Denghoog

Denghoog
Grundriss des Denghoog ohne Quartier (in der unteren Hälfte)
Das Hünengrab Denghoog in Wenningstedt
Das innere des Denghoog, Zeichnung um 1895
Innenansicht des Denghoog

Der Denghoog, nördlich der Kapelle von Wenningstedt auf Sylt gelegen, ist ein Großsteingrab, nach dem eine der Jungsteinzeitliche Periode, die Denghoog-Stufe benannt wurde. Die begehbare Megalithanlage des Ganggrabtyps, die unter einem 3,20 Meter hohen Hügel liegt, stammt vom Übergang zum 4. Jahrtausend v. Chr. Der Hügel wurde 1868 von dem Hamburger Geologen F. Wibel untersucht. Seit den 1930ern können Besucher das besterhaltene Ganggrab Schleswig-Holsteins besichtigen.

Die eiförmige Kammer misst fünf Meter in öst-westlicher und etwa drei Meter im breiten Bereich der Nord-Süd Richtung. Ihre Höhe beträgt etwa 1,90 Meter an der West- und 1,50 Meter an der Ostseite. Die Kammer besteht aus erratischen Blöcken (Findlingen) der Eiszeit die bis zu 18.000 Kilogramm wiegen. Es handelt sich um zwölf Tragsteine, drei Decksteine und zwölf Randsteine und zwei Türsteine im Gang. Die Lücken zwischen den Trag- und den Gangsteinen sind mit Platten aus Rotsandstein gefüllt. Man gelangte ursprünglich durch einen sechs Meter langen und einen Meter hohen und breiten, gepflasterten Gang in die Kammer, heute erfolgt der Zugang für Besucher von oben. Der Gang hat eine (in der Mitte gelegene) und somit ungewöhnlich platzierte Türrahmenkonstruktion. In der Osthälfte der Kammer ist durch eine Doppelreihe hochkant gestellter Platten ein Quartier abgetrennt. Hier befand sich auf dem sorgsam verlegten Bodenpflaster eine Feuerstelle.

Man fand in der Grabkammer Reste einer unverbrannten Leiche, einen Rinderzahn, Gefäße, Scherben, Beile, Flach- und Hohlmeißel und sechs Bernsteinperlen. Die Originalfunde befinden sich im Schloss Gottorf in Schleswig. Kopien findet man im Sylter Heimatmuseum, in Keitum. Der Name Denghoog ist Sylter Friesisch (Sölring) und bedeutet Thinghügel (Deng: Thing; Hoog: Hügel). Daher ist es auch möglich, dass die Anlage von den Menschen auch als Richtplatz genutzt wurde.

Im „Atlas der Megalithgräber Deutschlands“ von Ernst Sprockhoff wird das Ganggrab als „Sprockhoff 4“ geführt.

Siehe auch

Literatur

  • Karl Kersten: Der Denghoog von Wenningstedt. In: Römisch-Germanischen Zentralmuseum (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 9: Schleswig, Haithabu, Sylt. Unveränderter Nachdruck. von Zabern, Mainz 1978, ISBN 3-8053-0124-3, S. 209–225, 232–234, 238–241.
  • Anette Lenzing: Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland. Verlag Langewiesche, Königstein i. T. 2005, ISBN 3-7845-4520-3, (Die blauen Bücher).
  • Ernst Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschlands - Schleswig-Hostein. Rudolf Habelt Verlag, Bonn 1966, S. 2.

Weblinks

 Commons: Großsteingrab Denghoog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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