Doom Metal

Doom Metal

Doom Metal (doom englisch für Untergang, Unheil) ist eine Spielart des Metal. Sie zeichnet sich durch schwere, langsame Gitarrenriffs und eine als düster wahrgenommene Grundstimmung aus. Die Texte handeln häufig von Melancholie, Trauer, Endzeitstimmung, Sehnsucht, Verzweiflung und Tod.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als wesentlicher Bezugs- und Ausgangspunkt des Doom Metal gilt die Band Black Sabbath mit ihren ersten vier Alben von den späten 1960er Jahren bis in die Mitte der 1970er Jahre.[2]

Mit Ausnahme der erratisch und zu dieser Zeit faktisch ohne Öffentlichkeit existierenden Pentagram und der 1973 bereits wieder aufgelösten Black Widow allerdings fand der unverwechselbar schwere und schleppende Sound der Band keine unmittelbare Fortsetzung. Erst Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre gründeten sich jene Bands, die, unter teils explizitem Bezug auf die frühen Black Sabbath, als Pioniere des Doom Metal gelten können, so The Obsessed, Saint Vitus und Trouble aus den USA sowie Witchfinder General und Pagan Altar aus Großbritannien, ab Mitte der 1980er kamen dann Candlemass aus Schweden hinzu. Diese Bands bildeten die erste Generation des eigentlichen Doom Metal, der während der 1980er auch zu einem eigenen Namen kam[3], der möglicherweise auf Candlemass’ Debütalbum Epicus Doomicus Metallicus oder den Black-Sabbath-Titel Hand of Doom[1] zurückgeht. Saint Vitus und Candlemass werden als die möglicherweise einflussreichsten Doom-Metal-Bands angeführt[3], während Trouble den Doom Metal bekannt machte[3].

Anfang der 1990er begann der Doom sich dann u.a. durch Crossovers mit angrenzenden Musikkulturen zu eigenen Subgenres auszudifferenzieren. Starke Impulse kamen zum Beispiel aus dem Death Metal, Bands wie Winter, Cathedral oder Thergothon wandten sich von der Death-Metal-typischen enormen Geschwindigkeit ab und suchten neue Klangfarben in der Verlangsamung.[4] Aus der Grunge-Szene Seattles kam die Band Earth, die 1992 mit ihrem Debütalbum Earth 2: Special Low-Frequency Version den Drone Doom definierte.

Doom als Subgenre des Metal

Der Doom Metal konnte, abgesehen von einigen wenigen Bands wie Black Sabbath, niemals einen großen Einschlag in den Mainstream der Musik verbuchen. Innerhalb der Metal-Szene erlangten nur relativ wenige Bands tatsächlich erwähnenswerte Bekanntheit. Dennoch existiert seit jeher ein sehr lebendiger und fruchtbarer Untergrund. In spöttischer Form formulierte dies Garry Sharpe-Young mit den Worten „Die Begriffe Doom Metal und Business Plan teilen sich nicht den selben Raum, geschweige denn die selbe Sprache.“[5], Frank Schäfer beschrieb es mit den Worten „derlei metallische Schwermut bleibt doch in erster Linie ein Minderheitenprogramm.“[6].

Subgenres

  • Epic Doom, die wohl populärste Doom-Spielart, zeichnet sich durch den klaren, teilweise opernhaft anmutenden Gesang aus. Einige Bands verwenden zudem zur Unterstützung der epischen Atmosphäre Keyboards. Vertreter dieses Genres sind z.B. Candlemass, Solitude Aeturnus, While Heaven Wept.
  • Stoner/Space Doom, oftmals sehr rock-lastige Doom-Variante, die häufig mit etwas positiveren Liedtexten auffällt. Als weiteres Merkmal gilt, dass bei Bands dieses Doom-Stils deutliche Einflüsse aus dem Heavy Rock und Psychedelic Rock der 1960er und 70er Jahre auszumachen sind. Eine eindeutige Abgrenzung zum Stoner Rock, der ebenfalls mit derartigen Elementen arbeitet, ist deshalb kaum möglich. Protagonisten dieses Subgenres sind u.a. Sleep, OM, Electric Wizard oder Cathedral (ab dem Album The Ethereal Mirror).
  • Death Doom ist Doom Metal mit Deathgrunts und anderen Elementen des Death Metal im Gegensatz zum hohen Tempo des traditionellen Death Metal. Auch in dieser Doom-Spielart werden oft Keyboards verwendet. Früheste Vertreter sind Dream Death[7][8] und Goatlord[8]. Einige Bands dieses Genres wie My Dying Bride[3] und Paradise Lost[3] waren außerdem maßgeblich für die Entwicklung des Gothic Metal, weshalb manchen Gruppen dieses Genres gerne auch das „Etikett“ Gothic Doom verpasst wird. Weitere bedeutende Vertreter sind Anathemas Frühwerke[3], Mourning Beloveth und Winter[9][3].
  • Funeral Doom[10](Funeral englisch für Begräbnis): Metal mit extrem langsamer, monotoner und depressiver Atmosphäre. Pioniere waren Winter und insbesondere Thergothon[2], gefolgt von Bands wie Skepticism[3], Esoteric[3] und Worship. Weitere Bands: Ahab, Funeral[3], Shape of Despair.
  • Drone Doom besteht vor allem aus dröhnenden, verzerrten Gitarrenklängen. Die Stücke haben oft keine klare Struktur und einen nur schwer identifizierbaren, weil langsamen Rhythmus. Dieser auf die Band Earth[3] und ihr Album Earth 2: Special Low-Frequency Version[2] zurückgehende Stil, der als die Quintessenz des Doom gilt, hat einen sehr meditativen Charakter und kann schon fast nicht mehr als Stilart des Metal, sondern eher des Ambient angesehen werden. Ein weiterer bekannter Vertreter ist Sunn O))).
  • Doomcore[11][12]: Auch ursprünglich im Hardcore verwurzelte Bands nahmen Elemente des Doom auf und kreierten eine neuartige Spielart, auf die viele Eigenschaften des Doom Metals zutreffen, die allerdings gemeinhin als Sludge bezeichnet wird. Hier sind insbesondere EyeHateGod, Acid Bath, Down und Crowbar zu nennen, Müller bezeichnet EyeHateGod als Ursprung des Sludge[2].
  • Post-Metal ist eine progressive Weiterentwicklung des Sludge. Dies Subgenre wechselt meist zwischen langen ruhigen Passagen und aggressiven Ausbrüchen. Häufig werden mehrere Gitarren in Schichten arrangiert und durch eine komplexe Rhythmusgruppe begleitet. Als wichtigste Vertreter gelten gemeinhin Isis, Neurosis und Cult of Luna.
  • Black Doom bewegt sich zwischen Doom- und Black Metal. Ein früher Vertreter dieses Stils ist Barathrum; auch die Frühwerke der Band Bethlehem entsprechen stilistisch dieser Mischform[13], die sich jedoch nicht, wie für Black Metal üblich, auf den Satanismus berufen, sodass Bethlehem als Dark Metal bezeichnet wird. Weitere Bands: Forgotten Tomb[14], Dolorian[15][16][17], Furze[2].

Nachweise

  1. a b Doom-metal.com: What is Doom-metal? Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).
  2. a b c d e Robert Müller: Jetzt mal schön langsam…. In: Metal Hammer, Dezember 2010, S. 89.
  3. a b c d e f g h i j k Doom-Metal.com: The history of Doom-Metal. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).
  4. Arne Ebner:Die Ästhetik des Doom, Online, Zugriff am 1. Mai 2011
  5. Garry Sharpe-Young: A-Z of Doom, Gothic & Stoner Metal, 2003, ISBN 1901447146, S. i.
  6. Frank Schäfer: Heavy Metal - Geschichten, Bands und Platten, 2001, ISBN 337901737X, S. 43.
  7. Doom-metal.com: Bandlist. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).
  8. a b Doom-metal.com: Bandlist Goatlord. Abgerufen am 11. Januar 2010 (englisch).
  9. Jay: Winter - Into Darkness / Eternal Frost - CD Review bei Metal1.info. Abgerufen am 22. Januar 2010.
  10. Funeral Doom – 7 Tage Musikkurs. In: Metal Hammer.
  11. Uwe Deese: CATHEDRAL. Forest Of Equilibrium. In: Rock Hard, Nr. 56, 1991.
  12. „Doomcore/Sludge und Death-/Funeral-Doom Special“ zum Doom-Shall-Rise-Festival bei Vampster, 2005
  13. Kostas Panagiotou: Doom-metal.com: Reviews. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).
  14. Doom-metal.com: Bandlist. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).
  15. Doom-metal.com: Bandlist. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).
  16. Doom-metal.com: Reviews. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).
  17. Doom-metal.com: Reviews. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch).

Weblinks


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