Duell – Enemy at the Gates

Duell – Enemy at the Gates
Filmdaten
Deutscher Titel: Duell – Enemy at the Gates
Originaltitel: Enemy at the Gates
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Irland, Deutschland, Polen
Erscheinungsjahr: 2001
Länge: 130 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK ab 16
Stab
Regie: Jean-Jacques Annaud
Drehbuch: Jean-Jacques Annaud,
Alain Godard
Produktion: Jean-Jacques Annaud,
John D. Schofield
Musik: James Horner
Kamera: Robert Fraisse
Schnitt: Noëlle Boisson,
Humphrey Dixon
Besetzung

sowie: Thomas Wlaschiha, Markus Majowski, Anna Böttcher, Michael Schenk, Robert Stadlober, Hans-Martin Stier, Clemens Schick, Dan van Husen, Birol Ünel u.v.a.

Duell – Enemy at the Gates ist ein international koproduzierter Kriegsfilm aus dem Jahr 2001, der während der Schlacht von Stalingrad im Jahr 1942 spielt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Stalingrad, im Winter 1942/43: Die deutsche 6. Armee unter Generaloberst Paulus hat fast ganz Stalingrad eingenommen. Tausende Sowjetbürger werden zu den Waffen gerufen, um gegen die deutsche Wehrmacht zu kämpfen, darunter auch der junge Scharfschütze Wassili Saizew. Zunächst werden er und viele andere in Booten über die Wolga gebracht, wobei sie von deutschen Stukas angegriffen werden. Am Ufer angekommen, wird nur jedem zweiten Mann ein Gewehr gegeben, Wassili geht leer aus und erhält nur etwas Reservemunition. Anschließend werden sie gegen deutsche Verteidigungslinien geworfen, der Angriff misslingt, zurückweichende russische Soldaten werden von Politoffizieren niedergeschossen. Wassili versteckt sich zwischen den Toten und trifft den Politkommissar Danilow, der zuvor mit seinem Propagandaauto einen Artillerietreffer erhalten hat. Nachdem er sein Gewehr erhalten hat (das jedoch keine Munition hat) lädt er es mit seinem 5-Schuss Magazin. In einem Brunnen liegend, erschießt er nun fünf deutsche Soldaten am anderen Ende des Platzes, ohne dass die Deutschen es bemerken, da er immer erst schießt, wenn ein Artillerieeinschlag in der Ferne das Schussgeräusch übertönt. Danilov ist begeistert. Mit seiner Propaganda wird Wassili zum Kriegshelden hochstilisiert. Auch die junge Soldatin Tanja Tschernowa erweckt sein Interesse. Wassili wird zum Scharfschützen befördert, täglich sterben Dutzende Wehrmachtssoldaten, vor allem Offiziere, durch ihn und sein Gewehr.

Da immer mehr deutsche Offiziere dem sowjetischen Präzisionsschützen zum Opfer fallen, wird der hochdekorierte Major König nach Stalingrad entsandt, um Saizew zu töten. Er stellt schon nach kurzer Zeit einen indirekten Kontakt zu ihm her, als er den jungen Russen Sascha Filipow trifft, mit dem sich auch Saizew angefreundet hat.

Wiederholt geraten die beiden Scharfschützen in Kämpfe. Der Junge Sascha wird schließlich von Major König getötet. Tanja ist schwer verwundet und unauffindbar. So macht sich Wassili, begleitet von Danilow, auf zum letzten Duell mit seinem Kontrahenten. Nachdem Danilow sich absichtlich töten lässt (da Tanja seine Liebe nicht erwidert), um Wassili die Position Königs zu verraten, gibt König seine Deckung auf, um die vermeintliche Leiche zu suchen. Dabei wird er von Wassili gestellt und von ihm erschossen.

In den letzten Momenten des Films sucht er in einem Lazarett nach Tanja. Der Film endet damit, dass Wassili Tanja gefunden hat und sich an ihr Krankenbett setzt.

Statistin: Lokomotive 41 1303, abgestellt in Röbel, 2004

Hintergrund

Vorlage für den Film ist William E. Craigs Buch Enemy at the Gates: The Battle for Stalingrad[1] von 1973. Der somit teilweise auf wahren Begebenheiten und Charakteren basierende Film entstand in den Filmstudios von Babelsberg in Deutschland. Außenaufnahmen entstanden in den Kalkwerken in Rüdersdorf bei Berlin. Die in mehreren Bahnhofszenen zu sehenden Eisenbahnfahrzeuge (u. a. Dampflokomotive 41 1303) befinden sich heute, teilweise noch mit der Filmbemalung, auf dem Freigelände des Vereins HeiNaGanzlin am Bahnhof in Röbel.

Die Filmmusik ist von James Horner und erschien 2001 bei Sony Classical.[2]

Die Szene, in der Wassili aus einem Brunnen heraus deutsche Soldaten erschießt, wurde in das Computerspiel Call of Duty 5 übernommen, wobei man hier erst schießen darf, wenn Flugzeuglärm den Schuss übertönt und nicht Artillerie.

Im Computerspiel Company of Heroes heißt der deutsche Scharfschütze Major König.

Kritik

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Mehrere namhafte Kritiker bemerken eine fahrlässige Aufarbeitung des Kriegsgeschehens in „Hollywood-Manier“ und die einseitige Darstellung der beteiligten Parteien. Sie erwähnen eine Glorifizierung der Roten Armee und Stalins, wobei auch die unmenschlichen Seiten der Roten Armee gezeigt und die Propaganda innerhalb der Armee subtil lächerlich gemacht wird. Kulikow lässt sich beispielsweise über seine persönlichen Erfahrungen mit Stalins „Glück für alle“ spöttisch aus.

Ebenfalls kritisiert werden mehrere historische Ungenauigkeiten. So hat die Wehrmacht tatsächlich nie einen Scharfschützen nach Stalingrad geschickt, der Saizew ausschalten sollte. Allerdings ist in den Memoiren des russischen General Wassili Tschuikow über die Verteidigung Stalingrads ein Bericht über die Duelle der sowjetischen und deutschen Scharfschützen zu finden, worin Tschuikow beschreibt, dass auf deutscher Seite der „oberste Ausbilder der Scharfschützen“, ein Major, getötet wurde.

Auch die Affäre mit Tania und der noch kindliche Doppelagent Sascha sind frei erfunden.

Als der Film russischen Stalingrad-Veteranen vorgeführt wurde, fanden sie die Darstellung der roten Armee und der gezeigten Umstände dermaßen falsch und beleidigend, dass sie baten, den Film in Russland zu verbieten. Vor allem die Darstellung der Tänze wurde äußerst negativ aufgefasst. „Als Soldat suchte man zwei Dinge: Nahrung und etwas Schlaf.“, so die Veteranen.

Fehler

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Duell – Enemy at the Gates weist neben erfundenen Charakteren und den im vorangegangenen Abschnitt genannten Ungenauigkeiten einige historische Fehler auf:

  • Friedrich Paulus war im Herbst 1942 noch General der Panzertruppe. Erst nach der Einkesselung der Stadt wurde er im Dezember 1942 zum Generaloberst und im Januar 1943 zum Generalfeldmarschall befördert.
  • Die Karte im Vorspann des Films, die die Eroberungen der Deutschen in Osteuropa darstellen soll, ist historisch vollkommen unkorrekt; so zeigt sie zum Beispiel einen Einmarsch in die neutrale Schweiz, während Norwegen unberührt bleibt.
  • Im Film, der im Winter 1942/43 spielt, kämpft auf russischer Seite eine Version des T-34-Panzers, der T-34/85, der erst ab Ende 1943 ausgeliefert und eingesetzt wurde.
  • Russische Soldaten werden in abgedeckten Wagen transportiert; in Wirklichkeit waren die Wagen offen, damit die Soldaten im Falle von Luftangriffen schnell abspringen konnten.
  • Während der russischen Pressekonferenz wird die Hymne der Sowjetunion gespielt, die erst ab 1944 im Gebrauch war.
  • Wassili Saizew lernte das Schießen bei der Jagd auf Rehwild, nicht auf Wölfe.
  • Die Auszeichnung, die Major König von seinem gefallenen Sohn aufbewahrt, ist als Ritterkreuz angegeben; es handelt sich um das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes. Da sein Sohn als Frontoffizier gefallen ist, wäre aber das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wahrscheinlicher. Auch die in diesem Zusammenhang erwähnte 116. Infanterie-Division (Filmminute 100) hat es nicht gegeben.[3]
  • Major König trägt eine Jacke, die offenbar ein nach individuellen Wünschen geschneidertes Bekleidungsstück darstellen soll. So etwas hat es freilich gegeben. Leider ist die Basis für das Filmkostüm zu leicht erkennbar: Farbe, Grund-Schnitt und vor allem die Knöpfe verraten eine Jacke der schwedischen Streitkräfte aus der Nachkriegszeit. Eine doppelreihige Windjacke der Gebirgsjäger der Wehrmacht wäre hier wohl passender gewesen. In diversen Modifikationen gab es diese Jacke auch schon im Zivilleben seit den zwanziger Jahren als sogenannte Bergjacke. Ein Mann wie König könnte so eine Jacke durchaus getragen haben - auf alle Fälle wäre sie authentischer als das gewählte Filmkostüm.
  • Die Bahnhofsszenen zeigen Eisenbahnfahrzeuge, unter Anderem die vorgenannte Lokomotive 41 1303, die eindeutige „Nachkriegsproduktionen“ oder -umbauten sind. So ist 41 1303 eine Rekolokomotive der Deutschen Reichsbahn.
  • Zusätzlich ist am Ende des Films auf einem Panzer ein M60-Maschinengewehr zu sehen, das zu dieser Zeit noch gar nicht existierte.
  • Das T-Fadenkreuz des Scharfschützengwehres Saizews wurde von den Deutschen verwendet, während das Fadenkreuz des Majors von den Alliierten verwendet wurde.

Unterschiede zum Roman

Werden die Kämpfe um Stalingrad im Film praktisch ausschließlich von russischer Seite gezeigt, so ist der zugrunde liegende Tatsachenroman sowohl aus Sicht russischer Soldaten und Zivilisten als auch aus der Sicht deutscher und italienischer Soldaten gezeichnet. Das Duell zwischen Saizew und König nimmt auch nur einen kleinen Teil des Romanes ein, der von den ersten Angriffen der Deutschen auf die UdSSR bis zu den Erlebnissen der kriegsgefangenen Deutschen und Italiener spielt.

Filmkritiken

  • Blickpunkt Film: Aufwändiges Kriegsepos, exzellent besetzt, hervorragende Darstellerleistungen.
  • CINEMA: Zwiespältiges Kriegsdrama um Liebe, Tod und ein Duell in der Schlacht um Stalingrad.
  • David R. Stone, „Review of Enemy at the Gates,“ H-War, H-Net Reviews, June, 2002. URL: http://www.h-net.org/mmreviews/showrev.cgi?path=259. (englische Rezension des Historikers David R. Stone, Kansas State University)

Quellen

  1. William Craig (2000): Enemy at the Gates. The Battle for Stalingrad. Harmondsworth: Penguin Books, insbesondere Seiten 121-130, ISBN 0-141-39017-4. (Erstauflage 1973. New York: Readers Digest Press); deutsche Übersetzung (2001): Duell – Enemy at the Gates. Tatsachenbericht. München: Heyne, ISBN 3-453-19510-8 (Erstauflage 1974. München, Wien, Basel: Desch, unter dem Titel Die Schlacht um Stalingrad: der Untergang der 6. Armee).
  2. Enemy at the Gates Filmmusik bei soundtrackcollector.com
  3. James Lucas. Handbuch der Deutschen Wehrmacht. Tosa Verlag 2001. Wien. ISBN 3854921527

Weblinks


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