Die Muppets-Show

Die Muppets-Show

Die Muppet Show (The Muppet Show, GB/USA 1976–1981) war eine erfolgreiche Fernsehserie (Puppenspiel/Comedy) mit den Muppets von Jim Henson und Frank Oz. Die Sendung wurde in mehr als 100 Ländern ausgestrahlt. In Deutschland lief die Serie von 1977 bis 1981 im ZDF, für die Synchronisation war der deutsche Dialogregisseur Eberhard Storeck verantwortlich.

Muppet-Moderator Kermit und sein Erfinder Jim Henson als Statue

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Muppet Show ist ein Varieté mit verschiedensten Unterhaltungs-Darbietungen von Puppen, mit jeweils einem prominenten (menschlichen) Gaststar pro Folge. Der Name Muppets ist ein Kunstwort und hat keine besondere Bedeutung. Jim Henson gab längere Zeit an, es setze sich aus Marionette und Puppets zusammen, relativierte diese Aussage jedoch später.[1]

Die Show wird von Kermit dem Frosch präsentiert, vor einem sehr bunten Puppen-Publikum. Kermit hat dabei alle Mühe, das Chaos vor und hinter der Bühne im Rahmen zu halten und es grenzt bisweilen an ein Wunder, dass die knuffigen Akteure wie auch das Theater selbst die 30-minütigen Folgen heil überstehen.

Insgesamt wurden 120 Folgen der klassischen Muppet Show zwischen 1976 und 1981 produziert. Außerdem entstanden bisher 6 abendfüllende Spielfilme und diverse TV-Specials. 1996 bis 1997 wurde die weniger erfolgreiche Nachfolgeserie Muppets Tonight! (20 Episoden) ausgestrahlt, welche ein ähnliches Konzept wie die original Muppet Show verfolgte. Man verlegte die Show einfach aus einem Theater in ein Fernseh-Studio. Kermit verlegte in dieser Parodie der in den USA erfolgreichen Late-Night-Shows sein Engagement hinter die Kulissen - Moderator wurde der einem Pferde ähnelnde, Rastalocken tragende Clifford. Von 1984 bis 1991 lief außerdem noch die Zeichentrick-Serie Muppet Babies (107 Episoden), und 2006 wurde für den französischen Privatsender TF1 die Sendung Muppets TV (10 Episoden) produziert.

Geschichte

Der erste Star aus der Muppet Show war Rolf, der Hund (im Original Rowlf). Er hatte bereits 1963 einen Auftritt in einem Werbespot für Hundefutter. Rolf kam beim Publikum gut an und erhielt regelmäßige Auftritte in der "Jimmy Dean Show". Weitere Puppen wurden 1969 mit der Kinderserie Sesamstraße berühmt. Für Henson war der Erfolg der Sesamstraße ein zweischneidiges Schwert, da viele Fernsehproduzenten das Potenzial der Puppen einzig und allein in der Kinderunterhaltung sahen. Dies ist der Grund dafür, dass die Muppet Show nicht in Hensons Heimat USA, sondern in Großbritannien vom Sender ITV produziert wurde. 1975 unterschrieb Henson dort einen Vertrag, um 24 Episoden der Muppet Show zu produzieren. Mit der Muppet Show bewies Henson, dass man mit Puppenspiel auch Erwachsene ansprechen kann.

Stars der Muppet Show

Kermit der Frosch

Kermits Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood

Kermit der Frosch ist der Produzent und Conférencier der Muppet Show. Seine schwierige Aufgabe ist es, alle bei Laune zu halten und den Ablauf der Show zu koordinieren. Zu Beginn jeder Show sieht man den Schriftzug „MUPPET SHOW“. Dann öffnet sich die Klappe im Buchstaben „O“ des Wortes „Show“ und Kermit erscheint, um den Stargast anzukündigen. Noch während er spricht, fährt der Schriftzug nach oben, die Titelmusik beginnt und Kermit muss zusehen, dass er nicht aus dem „O“ heraus auf die Bühne hinunterfällt.

Kermit muss sich immer um Miss Piggy kümmern, die hinter ihm her ist, deren Liebe er aber eigentlich nicht erwidert. Er muss Fozzie aufheitern, wenn mal wieder ein Witz danebengegangen ist, die Stargäste betreuen und dann auch noch den nächsten Auftritt ansagen. Sein Markenzeichen ist das nur in der deutschen Übersetzung vorkommende „Applaus, Applaus, Applaaaaaaaaaaaaaaaaaaaus!“ Damit beendet er jede Ansage. Ein weiteres bekanntes Zitat: „Ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner grüner Haufen!“

Kermit ist die einzige Figur, die sowohl in der Sesamstraße als auch in der Muppet Show auftritt (abgesehen von "A Muppet Family Christmas", zu deutsch "Die Muppets feiern Weihnachten" und dem Gastauftritt der Sesamstraßen-Figuren in der Muppet Show mit Marty Feldman – sie kommen aus einer Höhle, nachdem der Räuberhauptmann Fozzie Bär „Sesam öffne dich“ sagt). Sie wurde bereits am 14. Oktober 1955 als erste Puppe von Jim Henson für die fünfminütige Fernsehserie Sam and Friends entwickelt und von ihm nach einem Schulfreund (Theodore Kermit Scott) benannt. Kermit wurde von Jim Henson gespielt und später in der amerikanischen Originalfassung, der Sesame Street, auch von ihm gesprochen. Seit seinem Tod wird Kermit von Steve Whitmire gespielt und in der originalen englischen Fassung ebenfalls gesprochen. In der deutschen Fassung der Sesamstraße wird Kermit von Andreas von der Meden synchronisiert, in der Muppet Show hingegen von Horst Gentzen. Nach dessen Tod im Jahre 1985 übernahm von der Meden auch sämtliche Synchronparts für Kermit in den Muppet-Filmen.

Der Name Kermit beruht auf schottischem Ursprung (Mac Dhiarmaid) und bedeutet „Sohn Dermots“ (Diarmad bzw. Dermot bedeutet „freier Mann“). Kermit der Frosch gilt als Symbol und Maskottchen der Jim Henson Company und ist somit wohl der bekannteste Frosch der Welt. Nach ihm wurde auch ein Computerprogramm benannt (siehe Kermit).

Kermit hat einen Stern auf dem Walk of Fame.

Miss Piggy

Eine glamouröse Schweine-Diva, Schauspielerin und Sängerin mit Rubensfigur. Sie wäre gerne mit Kermit liiert, betrachtet ihn oft als ihr Eigentum und lässt ihren Frust häufig mit kraftvollen Schlägen an ihm aus. Viele Jahre lang lieh die Schauspielerin Marianne Wischmann ihre Stimme dieser Puppenfigur. Inzwischen spricht Berno von Cramm die Schweinedame. Im Original leiht Frank Oz ihr die Stimme.

Fozzie Bär

Ein orange-brauner, zotteliger Bär mit Hut und rosa gepunktetem Halstuch, der sich als Komiker versucht. Aber niemand findet seine Witze lustig und so wird er nach seinen Auftritten meistens von Minderwertigkeitskomplexen heimgesucht. Regelmäßig gibt es spöttische Zwischenrufe aus dem Publikum, besonders von Statler und Waldorf, den beiden alten Herren, denen aber auch gar nichts gefällt. Kermit redet ihm dann jeweils gut zu und baut ihn wieder auf.

Der Name Fozzie ist abgeleitet von Faz Fazakas, einem Puppenhersteller, der sich die Konstruktion ausdachte, mit der es Fozzie möglich ist, mit den Ohren zu wackeln.

Anfangs wurde Fozzie vom Puppenspieler Frank Oz gespielt und gesprochen, in den letzten Jahren ist er von Eric Jacobson dargestellt worden und auch von Todd Coyle gespielt worden. Seine deutsche Stimme ist Bruno W. Pantel.

Gonzo

Gonzo der Große (im Original Gonzo The Great) ist Stuntman. Allerdings geht bei seinen waghalsigen Stunts immer etwas schief.

Der "Blaumann" mit der langen Nase versucht um jeden Preis Aufmerksamkeit zu erregen. Gonzo spielt auch die Trompete bei der Eröffnungsmusik. Bei den ersten drei Staffeln fährt der Schriftzug "MUPPET SHOW" am Ende des Intros ein zweites Mal von oben ins Bild herein. Diesmal sitzt Gonzo im Buchstaben „O“ des Wortes „Show“ und während der Chor in der Eröffnungsmusik das letzte Wort "Shoooooow" singt, bläst Gonzo in die Trompete, wobei er es 119 Mal nicht schafft, ihr einen normalen Ton zu entlocken. Mal explodiert sie, mal wird ein Luftballon im Trichter aufgeblasen, mal regnet es Konfetti usw. Ein einziges Mal während der ganzen 120 Folgen - in der Ausgabe, in der John Cleese der Gaststar ist - gelingt es Gonzo, der Trompete einen klaren Ton zu entlocken.[2] Gonzos artistische Missgeschicke erweckte Dave Goelz zum Leben, seine deutsche Stimme steuerte Werner Abrolat bei.

In den achtziger Jahren stand das Wort „Gonzo“ synonym für eine lange Nase oder ein Missgeschick. Im US-amerikanischen wird damit ein Exzentriker bezeichnet.

In dem Spielfilm "Die Muppets aus dem All" (Muppets from Space) von 1999 wird endlich Gonzos Herkunft geklärt. Nicht zu wissen, zu welcher Spezies er gehört und keine "Artgenossen" zu finden, belastet Gonzo im Verlauf der diversen Spielfilme und Muppet Show-Folgen immer wieder sehr. Nachdem Gonzo im Traum der Zugang zur Arche Noah versagt wird, da er nicht sagen kann, "was" er eigentlich ist und angibt, er sei ein "Einzelstück", empfängt er morgens über sein Frühstücksmüsli eine Nachricht. Am Ende stellt sich heraus, dass Gonzo ein Außerirdischer ist, der Jahre zuvor auf der Erde zurückgelassen werden musste. Als es soweit ist, dass ihn seine Verwandten wieder mit ins All nehmen wollen, stellt er jedoch fest, dass er seine liebgewonnenen Freunde nicht verlassen möchte und bleibt freiwillig auf der Erde.

Statler und Waldorf

Die zwei älteren Herren sind Stammgäste der Muppet Show. Sie beobachten das Geschehen auf der Bühne von ihrer Loge aus. Kein Auftritt gefällt ihnen. Jeden und alles kommentieren sie mit sarkastischen Äußerungen und benehmen sich so, als sei die Muppet Show das Allerletzte. Es gibt jedoch keine Show, die sie je verpasst hätten (außer der mit Danny Kaye als Gaststar). Dank ihrer Sprüche - vor allem ihrer Schlussworte nach dem Abspann - erlangten sie Kultstatus. Damit wurden sie zu den heimlichen Stars der Show, obwohl sie ihre Loge nur selten einmal für kurze Bühnenmomente verließen. Die Figuren wurden auch schon in Werbespots verwendet. Benannt wurden die beiden Herren nach den gleichnamigen New Yorker Hotels Waldorf-Astoria und Statler. Gelegentlich wird Waldorfs Frau erwähnt: Sie heißt natürlich Astoria. Waldorf, im Original von Jim Henson gespielt und gesprochen, wurde von Walter Reichelt synchronisiert. Statlers Stimme steuerte Manfred Lichtenfeld bei. Im Original gestaltete Richard Hunt die Figur.

Scooter

Ein zappeliger Typ mit gelb-orangefarbenem Kopf, Brille und glänzend grüner Jacke. Kermit hat ihn etwas widerwillig als "Mädchen für alles" angestellt, weil seinem Onkel das Theater gehört. Daran erinnert Scooter immer dann, wenn es zwischen ihm und Kermit zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Kermit verzieht dann meist den Mund und gibt nach. Es ist Scooter, mit dem – noch vor Beginn der Titelmelodie und Kermits Ansage – jede Folge der zweiten, dritten und vierten Staffel beginnt. Scooter begibt sich in die Garderobe des jeweiligen Gaststars, um zu verkünden, es seien noch so-und-soviel Sekunden bis zum Auftritt. Meistens macht der Gaststar dabei einen kleinen Witz (oft auf Scooters Kosten), irgendetwas geht zu Bruch, etwas fängt an zu brennen, Hühner flattern durch die Garderobe, usw. Puppenspieler Scooters war Richard Hunt, in der deutschen Fassung sprach Tina Hoeltel den Part, die Gesangseinlagen übernahm jedoch meistens Eberhard Storeck.

Rowlf

Rowlf ist ein Hund, der Klavier spielt und dazu singt. Wenn er etwas sagt, sind es meistens sehr bissige Kommentare. Bekannt waren auch Rowlfs Unterhaltungen mit einer sprechenden Beethoven-Büste auf seinem Konzertflügel. Rowlf wurde von Jim Henson gespielt, deutscher Sprecher war Michael Rüth. Da Rowlf von Henson gesprochen wurde, beschloss man aus Respekt vor Henson, dass nach dessen Tod im Jahr 1990 Rowlf in künftigen Produktionen stumm bleiben würde.

Sam, der amerikanische Adler

Der Moralapostel mit Hang zur Zensur ist ein Seitenhieb auf den konservativen Patriotismus in den USA. Das US-Wappentier ist ein Weißkopfseeadler, der alles übersehende Staat wird häufig auch „Uncle Sam“ genannt. Sam hält meistens ausufernde Reden über Moral und Sittenverfall, nur um entweder unsanft unterbrochen zu werden oder sich am Ende selbst zu widersprechen. Seine würdevoll-wichtigtuerische Stimme steuerte Wolf Ackva bei, Originalspieler und -sprecher war Frank Oz. Auch Sams Aussehen beruht auf einem Wortspiel: Der Weißkopfseeadler heißt auf Englisch "Bald Eagle", also "Glatzköpfiger Adler" - was Sams Frisur hinreichend beschreibt.

Der Nachrichtensprecher

Der namenlose Nachrichtensprecher mit gelbem Gesicht und ab der 2. Staffel mit Brille verliest stets hektisch die Muppetnachrichten. Die deutsche Stimme ist von Franz Rudnick.

Der dänische Koch

Die Kochsendung des dänischen Kochs (im Original Swedish Chef) ist fester Bestandteil der Muppet Show. Er wurde als Parodie auf die immer populärer werdenden Koch-Sendungen in den 1970er Jahren geschaffen. In der Originalfassung ist er kein Däne, sondern ein Schwede.

Er hat stets eine weiße Kochmütze sowie einen braunen Schnauzbart. Seine Augenbrauen sind so dicht und struppig, dass man seine Augen nicht sehen kann. Außerdem ist der Koch eine der wenigen Puppen, deren Hände durch Handschuhe gespielt werden. Er benötigte daher zwei Spieler, Jim Henson für die eigentliche Puppe und Frank Oz für die Hände. Der Puppen-Spieler schlüpfte dabei in das Gewand und steckte seine Hände durch die Ärmel der Kochschürze. Nur so war es möglich, wild gestikulierend und werkelnd in der Küche Zutaten herumzuschmeißen, was zu einem seiner Markenzeichen wurde. Ein weiteres Markenzeichen ist seine unverständliche, wirre Kauderwelsch-Sprache „Børk“ mit dem übertriebenen skandinavischen Akzent mit vielen sl, sm, sn, ßp, ßt und sv. Der berühmteste Satz in der deutschen Ausgabe der Muppet Show ist das Lied Smørrebrød, Smørrebrød røm, pøm, pøm, pøm“, mit dem er meistens das Publikum begrüßt. Es stammte vom Synchronautor Eberhard Storeck, der dem Koch auch seine unnachahmliche Stimme lieh.

Der Koch kommt auf sehr ungewöhnliche Ideen und interpretiert bekannte Gerichte sehr seltsam. Beispielsweise bestand sein Rezept für Mousse au Chocolat daraus, geschmolzene Schokolade auf einem Elch zu verteilen („Elch“ bedeutet im Englischen „moose“). Storeck versuchte das Wortspiel in die deutsche Version hinüber zu retten, indem er das französische „mousse“ mit dem deutschen „Mus“ und eben dem englischen „moose“ mit Hinweis auf ein altes englisches Rezept verband.

Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner und Assistent Beaker

Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner (im Original Dr. Bunsen Honeydew) ist der leitende Wissenschaftler im Muppetlabor. Er erfindet seltsame Gerätschaften, die meistens auch tatsächlich funktionieren – oft aber nur kurzzeitig und dann auch häufig auf Kosten seines Assistenten Beaker, der sie testen muss. Ein typischer Ausspruch des Professors lautet: "Und wer anderes als unser werter Assistent Beaker würde sich freiwillig bereit erklären, dieses … für uns auszuprobieren." Die typische Reaktion von Beaker sind verdrehte, hilfesuchende Augen und sein hysterisches „Mi, Mi, Mi“, mit einer einzigen Ausnahme im Film Muppet Movie („Mi, Mi, Mu, Mu, Mi, Mi“) das einzige, was er je von sich gegeben hat. Dr. Bunsenbrenner wurde von Dave Goelz gespielt, seine deutsche Stimme stammt von Kurt Zips. Zusätzlich ist Dr. Bunsenbrenner äußerst kurzsichtig, da man keines seiner Augen sehen kann (die Puppe an sich hat keine), dafür hat er jedoch eine sehr große Brille. In der ersten Staffel agierte Dr. Bunsenbrenner noch allein, Beaker kam erst ab Staffel 2 in die Serie.

Beauregard

Beauregard ist der Hausmeister des Muppet-Theaters, stets etwas geistesabwesend und schwer von Begriff, aber herzensgut und hilfsbereit. Zerstreut wie er ist, greift er manchmal unbedacht in die Handlung ein oder löst durch liegen gelassene Utensilien chaotische Kettenreaktionen aus. Aber auch dadurch lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Puppenspieler war Dave Goelz, deutscher Sprecher Donald Arthur.

Rizzo

Rizzo ist eine Ratte aus Brooklyn, USA, die meistens in Teenager-Klamotten (zum Beispiel Football-Jacke) gekleidet ist. Gespielt (beziehungsweise geführt) wurde sie von Steve Whitmire.

Camilla

Camilla ist eins von Gonzos Hühnern und sein absolutes Lieblingshuhn.

Link Ringelschwanz

Link ist ein schweineartiges Wesen. Er tritt vor allem in den Sketchen der Reihe "Schweine im Weltall" und in Fozzies Polizeisketchen auf.

Dr. Julius Speckschwarte

Der „geheimnisvolle Dr. Speckschwarte“ (im Original Dr. Julius Strangepork) tritt als Wissenschaftsoffizier in den Sketchen der Reihe "Schweine im Weltall" auf. Er ist eine Anspielung auf Dr. Seltsam (engl. Dr. Strangelove) aus einem Film von Stanley Kubrick.

Sgt. Floyd Pepper

Floyd ist der Hippie-Bassist der Hausband. Er trägt einen Pferdeschwanz, einen langen roten Schnurrbart, eine grüne Soldatenmütze und eine rote Fantasieuniformjacke, die ganz bewusst den Jacken nachempfunden ist, die die Beatles auf dem Albumcover von Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band tragen. Angeblich ist diese Puppe das „Abbild“ von Jim Henson selbst. Seine pinkfarbene Hautfarbe geht auf einen Insider-Scherz zurück: Er ist ein „Pink Floyd“. Er ist einer der wenigen Muppets, die einen gewissen Einfluss auf „Das Tier“ haben. So wird in einigen Folgen erwähnt, dass Animal sein Haustier ist. So wird dieses auch öfter an der Leine von Floyd geführt.

Das Tier

Das Tier (im Original Animal) ist der wahnsinnige zottelhaarige Schlagzeuger, der an das Schlagzeug angekettet ist. Diese Puppe ist äußerst zappelig, äußert sich vorwiegend durch gutturale Grunzlaute und kommuniziert großteils über ihr Schlagzeug. Zu dieser Figur wurde Henson durch Keith Moon, dem Drummer von The Who inspiriert.

Crazy Donald

Ein wildes Männchen mit wirren Haaren, irrem Blick und wildem Lachen. Er ist der pyrotechnische Experte der Show mit einer Vorliebe für Bomben und den großen Knall. Meistens sieht man ihn mit einem Bombenzünder in der Hand. Wenn jemand während der Vorstellung unbedachterweise das Wort „Bombe“ in den Mund nimmt, kann es sein, dass Donald bei diesem Stichwort sofort auf der Bildfläche erscheint und eine Explosion auslöst. Außerdem spielt er im Muppet-Orchester die Triangel. Deutscher Sprecher ist Eberhard Storeck.

Sweetums

Sweetums ist ein großes, gefährlich aussehendes Monster, das jedoch sehr lieb und teilweise etwas tollpatschig ist. Es tritt im Vorspann auf und ist auch in zahlreichen Folgen dabei. Puppenspieler war Richard Hunt, deutscher Sprecher Herbert Weicker.

Marvin E. Suggs

Der leicht durchgeknallte Musiker überrascht immer wieder mit neuen Ideen darüber, wie sich Gegenständen, vor allem aber Lebewesen „Musik“ entlocken lässt. Meistens geschieht das bei Suggs dadurch, dass er seine „Instrumente“ malträtiert, indem er ihnen auf den Kopf schlägt und sich dann aus den unterschiedlichen Schmerzensäußerungen seiner Opfer Tongebilde formen. Zumeist tritt Suggs mit seinen 6 lebenden Muppaphonen - einer Art Marimbaphon - auf, scheut aber auch vor Einlagen mit einem „Gemüse- und Früchte-Gesangsverein“ nicht zurück. Die letztlich natürlich unsinnigen und unmusikalischen Ergebnisse seiner Darbietungen lassen sich als Parodien auf Strömungen der modernen Musik, wie etwa der Aleatorik oder des Bruitismus, deuten.

Lew Zealand

Lew tritt sporadisch in Erscheinung und versucht, Kermit davon zu überzeugen, ihn und seine grandiose Bumerang-Fisch-Nummer zur Show zuzulassen. Kermit lässt sich aber in der Regel nicht breitschlagen, denn die Fischnummer hat einen entscheidenden Haken: Die weggeworfenen Fische kommen überhaupt nicht zurück. Lew besteht jedoch regelmäßig auf der Tatsache, dass die Fische in den Proben durchaus zurückkämen.

Wayne & Wanda

Ein Gesangsduo, dem es nie gelingt, seine Lieder zu Ende zu singen. Als Inbegriff konservativer Unterhaltung im Stil der 50er Jahre werden ihre altmodischen Auftritte von Sam dem Adler wärmstens empfohlen.

Robin

Robin ist Kermits Neffe, und ist praktisch eine Miniaturausgabe von ihm. Er taucht auch nur gelegentlich bei der Muppet Show auf. Er wurde - wie auch der dänische Koch - von Eberhard Storeck gesprochen.

Janice

Janice ist Solo-Gitarristin in der Muppet-Band Electric Mayhem. Sie spinnt zwar ein bisschen, aber spielen kann sie. Sie ist mit Floyd Pepper liiert.

Dr. Goldzahn

Dr. Goldzahn (im Original Dr. Teeth) ist der Bandleader der „Electric Mayhem“. Er spielt Elektro-Orgel und hält die Show mit Gesangnummern auf Trab. Er trägt meistens total verrückte Outfits mit viel Glitzer und einen großen rosa Hut. Inspiriert wurde diese Figur durch den amerikanischen Pianisten und Sänger Mac Rebenack - besser bekannt als Dr. John.

Zoot

Zoot bläst (ganz wie der Jazzsaxophonist Zoot Sims, nach dem er benannt wurde) Tenor-Saxophon. Er vermutet, dass das Publikum zu wenig von Musik versteht, um sein Talent zu schätzen.

Lips

Lips (zu deutsch Lippen), kommt erst ab der fünften Staffel vor und spielt Trompete bei den „Electric Mayhem“.

Foo-Foo

Der Hund von Miss Piggy.

Annie Sue

Ein junges, blondgelocktes Schwein, das Miss Piggy in mehreren Folgen Konkurrenz machen will.

Pops

Pops ist der Portier am Bühneneingang des Muppettheaters. Er tritt vor allem in der 5. Staffel auf und begrüßt die Stars, wenn sie im Muppettheater ankommen. Das geschieht grundsätzlich, unabhängig vom Bekanntheitsgrad des Gaststars, mit einem verwunderten "Wer sind denn Sie?". Puppenspieler war Jerry Nelson, in der deutschen Fassung sprach Peter Capell.

Weitere Puppen

Das dreibeinige schreiende Ding (englisch three-legged screaming thing) ist ein grünes Wesen mit drei pinkfarbenen seitlich als Triskele angeordneten Beinen und bunten Haaren. Es wurde von Jerry Nelson gespielt.

Linkshändigkeit

Henson selber war Linkshänder und alle seine Figuren sind es auch. Speziell bei den Musikern ist dies gut zu erkennen. Eine Ausnahme ist Annie Sue, die aber auch von einer Linkshänderin gespielt wurde.

Bedeutsam ist die Händigkeit auch bei Puppen, die vom Puppenspieler mit dem Kopf zum Publikum, liegend oder zu zweit gespielt werden und bei denen es zu einer Vertauschung der Seiten von Spieler und Puppe kommt.

Serien innerhalb der Muppet Show

Innerhalb der Show gab es immer wiederkehrende Mini-Serien.

Schweine im Weltall

Schweine im Weltall ist eine Parodie auf Science Fiction-Serien wie Raumschiff Enterprise (im Original Star Trek - das Schweineraumschiff nennt sich folgerichtig USS Swinetrek). Die Crew besteht aus drei Schweinen – Captain Link Ringelschwanz, Miss Piggy und dem Wissenschaftsoffizier Dr. Julius Speckschwarte.

In der Tierklinik

Diese begann immer mit den Worten: „Die Geschichte eines Quacksalbers, der vor die Hunde gegangen ist…“ Hier erlebten wir Rowlf in der Rolle des „Dr. Bob“, assistiert von Schwester Piggy und Schwester Janice (die ansonsten in der Muppet-Band spielt). Das Trio nutzte die wehrlosen Patienten auf dem OP-Tisch als Gegenstand für die unglaublichsten Kalauer. Persifliert wurden damit Serien wie General Hospital und Trapper John, M.D., vergleichbar mit dem deutschen Pendant Die Schwarzwaldklinik. Jede Folge endete mit den Worten: „Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn Sie Dr. Bob sagen hören wollen: …“ Selbst bei der schlimmsten Krankheit ist es eine schlechte Idee, sich von Dr. Bob behandeln zu lassen.

Muppets-Blitz-Nachrichten

..ist die Nachrichtensendung der Muppet Show. Die Katastrophen, über die der Nachrichtensprecher berichtete, waren meistens näher, als ihm lieb sein konnte: Passierten sie nicht im Hintergrund, war er selbst der Leidtragende. Es kam auch vor, dass er beim Verlesen der Lottozahlen selbst im Lotto gewann und live on air seinen Job kündigte. Genauso konnte es aber passieren, dass er über eine im Sketch zuvor stattgefundene Explosion in den Muppet-Labors berichtete und ihm dabei das explodierte und in die Luft geschleuderte Objekt ins Studio fiel.

Das Muppet-Labor

„Willkommen im Muppet-Labor, wo die Zukunft schon heute gemacht wird.“. Dr. Honigtau Bunsenbrenner präsentiert zusammen mit seinem Assistent Beaker seine neuesten Erfindungen. Darunter sind die obskursten Dinge: eine Maschine, die pures Gold in Hüttenkäse verwandelt, oder ein Gepäckverkleinerer, der auch den Assistenten Beaker ins kleine Format zusammenstaucht (da er aus Versehen in die Maschine hineingerät).

Tanz unterm Kronleuchter

In einem festlichen Ballsaal tauschen tanzende Puppen-Paare kurze Einzeiler aus. Oftmals handelt es sich um eine Auswahl von Witzen zu einem bestimmten Thema, etwa der berühmten Fliege in der Suppe.

Häuser

Vier sprechende Häuser reißen Witze oder erzählen Wortspiele, die mit Häusern oder Hausteilen zu tun haben.

Gastauftritte in der Muppet Show

Gaststars sind sortiert nach der Ausstrahlung im deutschen Fernsehen.

Erste Staffel

1. Rita Moreno, 2. Ruth Buzzi, 3. Joel Grey, 4. Bruce Forsyth, 5. Paul H. Williams, 6. Jim Nabors, 7. Charles Aznavour, 8. Florence Henderson, 9. Harvey Korman, 10. Candice Bergen, 11. Sandy Duncan, 12. Avery Schreiber, 13. Ben Vereen, 14. Phyllis Diller, 15. Vincent Price, 16. Valerie Harper, 17. Ethel Merman, 18. Twiggy (und in der dt. Version Mary Roos), 19. Kaye Ballard, 20. Juliet Prowse, 21. Connie Stevens, 22. Mummenschanz, 23. Lena Horne, 24. Peter Ustinov

Zweite Staffel

25. Peter Sellers, 26. Julie Andrews, 27. Rudolf Nurejew, 28. Bob Hope, 29. Elton John, 30. Petula Clark, 31. Dom DeLuise, 32. Cleo Laine, 33. Lou Rawls, 34. Nancy Walker, 35. George Burns, 36. Madeline Kahn, 37. Milton Berle, 38. Steve Martin, 39. Edgar Bergen, 40. Teresa Brewer, 41. Zero Mostel, 42. Judy Collins, 43. Rich Little, 44. Cloris Leachman, 45. Bernadette Peters, 46. Don Knotts, 47. Jaye P. Morgan, 48. John Cleese, 49. Kris Kristofferson und Rita Coolidge, 50. Leo Sayer, 51. Roy Clark, 52. Gilda Radner, 53. Pearl Bailey, 54. Jean Stapleton

Dritte Staffel

55. Alice Cooper, 56. Loretta Lynn, 57. Liberace, 58. Marisa Berenson, 59. Raquel Welch, 60. James Coco, 61. Helen Reddy, 62. Harry Belafonte, 63. Lesley Ann Warren, 64. Danny Kaye, 65. Spike Milligan, 66. Leslie Uggams, 67. Elke Sommer, 68. Sylvester Stallone, 69. Roger Miller, 70. Roy Rogers und Dale Evans, 71. Lynn Redgrave, 72. Cheryl Ladd

Vierte Staffel

73. John Denver, 74. Chrystal Gayle, 75. Shields & Yarnell, 76. Dyan Cannon, 77. Victor Borge, 78. Linda Lavin, 79. Dudley Moore, 80. Arlo Guthrie, 81. Beverly Sills, 82. Kenny Rogers, 83. Lola Falana, 84. Phyllis George, 85. Dizzy Gillespie, 86. Liza Minnelli, 87. Anne Murray, 88. Jonathan Winters, 89. Star Wars (Luke Skywalker = Mark Hamill, C-3PO = Anthony Daniels, R2D2 = Kenny Baker und Chewbacca = Peter Mayhew), 90. Christopher Reeve, 91. Lynda Carter, 92. Carol Channing, 93. Doug Henning, 94. Andy Williams, 95. Alan Arkin

Fünfte Staffel

96. Diana Ross, 97. Gene Kelly, 98. Loretta Swit, 99. Joan Baez, 100. Shirley Bassey, 101. James Coburn, 102. Brooke Shields, 103. Glenda Jackson, 104. Senor Wences, 105. Debbie Harry, 106. Jean-Pierre Rampal, 107. Paul Simon, 108. Melissa Manchester, 109. Tony Randall, 110. Mac Davis, 111. Carol Burnett, 112. Gladys Knight, 113. Hal Linden, 114. Marty Feldman, 115. Chris Langham, 116. Wally Boag, 117. Johnny Cash, 118. Buddy Rich, 119. Linda Ronstadt, 120. Roger Moore

Muppet-Kinofilme

  • Muppet Movie (The Muppet Movie) (1979)
  • Der große Muppet Krimi (The Great Muppet Caper) (1981)
  • Die Muppets erobern Manhattan (The Muppets take Manhattan) (1984)
  • Die Muppets Weihnachtsgeschichte (The Muppet Christmas Carol) (1992)
  • Muppets - Die Schatzinsel (Muppet Treasure Island) (1996)
  • Muppets aus dem All (Muppets from Space) (1999)

Muppet TV-Specials, Fernsehfilme und Video/DVD-Produktionen (Auswahl)

  • A Muppets Family Christmas (1987 TV Film /VHS)
  • Kermit der Frosch (Kermit's Swamp Years: The Real Story Behind Kermit the Frog's Early Years) (2002, Direct-to-Video/DVD-Film)
  • Das größte Muppet Weihnachtsspektakel aller Zeiten (It's a Very Merry Muppet Christmas Movie) (2002, TV-Film)
  • Muppets: Der Zauberer von Oz (The Muppets' Wizard of Oz) (2005, TV-Film)
  • Studio Disney Channel: Beinah Live USA 2008

Weitere Veröffentlichungen

Am 28. September 2005 hat der United States Postal Service zum 50. Geburtstag von Kermit einen Briefmarkensatz mit Jim Henson und den Muppets[3] herausgegeben.

Während auf Englisch mehrere Best-of-DVDs und komplette Sets der ersten drei Seasons veröffentlicht worden sind (allerdings fehlen darin aus rechtlichen Gründen einige Gesangsnummern der menschlichen Gäste), gibt es in deutscher Sprache noch keine Ausgabe der Muppet Show Fernsehserie zu kaufen.

Auszeichnungen

Literatur

  • Victoria Grace Weisel, Leslee Asch et al.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main und New York 1987, ISBN 3-88799-021-8
  • Jim Henson, Jack Burns, Jerry Juhl, Marc London et al.: Die große Muppet-Show (OT: The Muppet Show Book). Kristall, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-607-00007-7
  • Autorenkollektiv: Die Muppet-Show. Henson Associates / Pierino, Zug 1976
  • Christopher Finch, Charles S. Finch, Jim Henson: Jim Henson: The Works: The Art, the Magic, the Imagination. Random House, 1993, ISBN 0679412034

Quellen

  1. http://industrycentral.net/director_interviews/JIHE01.HTM
  2. http://www.youtube.com/watch?v=42cRLsZ4Qmw
  3. http://www.usps.com/communications/news/stamps/2005/sr05_046.htm

Weblinks


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