Dilmar

Dilmar
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Palzem
Palzem
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Palzem hervorgehoben
49.5661111111116.3719444444444165Koordinaten: 49° 34′ N, 6° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Saarburg
Höhe: 165 m ü. NN
Fläche: 21,3 km²
Einwohner: 1344 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54439
Vorwahl: 06583
Kfz-Kennzeichen: TR
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 104
Adresse der Verbandsverwaltung: Schloßberg 6
54439 Saarburg
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Florian Wagner (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Palzem in der Verbandsgemeinde Saarburg
Karte

Palzem an der Obermosel ist eine Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Saarburg im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Lage

Palzem ist die südlichste Moselgemeinde von Rheinland-Pfalz und liegt im Dreiländereck zu Frankreich und Luxemburg. Der Ort ist durch die B 419 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Bei Palzem befindet sich eine Staustufe der Mosel, auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet sich das luxemburgische Stadtbredimus.

Ortsteile der Ortsgemeinde sind Palzem, Dilmar, Esingen, Helfant, Kreuzweiler und Wehr.

Geschichte

Urkundlich wird Palzem im Jahre 924 als Palatium oder Palatiolum (= kleiner Palast) erwähnt, als der Erzbischof von Trier und Erzkanzler Rudgar die Kirche in Palzem sowie ein Gut mit dazugehörigem Land an einen gewissen Luitfried sowie dessen Familie gab. Jedoch lassen Funde (bebeilte Eichenpfähle) bereits einen römischen Brückenbau über die Mosel um 122 vor Chr. vermuten; in dieser Zeit wurde das gesamte Wege- und Straßennetz ausgebaut, um Gallien und das rheinische Gebiet fest an das römische Reich zu binden. Im Mittelalter war die Trierer Abtei St. Matthias Grundherr von Palzem und der anderen Ortsteile. Der Ortsteil Dilmar wird erstmals 1036 urkundlich als Dilmere (althochdeutsch für Sumpf oder stehendes Gewässer) erwähnt, Esingen 1258 als Bona de Enselingen (der Name stammt aber vermutlich vom fränkischen Personennamen Ensilio ab). Der Ortsteil Helfant (924 urkundlich: Helifelt) wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt wurde ebenso wie Kreuzweiler (912 urkundlich: Vilare), dessen Siedlungsspuren zurück bis in die Römerzeit reichen und zeitweise unter luxemburgischer Landeshoheit stand. Der Ortsteil Wehr lebte früher vom Fischfang (Fischwehr) und der Kalkbrennerei, heute jedoch vorwiegend vom Weinbau.

Am 17. März 1974 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Helfant, Esingen, Kreuzweiler und Wehr eingemeindet. Die Gemeinde Kreuzweiler wurde am 7. Juni 1969 aus den aufgelösten Gemeinden Kreuzweiler und Dilmar neu gebildet.

Bevölkerung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815 – 979
  • 1835 – 1.368
  • 1871 – 1.343
  • 1905 – 1.421
  • 1939 – 1.448
  • 1950 – 1.378
  • 1961 – 1.420
  • 1965 – 1.367
  • 1970 – 1.308
  • 1975 – 1.231
  • 1980 – 1.251
  • 1985 – 1.219
  • 1987 – 1.234
  • 1990 – 1.195
  • 1995 – 1.248
  • 2000 – 1.257
  • 2005 – 1.305

Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Politik

Gemeinderat

Der Ortsgemeinderat in Palzem besteht aus 16 gewählten Mitgliedern und dem Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat (Gewinn/Verlust gegenüber vorhergehender Wahl):

SPD CDU WG 1 WG 2 Gesamt
2004 6 (=) 4 (–1) 1 (=) 5 (+1) 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

Wirtschaft

Während in den Ortsteilen Palzem und Wehr hauptsächlich Weinbau und Tourismus (Campingplatz an der Mosel) vorherrschen, sind die Ortsteile Helfant, Esingen, Dilmar und Kreuzweiler landwirtschaftlich geprägt.

Weinbau

Palzem ist die südlichste Moselweinbaugemeinde von Rheinland-Pfalz und besitzt zirka 200 Hektar Rebfläche. Der Boden besteht zum Teil aus Muschelkalk, urzeitlichen Meeresablagerungen, die nur auf einer kurzen Wegstrecke im Tal der Mosel anzutreffen sind. Bekannt sind die Weinlagen Schloss Thorner Kupp, Lay, Carlsfelsen, Rosenberg und Kapellenberg. Besonders Elblingwein und Elblingsekt, eine besondere Rarität der Obermosel, werden hier produziert, aber neben Weiß- und Grauburgunder auch Besonderheiten wie der Pinot Meunier, der eine Rotweintradition (40% der Weine des Schlosses Thorn waren zum Beispiel im 17. Jahrhundert Rotweine, wovon noch die Bezeichnung einer alten Flurkarte „de roude Wengert“ = der rote Weinberg hinweist) wieder aufleben lässt.

Sehenswürdigkeiten

Palzem ist staatlich anerkannter Erholungsort und wurde 1984 Kreissieger der Sonderklasse im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden; erfolgreich waren auch Wehr 1986 im Bezirksentscheid und Kreuzweiler 1987 im Landesentscheid. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören:

Schloss Thorn

Auf einer Moselanhöhe im Ortsteil Kreuzweiler erhebt sich das Schloss Thorn. Der Name stammt vom Lateinischen turis (= Turm). Dieser wurde vor ungefähr 2000 Jahren zum Schutz einer Furt als Moselübergang errichtet. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Bauliche Erweiterungen im 16. und 17. Jahrhundert sowie das Herrschaftshaus vom Jahre 1800 bilden eine imposante Baugruppe. Ein Rundturm wurde bei der Bombardierung 1945 zerstört, der zweite Turm, ein rechteckiger ehemaliger Wohnturm, dient heute als Torturm. Thorn sah vom Mittelalter an verschiedene Geschlechter als Lehnsmannen, so die Herren von Rollingen, die von Bübingen und die von Musiel. Heutiger Inhaber ist die Familie Baron von Hobe-Gelting. Thorn ist das älteste Schlossweingut an der Mosel. Sehenswert ist die einzig erhaltene Baumkelter Europas.

St. Bartholomäus in Helfant

Die die weithin sichtbare katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus (1848–49 erbaut) wird wegen der gewaltigen Doppeltürme auch „Helfanter Dom“ oder „Dom des Saargaus“ genannt.

Kapelle der Schmerzhaften Muttergottes

Die Kapelle gehört zu den Kulturdenkmälern von Rheinland-Pfalz. Sie befindet sich am Endpunkt eines im Dorf beginnenden Stationenweges des schmerzhaften Rosenkranzes auf dem Helfanter Berg. Die am höchsten Punkt gelegene neugotische Kapelle wurde 1890/91 nach Plänen von Reinhold Wirtz[1] anstelle eines legendären Vorgängerbaus errichtet. Über dem Aufbau des Seitenaltars befindet sich ein geschnitztes, neugotisches Vesperbild.

Sonstiges

Palzem ist ein Zentrum des Barfuß-Wasserski in Deutschland. Hier befindet sich das Bulldog-Museum für ländliche Kultur und Technik mit Bulldogs und Traktoren aus den 20er bis 50er Jahren sowie ein Wildfreigehege. Der markierte Wanderweg Via Caliga verläuft zum Teil auf der Trasse der alten Römerstraße und zeigt mit 24 Informationstafeln die wechselvolle Geschichte von Ort und Landschaft. Die römische Riemensandale Caliga dient als Wegweiser. In Palzem beginnt der 234 km lange deutsche Teil des Mosel-Radwegs.

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland. Deutscher Kunstverlag. München 1984. ISBN 3-422-00382-7

Einzelnachweise

  1. Kulturgüter der Region Trier. Kulturdatenbank: Palzem

Weblinks


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