Diskobolos

Diskobolos
Diskobolus. Römische Marmorkopie aus der Villa Adriana. British Museum, London
Römische Bronzekopie, 2. Jhd. Glyptothek, München

Der Diskobolos (Diskuswerfer) des griechischen Erzgießers Myron (Δισκοβόλος του Μύρωνα), auch Diskobol des Myron, gehört zu den bekanntesten griechischen Statuen überhaupt. Er stellt vermutlich einen Sieger der Zehnkampfdisziplin Diskuswerfen dar.

Die Skulptur lässt restlos das archaische Prinzip der Frontalität fallen zugunsten einer Bewegung und räumlichen Gestaltung der Plastik, die nicht zufällig an die von Auguste Rodin des 19. Jahrhunderts erinnert. Auch die bis dahin übliche Axialität scheint völlig aufgehoben worden zu sein.

Zahllos kopiert, erscheint er noch heute vielfach in Souvenirläden oder auch in Gärten wie zum Beispiel im Botanischen Garten in Kopenhagen. Diese von Myron ca. 460–450 v. Chr. geschaffene Statue aus Bronze gehört in die antike Hochklassik. Sie zeigt einen rhythmisch bewegten, kraftvollen und stolzen Athleten in der Aktion. In dieser Aktion wählt Myron den einzigen Moment der Ruhe, gewissermaßen den toten Punkt.

Der Diskobolos ist durch eine 1,55 m hohe römische Marmorkopie im Nationalmuseum in Rom überliefert, die 1781 auf dem Esquilin gefunden wurde. Das Bronzeoriginal ist nicht gefunden worden, es stand vermutlich in Delphi oder Olympia. Bereits kurze Zeit nach dem Auffinden dieser Kopie gelang es dem italienischen Archäologen Carlo Fea, diese Kopie nach den antiken Beschreibungen als den Diskobolos des Myron zu identifizieren. Eine weitere Kopie aus Marmor wurde in der Villa Hadriana (Villa des Kaisers Hadrian) in Tivoli gefunden. Insgesamt sind sechs römische Kopien fragmentarisch erhalten geblieben. Daneben eine kleine Bronzefigur und eine Gemme, die sich in London befindet. Die Gemme trägt neben dem Diskobol die Aufschrift Hyakinthos. Daher vermuten manche Fachleute, dass es sich bei der Skulptur des Myron nicht um eine Athletendarstellung handelt, sondern um die Statue des antiken Gottes, der sich nach der griechische Mythologie mit Apollon im Wettstreit beim Diskuswerfen befand.[1] Dafür spricht auch, dass die Athletenfiguren des Myron aus Delphi und Olympia nie von den Römern kopiert wurden und somit keine überregionale Bedeutung hatten.

Eine weitere berühmte antike Diskuswerferfigur ist jene des Naukydes.

Literatur

  • B. Schröder: Zum Diskobol des Myron. Ed. Heitz, Strassburg 1913.
  • Paolo E. Arias: Mirone. Sansoni, Firenze 1940.
  • John Boardman: Griechische Plastik. Die klassische Zeit. Von Zabern, Mainz 1987, S. 105ff., Abb. 60ff. ISBN 3-8053-0818-3

Weblinks

 Commons: Diskobolos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. vgl. http://www.skulpturhalle.ch/sammlung/highlights/2004/08/diskobol.html

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