Wohnwasserturm Wulsdorf

Wohnwasserturm Wulsdorf
Wohnwasserturm
Bremerhaven-Wulsdorf
Wasserturm
Daten
Baujahr: 1927
Architekten: Wilhelm Kunz / Heinrich Mangel
Turmhöhe: 33 m
Behälterart:
Zwei Stahlbetonbehälter
Volumen der Behälter: zusammen 1500 m³
Nutzung: Wasserversorgung von Stadt und Hafen,
24 Wohnungen
Denkmalschutz: Kulturdenkmal seit 1978[1]
Wasserturm

Der Wohnwasserturm Wulsdorf in Bremerhaven-Wulsdorf wurde 1927 gebaut und diente zugleich als Wasserturm und als Wohngebäude. Der 33 Meter hohe Stahlbetonbau war zur Bauzeit das erste Hochhaus an der Unterweser und steht seit 1978 unter Denkmalschutz. Er ist neben dem Wasserturm in Lehe und dem in Geestemünde das dritte Bauwerk dieser Art in Bremerhaven.

Inhaltsverzeichnis

Bauwerk

Es handelt sich um einen achtgeschossigen Stahlbetonskelettbau mit Klinkerverblendung. Er enthält 24 Zwei- und Dreizimmerwohnungen in fünf Geschossen. Die Wohngeschosse sind durch Dreieckslisenen und pfeilerartige Gebäudeecken gegliedert. Nach oben schließt sich der Tropfbodenbereich mit kleinen Rautenfenstern an. Das wenig gegliederte Behältergeschoss schließt den Bau nach oben ab. Unter dem Abschlussgesims weist es ein Zackenband mit Rautenfenstern auf. In der Gebäudemitte verbindet ein dreieckiger Treppenhauserker optisch den Wohnbereich mit dem Behältergeschoss. Dort finden zwei Hochbehälter Platz, die ursprünglich 1500 m³ Wasser aufnahmen. Sie wurden erstmals aus Stahlbeton statt aus Stahl gefertigt.

Umstritten ist die Frage, wie man den Turm architekturgeschichtlich zuordnet, zum norddeutschen Expressionismus oder zum funktionalen Stil der neuen Sachlichkeit. Jedenfalls war der Wohnwasserturm das erste Bauwerk in Wesermünde, das die modernen Architekturströmungen der 1920er Jahre aufgriff.

Baugeschichte

In den 1920er Jahren wurde der Fischereihafen erheblich ausgebaut. Die seltene Kombination von Wohnhaus und Wasserturm erklärt sich aus der Notwendigkeit, den rasant steigenden Wasserbedarf des Fischereihafens zu decken und zugleich die Wohnungsnot des damaligen Wesermünde zu lindern.

Der Bau wurde vom Wesermünder Stadtbaurat Dr. Wilhelm Kunz (1880–1945) in Zusammenarbeit mit Bremerhavens Hochbauamtsleiter Heinrich Mangel geplant. Die Bauzeit betrug 15 Monate, die Baukosten betrugen 420 000 Mark.

Da es sich um einen Stahlbetonskelettbau handelte, konnte man die Innenwände frei verschieben oder herausnehmen. Dadurch hätten auch größere Büroräume entstehen können. Angesichts der Wohnungsnot entschloss man sich aber, nur Wohnungen einzurichten.

Weitere Wohnwassertürme der Epoche

In Bremen-Blumenthal und in Preetz (Schleswig-Holstein) stehen weitere Wohnwassertürme der Epoche.

Einzelnachweise

  1. Denkmaldatenbank des LfD

Quellen

Weblinks

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