. 1995 wurde die bis heute genutzte Corporate Identity eingeführt. Ab 1999 wurden die internationalen Passagier- und Frachtdestinationen sukzessive ausgebaut, so wurden beispielsweise Flüge nach Sydney, Delhi und Vancouver aufgenommen.[3]

Am 26. Januar 2003 führte China Airlines im Rahmen eines Charterflugs zum chinesischen Neujahrsfest den ersten direkten Flug von Taiwan (Republik China) in die Volksrepublik China seit 53 Jahren durch. 2005 erhielt die Gesellschaft das IOSA-Sicherheitszertifikat der IATA.

2008 wurden wöchentliche Charterflüge zu mehreren festlandchinesischen Zielen aufgenommen, darunter Peking und Shanghai.[3] Im Jahr 2009 feierte die Gesellschaft ihr 50-jähriges Bestehen.

Im September 2010 wurde bekannt, dass China Airlines in Beitrittsverhandlungen mit der Luftfahrtallianz SkyTeam steht.[4] Die Integration in das Luftfahrtbündnis wurden am 28. September 2011 abgeschlossen, eine Boeing 747-400 mit der Kennung B-18206 wurde mit einer SkyTeam-Sonderlackierung versehen.[5]

Ziele

China Airlines bedient neben einigen Inlandszielen zahlreiche Destinationen in Asien, darunter Tokio, Singapur, Delhi und Jakarta und fliegt darüber hinaus auch einige Ziele in Europa, den USA und Ozeanien an, beispielsweise Amsterdam, Rom, Los Angeles, Honolulu, Sydney und Guam. Im deutschsprachigen Raum werden Frankfurt am Main und Wien bedient.[1]

Die Gesellschaft unterhält darüber hinaus Codeshare-Abkommen mit Alitalia, Delta Air Lines, Czech Airlines, Garuda Indonesia, Korean Air, Thai Airways und Vietnam Airlines.

Flotte

Eine Boeing 737-800 der China Airlines
Eine Boeing 747-400 der China Airlines
Eine Boeing 747-400F der China Airlines Cargo

Mit Stand November 2011 besteht die Flotte der China Airlines aus 68 Flugzeugen[6] mit einem Durchschnittsalter von 8,7 Jahren:[7]

Flugzeugtyp aktiv bestellt[8] Anmerkungen Sitzplätze[9]
(First/Dynasty/Economy)
Airbus A330-300 20 307 (-/30/277)
Airbus A340-300 06 276 (-/30/246)
Airbus A350-900 15 Auslieferung voraussichtlich ab 2015 - offen -
Boeing 737-800 10 mit Winglets ausgestattet 158 (-/8/150)
Boeing 747-400 13 397 (14/64/319)
Boeing 747-400F 19 Frachtmaschinen der China Airlines Cargo -
Gesamt 68 15

China Airlines betreibt derzeit die weltweit größte Flotte an Boeing 747-400F.

Zwischenfälle

In Asien zählt China Airlines zu den Fluggesellschaften mit den höchsten Unfallraten[10]:

  • Am 23. August 1967 stürzte eine Douglas DC-3 im südchinesischen Meer ab, wobei 6 der 9 Insassen ums Leben kamen.[11]
  • Am 24. Oktober 1967 stürzte eine Douglas C-47 in Vietnam ab. Alle 16 Menschen an Bord starben.[12]
  • Am 2. Januar 1969 kollidierte eine Douglas C-47A auf dem Weg von Taitung nach Kaohsiung mit dem Mount Paku, alle 24 Menschen an Bord kamen ums Leben.[13]
  • Am 12. August 1970 verunglückte eine NAMC YS-11 auf Flug 206 beim Landeanflug auf Taipeh während dichten Nebels. 14 von 31 Insassen starben.[14]
  • Am 21. November 1971 stürzte eine Sud Aviation Caravelle auf Flug 825 auf dem Weg von Taipeh nach Hongkong ins Meer, wobei alle 25 Passagiere ums Leben kamen. Als mögliche Ursache gilt eine Bombenexplosion an Bord.[15]
  • Am 11. September 1979 stürzte eine Boeing 707-300 kurz nach dem Start vom Flughafen von Taipeh ins Meer. Unter den sechs Menschen an Bord gab es keine Überlebenden.[16]
  • Am 27. Februar 1980 verunglückte eine weitere Boeing 707-300 beim Landeanflug auf den Flughafen von Manila, als sie zu früh den Boden berührte. Zwei von 135 Passagieren wurden bei diesem Zwischenfall getötet.[17]
  • Am 19. Februar 1985 verlor eine knapp zehn Stunden zuvor von Taipeh gestartete Boeing 747SP auf Flughafen San Francisco.[18]
  • Am 16. Februar 1986 verunglückte eine Boeing 737-200 auf Flug 2265 nahe Makung, alle 13 Passagiere kamen ums Leben.[19]
  • Am 26. Oktober 1989 kollidierte eine weitere Boeing 737-200 auf Flug 204 kurz nach dem Start von Hualien mit einem Berg, wobei alle 54 Menschen an Bord starben.[20]
  • Am 29. Dezember 1991 stürzte eine Frachtmaschine vom Typ Boeing 747-200F auf Flug 358 auf dem Weg nach Anchorage kurz nach dem Start in Taipeh ab. Es wurde rekonstrukiert, dass sich ein Triebwerk von der rechten Tragfläche gelöst und das zweite Triebwerk dieser Seite mitgerissen hat. Alle fünf Menschen an Bord starben.[21]
  • Am 26. April 1994 verunglückte ein Airbus A300-600R als Flug 140 bei der Landung in Nagoya, nachdem die Piloten versehentlich den Modus für das Durchstarten aktiviert hatten. Beim Versuch, die Maschine kontrolliert zu landen, schlug sie neben der Landebahn auf und ging in Flammen auf. 264 von 271 Menschen an Bord kamen ums Leben.[22]
  • Am 16. Februar 1998 verunglückte ein Airbus A300-600R auf Flug 676 beim Landeanflug auf Taipeh, nachdem es nach einem Durchstartmanöver zu einem Strömungsabriss kam. Alle 196 Menschen an Bord und sieben Personen am Boden kamen ums Leben.[23]
  • Am 22. August 1999 verunglückte eine McDonnell Douglas MD-11 als Flug 642 bei der Landung auf dem Flughafen Hongkong Chek Lap Kok. Die Maschine setzte während schweren Regenfällen und starken Windböen hart auf der Landebahn auf, wobei das rechte Triebwerk den Boden berührte, wodurch das rechte Hauptfahrwerk sowie der rechte Flügel abgerissen wurden. Die Maschine rutschte von der Landebahn, überschlug sich und ging in Flammen auf. 312 von 315 Menschen an Bord überlebten das Unglück.[24]
  • Am 25.  Mai 2002 verschwand eine Boeing 747-200 auf Flug 611 auf dem Weg von Taipeh nach Hongkong während des Steigflugs von den Radarschirmen, später wurden auf der Route Trümmer gefunden. Es wird angenommen, dass die Maschine im Flug auf Grund von Materialermüdung auseinandergebrochen ist. Ursache war möglicherweise eine unzureichend ausgeführte Reparatur eines Tailstrikes 22 Jahre zuvor.[25]
  • Am 20. August 2007 fing eine Boeing 737-800 auf Flug 120 von Taipeh nach Okinawa nach der Landung auf dem Flughafen Naha Feuer. Die Passagiere konnten unverletzt evakuiert werden, ein Angehöriger der Bodenbesatzung und ein Besatzungsmitglied wurden leicht verletzt. Als Ursache des Unglücks gilt ein gelockerter Stift in einer der Führungsschienen einer Tragflächenkante, welcher die Tankaußenhaut durchbohrte. Das auslaufende Kerosin entzündete sich schließlich und die Maschine brannte vollständig aus. Die Federal Aviation Administration und die Europäische Agentur für Flugsicherheit ordneten daraufhin Sonderwartungen aller neueren Maschinen des Typs Boeing 737 an. In Deutschland waren davon 105 Flugzeuge betroffen.[26]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c china-airlines.com Fact Sheet (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  2. airliners.de: "Skyteam begrüßt China Airlines"
  3. a b c china-airlines.com Looking back (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  4. chinapost.com.tw: China Airlines to join Sky Team Alliance (englisch) 5. September 2010
  5. aero.de: China Airlines wird 15. Mitglied im SkyTeam-Verbund 29. September 2010
  6. ch-aviation.ch - Flotte der China Airlines (englisch) abgerufen am 20. November 2011
  7. airfleets.net - Flottenalter der China Airlines (englisch) abgerufen am 20. November 2011
  8. airbus.com - Orders & deliveries (englisch) abgerufen am 20. November 2011
  9. China Airlines: Vorstellung der Flotte
  10. Fatal Events and Fatal Event Rates of Airlines in Asia and Australasia Since 1970, AirSafe.com
  11. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  12. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  13. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  14. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  15. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  16. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  17. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  18. Jochen W. Braun: Noch 40 Sekunden bis zum Tod, Spiegel Online/einestages, 17. Dezember 2010
  19. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  20. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  21. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  22. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  23. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  24. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  25. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  26. aero.de: B737 - FAA verschärft Auflagen, EASA gibt AD heraus 30. August 2007

Weblinks

 Commons: China Airlines – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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