Venera 9

Venera 9
Venera 9


Orbiter von Venera 9

NSSDC ID 1975-050
Missionsziel Untersuchung des Planeten Venus
Auftraggeber UdSSR
Aufbau
Trägerrakete Proton
Startmasse 4936 kg
Instrumente Spektrometer, Photometer, Radiometer, Polarimeter, Radar, Proton-, Alpha-, Elektron-Detektoren
Verlauf der Mission
Startdatum 8. Juni 1975
Startrampe Baikonur Rampe 81
Enddatum 25. Dezember 1975
 
8.06.1975 Start von Baikonur
 
20.10.1975 Orbiter und Lander trennen sich
 
22.10.1975 Eintritt des Orbiters in Venus-Umlaufbahn
 
22.10.1975 Landung der Landesonde
 
25.12.1985 Letzter Kontakt zu Orbiter

Venera 9 (russisch Венера-9) war eine Raumsonde der UdSSR zur Erforschung des Planeten Venus. Sie wurde am 8. Juni 1975 um 02:38:00 UTC vom Kosmodrom Baikonur mit einer Proton-Rakete gestartet und bestand aus einem Orbiter und einer Landesonde und wog 4.936 kg.[1] Der Orbiter war die erste Raumsonde, die in einen Orbit der Venus eintrat; die Landesonde übermittelte die ersten Bilder von der Oberfläche eines anderen Planeten. Ihre identische Schwestersonde Venera 10 folgte sechs Tage später.

Venera 9 und 10 waren die ersten Sonden der zweiten Generation sowjetischer Venus-Sonden, die mit ihrem durch neue Proton-Raketen ermöglichten Startgewicht von annähernd fünf Tonnen alle vorangegangenen Venus-Missionen um ein Vielfaches an Nutzlast übertrafen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Landesonde

Da durch die Venera-Missionen die Bedingungen am Boden bekannt waren, begann die UdSSR 1974 Venus-Landesonden zu konstruieren, die nicht nur Atmosphärendaten liefern sollten[1], sondern auch am Boden Untersuchungen durchführen konnten.[2]

Abstieg

Der während des Fluges in einer 2,5 m großen Kugel untergebrachte Venera-9-Lander trennte sich am 20. Oktober 1975 vom Orbiter und trat mit einer Relativgeschwindigkeit von 10,7 km/s in die Venus-Atmosphäre ein. Der Abstieg gliederte sich in folgende Phasen:

  • Atmosphärenbremsung bis zu einer Höhe von 65 km und einer Geschwindigkeit von 250 m/s
  • Fallschirmbremsung bis zu einer Geschwindigkeit von 150 m/s
  • Weitere Fallschirme öffneten sich, die Sender wurden aktiviert und übertrugen Daten
  • In 62 km Höhe öffneten sich die drei Hauptfallschirme mit 180 m² Fläche.
  • In 50 km Höhe wurden die drei Hauptfallschirme abgeworfen, der Lander befand sich in freiem Fall, die Geschwindigkeit nahm wieder zu, bis sie sich durch die dichtere Atmosphäre wieder verringerte
  • Um 05.13 UTC schlug der Lander auf der Venusoberfläche mit einer Restgeschwindigkeit von 7 m/s auf. Die restliche Energie wurde durch ein „Knautschsystem“ aufgefangen.
Landesonde von Venera 9

Arbeit auf der Venusoberfläche

Erstmals wurde ein grob auflösendes Panoramabild zur Erde gesandt. Dies war das erste Bild von der Oberfläche eines fremden Planeten, noch ein Jahr vor den Mars-Bildern der Viking-Sonden. Weitere Instrumente waren ein Gaschromatograph zur Untersuchung der Atmosphäre, ein Probensammler und Bohrer zur Untersuchung der physikalischen Struktur der Oberfläche. Auch ein Seismometer arbeitete, lieferte aber in der kurzen Zeit keine Daten. Vor der Landung war die Geräteabteilung auf -10 Grad Celsius gekühlt worden, so arbeitete Venera 9 mit 53 Minuten länger als jede Raumsonde vorher auf dem Planeten.[2]

Orbiter

Erstmals wurde ein planetarischer Orbiter der UdSSR eingesetzt. Kurz nach der Trennung vom Lander führte der Orbiter eine Kurskorrektur durch. Bei der dichtesten Annäherung an die Venus wurden am 22. Oktober 1975 die Triebwerke ein weiteres Mal gezündet, so dass der Orbiter in eine Bahn von 1510 × 112200 km einschwenkte, bei einer Umlaufzeit von ca. 48 Stunden. Der Orbiter selbst übermittelte Aufnahmen der Venus, die in Detailreichtum mit denen von Mariner 6 und 7 vergleichbar sind. Weitere Instrumente waren ein 8-30 µm-Radiometer zur Temperaturmessung und ein 350-nm-Ultraviolet-Photometer der CNES. Ein zweites VIS-Photometer/Polarimeter maß zwischen 400 und 700 nm. Dazu kam ein 1,5-3 µm Infrarotspektrometer, ein Magnetometer und eine Ionenfalle. Der Orbiter wog leer 2300 kg.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c Venera 9 and 10. russianspaceweb.com, abgerufen am 28. November 2010 (englisch).
  2. a b c Robert Reeves, The Superpower Space Race, ISBN 978-0306447686

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