Computer-Investitions-Programm

Computer-Investitions-Programm
CIP-Insel ET an der Ruhr Universität Bochum
CIP-Pool der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Karlsruhe (TH)

Das Computer-Investitions-Programm (CIP) war eine 1984 von Bund und Ländern gestartete Initiative[1], die den Hochschulen die Finanzierung von Mikrocomputern für die Lehre erleichtern sollte. Ziel war: „Hochschulabsolventen in die Lage zu versetzen, mit Mikrorechnern sachgerecht umzugehen sowie Fragen und Probleme ihres jeweiligen Fachgebietes mit Mikrorechnern bearbeiten zu können“. Das Programm ist infolge der Föderalismusreform in 2007 ausgelaufen.

Als Pendant ist für die Forschung in 1990 das Wissenschaftler-Arbeitsplatz-Programm (WAP) gestartet worden.

Hintergrund

Hochschulen sind Ländersache, werden also von den Ländern finanziert. Aus- und Neubau von Hochschulen wurden jedoch von 1970 bis 2006 auf der Grundlage des Grundgesetzes (GG) Art. 91a nach dem Hochschulbauförderungsgesetz (HBFG) von Bund und Ländern als Gemeinschaftsaufgabe je zur Hälfte finanziert. Darunter fiel gemäß HBFG auch die Beschaffung von Großgeräten für Ausbildung und Forschung, wenn die Kosten für das einzelne Gerät einschließlich Zubehör 150.000 DM überstiegen (ab 1997 nur für Universitäten auf 250.000 DM erhöht).

Ein einzelner Mikrocomputer konnte somit nicht als Großgerät über das HBFG beschafft werden. Die Initiative zum CIP bestand nun darin, mehrere untereinander vernetzte Mikrocomputer zusammen mit einem Server und oftmals inkl. Anbindung an das Hochschulnetz – bezeichnet als Pool – als Großgerät anzusehen, um so eine Beschaffung im Rahmen des HBFG, d.h. mit Bundesmitteln gefördert, zu ermöglichen. Mindestanforderungen an die Ausstattung dieser Pools und ihre Nutzung sind von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Anfang 1985 vorgelegt und mehrfach fortgeschrieben worden.[1]

Das CIP war ein sehr erfolgreiches Programm. In den Jahren 1985 – 1990 wurden 1.195 CIP-Pools mit 17.273 Arbeitsplätzen im Umfang von 156,7 Mio. Euro bewilligt.[2]

In den Folgejahren 1991 – 2007 sind 2.735 CIP-Anträge mit 72.223 Arbeitsplätzen im Umfang von 341,7 Mio. Euro bewilligt worden.[3] Auf diese Weise sind die Studierenden früh in die Nutzung von Computern und Netzen eingeführt worden, so dass sie später in ihrem Berufsleben erfolgreich zur Verbreitung entsprechender Kenntnisse und Fähigkeiten auch außerhalb der Hochschulen beigetragen haben.

CIP-Pool

Die im Rahmen des CIP eingerichteten Rechnerräume werden als CIP-Pool, CIP-Raum, CIP-Insel oder auch als PC-Saal bezeichnet. Der Begriff CIP-Pool wird an manchen Hochschulen teilweise als Synonym für Computerräume verwendet, unabhängig davon ob sie im Rahmen des CIP errichtet wurden.

CIP-Pools stellen Computer-Arbeitsplätze für Ausbildungs- und Lehrveranstaltungen und/oder freies Arbeiten zur Verfügung. Üblicherweise sind Ausstattung und Größe (15-50 Plätze) vom Betreiber abhängig. Die Pools werden vom Rechenzentrum, von Fakultäten/Fachbereichen, von einzelnen Lehrstühlen oder der Bibliothek betrieben. Die Rechenzentren sorgen i.a. zumindest für Netzanbindung und Benutzerverwaltung.

Das Auslaufen des CIP stellt kein großes Problem dar. Infolge des Preisverfalls bei den PCs können PC-Säle mittlerweile vollständig aus Hochschulmitteln finanziert werden. Die Computer-Ausstattung muss von Zeit zu Zeit erneuert werden.

Einzelnachweise

  1. a b Das CIP wurde am 25. Juni 1984 vom Planungsausschuss für den Hochschulbau beschlossen. Mindestanforderungen für HBFG-Anträge im Rahmen des CIP wurden von der DFG erstmals am 13. Februar 1985 vorgelegt. CIP-Beschluss und Fortschreibung der Mindestanforderungen.
  2. Wissenschaftsrat, Ausschuss für Hochschulausbau: Bericht zur Fortführung des Computer-Investitions-Programms (CIP), Drs. 437/91, Köln 24. Oktober 1991.
  3. DFG:Informationsverarbeitung an Hochschulen – Organisation, Dienste und Systeme; Empfehlungen der Kommission für IT-Infrastruktur für 2011–2015, Bonn 2010, sowie vorangegangene Empfehlungen der Kommission für Rechenanlagen.

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