Aktivist Espenhain

Aktivist Espenhain

Der SV Espenhain 91 ist ein Sportverein in der 20 Kilometer südlich von Leipzig gelegenen Gemeinde Espenhain.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Der Sportverein wurde 1991 als Nachfolger der BSG Aktivist Espenhain gegründet. Kern des Vereins war zunächst die Kegler-Abteilung. 1996 wurde eine neue Fußball-Abteilung gegründet, die 1997 in die 1. Kreisklasse und 2001 in die Regionalliga Borna/Gaithain (seit 2008 9. Liga) aufstieg. 1997 wurde eine Frauenmannschaft gegründet, die es bis in die Bezirksliga Leipzig (5. Liga) schaffte. Daneben besteht noch eine Abteilung für Breitensport. Den Sportlern steht das Otto-Heinig-Stadion mit Rasenplatz, Laufbahn und einer Kegelhalle zur Verfügung. Der Hauptplatz umfasst 2700 Stehplätze.

Geschichte

Leitathletik, Kegeln

Der Ort Espenhain war seit den 1930er Jahren Standort eines Braunkohlenverarbeitungswerkes. Aus ihm entwickelte sich in der DDR-Zeit der VEB Braunkohlenkombinat. Noch unter sowjetischer Leitung stehend, wurde für die Beschäftigten, wie allgemein im ostdeutschen Sport üblich eine Betriebssportgemeinschaft gegründet. Sie erhielt entsprechend ihres Trägerbetriebes aus der Bergbau- und Kohlebranche den Namen „Aktivist Espenhain“. Zu den erfolgreichsten Sportlern der Anfangszeit gehörten die Leichtathleten. Bereits 1949 gewann der Zehnkämpfer Rudi Etzold die sächsische Landesmeisterschaft. 1951 und 1952 wurde die Speerwerferin Lieselotte Kühne DDR-Jugendmeisterin. Diese Erfolge veranlassten das Braunkohlewerk, ein neues Stadion zu bauen, das zum „Tag des Bergmanns“ am 1. Juli 1956 mit einem großen Leichtathletik-Sportfest eingeweiht wurde. Auch der DDR-Vizemeister 1968 im 3000-m-Hindernislauf Achim Weißenberger hatte seine ersten Erfolge bei der BSG Aktivist.

Ebenfalls erfolgreich waren die Espenhainer Kegler. Zwischen 1957 und 1980 stellte Aktivist Espenhain mit Herbert Uhlmann und den Keglerinnen Herchert und Bräuer DDR-Meister. Die Damen wurden 1971 DDR-Mannschaftsmeisterinnen und die Herren 1959 DDR-Vizemeister. Herbert Uhlmann gehörte 1955 zur DDR-Auswahl, die den Weltmeistertitel gewann.

Fußball

Logo der
BSG Aktivist Espenhain

Die Sektion Fußball der BSG Aktivist begann auf bescheidenem Niveau. Allerdings wuchs hier Horst Slaby auf, der später mit Chemie Leipzig DDR-Meister wurde. Erst 1958 stieg die 1. Männermannschaft in die damals viertklassige Bezirksliga Leipzig auf. Meist nur im hinteren Drittel platziert gewannen die Espenhainer 1967 die Bezirksmeisterschaft, mit der sie sich für die Aufstiegsrunde zur zweitklassigen DDR-Liga qualifizierten. Dort erreichte die Mannschaft jedoch nur vier Unentschieden und verpasste mit Platz 3 den Aufstieg. Zwei Jahre später musste der Abstieg aus der Bezirksliga hingenommen werden, doch in der Saison 1973/74 meldete sich die BSG mit einer erstarkten Mannschaft wieder in der Bezirksliga zurück und gewann nach einem 3. Rang 1974 im Jahr 1975 erneut die Bezirksmeisterschaft.

Diesmal war man sofort für die DDR-Liga qualifiziert, und Aktivist konnte sich dort bis 1981 etablieren. Da das heimische Otto-Heinig-Stadion den Ansprüchen der DDR-Liga nicht gewachsen war, wurden die Heimspiele im acht Kilometer entfernten Stadion der Jugend in Kitzscher ausgetragen, das 8000 Zuschauern Platz bot. In dieser Zeit hatten die Espenhainer mehrere ehemalige Leipziger Oberligaspieler wie den Nationalspieler Hans-Jürgen Naumann (165 x für den 1. FC Lok), Fritz Weniger (40 x für Chemie) und Joachim Niklasch (30 x 1. FC Lok).

Nachdem die Stützen der Mannschaft ihre aktive Laufbahn beendet hatten, musste Aktivist nach Abschluss der Saison als Tabellenvorletzer wieder in die Bezirksliga absteigen. Dort verblieb die Mannschaft, meist im oberen Tabellenbereich angesiedelt bis zum Ende des DDR-Fußballbetriebs. Als 1990 das Braunkohlewerk privatisiert wurde, entfiel auch die Förderung für die Betriebssportgemeinschaft. Obwohl sich die Fußballmannschaft für die neue Landesliga Sachsen qualifiziert hatte, löste sie sich nach der Saison 1989/90 auf.

  • Ligenübersicht bis 1990:
    • bis 1957 Bezirksklasse Leipzig (5. Liga)
    • 1958-1969 Bezirksliga Leipzig (4., 3. Liga)
    • 1969-1973 Bezirksklasse Leipzig (4. Liga)
    • 1973-1975 Bezirksliga Leipzig (3. Liga)
    • 1975-1981 DDR-Liga (2. Liga)
    • 1981-1990 Bezirksliga Leipzig (3. Liga)

Weblinks


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